• 28.10.2010, 13:41:12
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Pressekonferenz: Psoriasis kratzt am Selbstbewusstsein - Junge Betroffene brauchen Unterstützung! - BILD/VIDEO

Awareness-Event: "Zum aus der Haut fahren!" Wien (OTS) - In Österreich leiden rund 170.000 Menschen an Schuppenflechte (Psoriasis), einer chronischen Hauterkrankung, die die Lebensqualität deutlich mindert. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene fühlen sich durch die Erscheinungen der Hautkrankheit beeinträchtigt, die oft zu sozialem Rückzug führt. Eine vor kurzem unter Betroffenen durchgeführte Befragung zeigt, dass die psychische Belastung durch Psoriasis besonders bei jungen Patienten sehr ausgeprägt ist. Junge Menschen zwischen 18 und 25 sehen ihre Lebensqualität besonders in Bezug auf soziale Kontakte stark eingeschränkt. Am 29. Oktober 2010 ist Welt-Psoriasistag. In über 40 Ländern machen Betroffene und Ärzte auf ihre Belange aufmerksam. Durch ein Awareness-Event unter dem Motto "Zum aus der Haut fahren!", veranstaltet auf Initiative der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) und der Selbsthilfegruppe PSO Austria, wird auf die Situation von Betroffenen aufmerksam gemacht. Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung, bei der der Lebenszyklus der Hautzellen stark beschleunigt ist. Weltweit leiden geschätzte 250 Millionen Menschen darunter. Frauen und Männer sind davon gleichermaßen betroffen. Psoriasis kann bei Menschen aller Altersgruppen auftreten, jedoch zeigt sich die Erkrankung häufig erstmals vor dem 30. Lebensjahr. Anlässlich des Welt-Psoriasistages am 29. Oktober 2010 möchten Experten auf den Aufholbedarf bei der Patientenversorgung aufmerksam machen und empfehlen die Etablierung eines nationalen PSO-Registers nach deutschem Vorbild. Auch eine Künstlergruppe hat sich im Vorfeld des Welt-Tages mit dem Thema "gepeinigte Haut" auseinander gesetzt und ausdrucksstarke Bilder geschaffen. Autoimmunerkrankung Psoriasis: Nicht ansteckend, aber auch nicht heilbar Aufgrund einer Störung des Immunsystems kommt es zu Schuppenbildung mit oftmaligem Juckreiz, einem Spannungsgefühl und Brennen. Dies führt zu den typisch geröteten, von Schuppen bedeckten Hautarealen. Die betroffenen Stellen (so genannte Plaques) sind gerötet, leicht erhaben und von silbrig-weißlichen Schuppen überzogen. "Der Krankheitsverlauf von Psoriasis kann sehr unterschiedlich sein. Von Patient zu Patient sind verschieden starke Ausprägungen und Verläufe möglich", weiß Prim. Univ. Prof. Dr. Beatrix Volc-Platzer, Vorstand der Dermatologischen Abteilung am Sozialmedizinischen Zentrum Ost - Donauspital. Psoriasis ist eine Autoimmunerkrankung, die nicht ansteckend und derzeit nicht heilbar ist, aber die Symptome können mittels medikamentöser Therapie in Form von Salben oder Tabletten gelindert werden, es gibt auch die Möglichkeit der Bestrahlung mit UV-Licht. Die Pflege der Haut nimmt für einen Menschen mit Schuppenflechte generell viel Zeit in Anspruch. Weitere neue Therapieoptionen sind in Form von hochwirksamen Injektionen verfügbar. Wenig bekannt ist auch die Tatsache, dass bei Psoriatikern Begleiterkrankungen auftreten können. "Komorbiditäten wie metabolisches Syndrom, Adipositas, Herz-Kreislauferkrankungen oder Depressionen sind bei Psoriasis-Patienten häufiger als bei gesunden Menschen", so Dr. Volc-Platzer. Da die Erkrankung einen chronischen Verlauf aufweist und Schübe immer wieder auftreten können, sind Betroffene in ihrer Lebensqualität mitunter stark eingeschränkt. Junge Psoriatiker in Privat-, Sozial- und Berufsleben stark beeinträchtigt Wie eine vor kurzem durchgeführte Umfrage unter Psoriasis-Betroffenen ergeben hat, steht das psychische Befinden besonders bei jungen Betroffenen in enger Verbindung mit ihrer Erkrankung. Rund 25 Prozent der Befragten gaben beispielsweise an, dass Psoriasis die Lebensqualität im Hinblick auf die Stimmung, das Selbstvertrauen und Lebensfreude negativ beeinflusst. Aufgrund des Erscheinungsbildes der Haut empfindet sich ein großer Teil der Betroffenen als unattraktiv. "Wir beobachten bei Psoriatikern Einschränkungen im Verhalten bei persönlichen und sozialen Aktivitäten, die die Akzeptanz und den Umgang mit der Erkrankung betreffen. Viele haben Schwierigkeiten soziale Kontakte zu knüpfen und ziehen sich zurück. Personen mit Psoriasis weisen häufiger als Patienten mit anderen schweren Hauterkrankungen klinisch fassbare Merkmale einer Depression auf", erläutert Dr. Eva Lehner-Baumgartner, Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin und Verhaltenstherapeutin an der Dermatopsychologischen Ambulanz am Wiener AKH. Speziell im jugendlichen Alter kann sich die Krankheit auf Sozial- und Freizeitverhalten negativ auswirken und Schwierigkeiten in der Schule oder im Beruf bereiten. In der Personengruppe der 18- bis 24-jährigen der Befragten gaben mehr als 30 Prozent an, dass Psoriasis Probleme im Umgang mit ihrem Partner, ihren Freunden oder Verwandten verursacht. Ein ähnlich hoher Anteil der Befragten führte an, dass ihre Hauterkrankung die Freizeitaktivitäten und soziale Kontakte stark beeinflusst. "Schamgefühle führen häufig im Sinne eines Selbstschutzes, nämlich aus Angst vor Zurückweisung, zum sozialen Rückzug. Wenn diese Tendenz durch bestimmte Persönlichkeitsfaktoren wie Selbstunsicherheit verstärkt wird, kann es zu sozialphobischem Verhalten kommen", so Dr. Lehner-Baumgartner weiter. Für Psoriatiker ist daher nicht nur die dermatologische Therapie wichtig. Betroffene mit stark ausgeprägter Psoriasis wird empfohlen, regelmäßige psychologische Betreuung in Anspruch zu nehmen. "Einerseits ist die Auseinandersetzung mit einer chronischen Erkrankung per se psychisch belastend und andererseits ist bekannt, dass psychosoziale Stressoren nicht nur bei der Erstmanifestation der Erkrankung eine entscheidende Rolle spielen, sondern auch im Verlauf der Erkrankung einen wesentlichen Faktor darstellen", hält Dr. Lehner-Baumgartner fest. Die Psoriasiserkrankung ist mit einem großen Leidensdruck der Betroffenen verbunden und bedeutet eine massive Einschränkung ihrer Lebensqualität. Das größte Problem für die Betroffenen ist die Ausgrenzung im Alltag, die Stigmatisierung und das psychische Leid, das Psoriatiker dadurch erfahren. "Die Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) hat sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für die Krankheit in der Bevölkerung zu stärken und die Akzeptanz der Betroffenen in der Öffentlichkeit zu erhöhen", schildert ÖGDV-Präsidentin Dr. Volc-Platzer. Da vor allem Jugendliche bzw. junge Erwachsene durch die Krankheit einem starken Leidensdruck ausgesetzt sind, ist erhöhter Handlungsbedarf gegeben. Wichtig ist es daher, die Bevölkerung vermehrt über die Bedürfnisse der Betroffenen zu informieren und damit Vorurteile abzubauen. ÖGDV fordert Ausbau von Patientenschulungen und Etablierung eines Patientenregisters "Gut informierte und aufgeklärte Patienten lernen leichter, mit ihrer Psoriasis umzugehen. So genannte Patientenschulungen tragen zu einer verbesserten Krankheitsbewältigung bei und übermitteln Maßnahmen zur Selbsthilfe", merkt Friederike Schönauer, Obfrau der Selbsthilfegruppe PSO Austria, an. Der ÖGDV ist es ein Anliegen, diese Patientenschulungen zu forcieren und verstärkt anzubieten. Ein weiteres Ziel der ÖGDV ist es, eine bessere Erfassung und Dokumentation von Psoriasis-Fällen in Österreich zu erhalten. Ein entsprechendes Modell gibt es in Deutschland. Im Rahmen eines Patientenregisters werden Informationen über den langfristigen Behandlungsverlauf und die Begleiterkrankungen von Psoriasis erhoben. Zweck eines Patientenregisters ist das Gewinnen von Langzeitdaten über die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit der Therapien. Langzeitbeobachtungen in dieser Form leisten einen entscheidenden Beitrag zur Patientensicherheit. "Es wäre sinnvoll, auch in Österreich an dieses Register anzuknüpfen und möglichst viele Ärzte sowie die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren", hält Dr. Volc-Platzer fest. Tanz-Performance "Zum aus der Haut fahren!" drückt Situation der Betroffenen aus Deutlich sichtbare Hauterkrankungen wie Psoriasis empfinden die Betroffenen oft als Stigmata. "Aus der Haut fahren wollen" oder "keine dicke Haut haben" sind Sprichwörter, die die immense Bedeutung des größten Organs des Menschen wiedergeben. Gerade das "aus der Haut fahren wollen" ist für Psoriatiker bezeichnend, da die Erkrankung mit optisch-ästhetischen Einschränkungen, starkem Juckreiz und gespannter und gepeinigter Haut einhergeht. Im Rahmen eines gezielten Awareness-Events, initiiert von der ÖGDV und der Selbsthilfegruppe PSO Austria in der Wiener U-Bahnstation Schottentor, soll Aufmerksamkeit für das Thema Psoriasis geschaffen werden. In einer Tanzperformance unter der künstlerischen Leitung des ehemaligen Choreographen der Wiener Staatsoper, Christian Tichy, wurde versucht, den Zuschauern das Gefühl zu vermitteln, wie sich ein Patient mit Psoriasis in seiner Haut fühlt. Im Stil eines modernen Ausdruckstanzes wird symbolisch dargestellt, wie Berührungsängste mit der Krankheit abgebaut werden können. Ziel dieser Aktion ist es, auf die speziellen Bedürfnisse der Betroffenen hinzuweisen sowie Vorurteile und Berührungsängste zu überwinden. Ein Videomitschnitt der Tanzperformance steht unter http://www.ots.at/fileservice/20101028_welldone.mpg als Download zur Verfügung. Gepeinigte Haut aus künstlerischer Sicht Fünf österreichische Künstler setzten sich bereits im Vorfeld des Welt-Psoriasistages am 29. Oktober 2010 intensiv mit dem Thema auseinander. Sie "behandelten" eine sechs mal zwei Meter große Leinwand wie Haut, die gekratzt und malträtiert wurde. Daraus entstanden zwölf ausdrucksstarke Bilder, die das Thema Schuppenflechte auf ungewöhnliche und innovative Art und Weise behandeln. Fotos der Kunstwerke können unter [email protected] angefordert werden. Das Awareness Event findet mit freundlicher Unterstützung folgender Unternehmen statt: Abbott Gesellschaft m.b.H, Actiderma Hautpflege, Grüne Erde GmbH, Speltenbacher Thermalwasser GmbH, Yakult Österreich GmbH. Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide Geschlechter bezogen. Weitere Bilder unter: http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=201010&e=20101028_p&a=event Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at Rückfragehinweis: Welldone GmbH, Werbung und PR Mag. Elisabeth Kranawetvogel | Mag. Sabine Sommer | Public Relations Lazarettgasse 19/4. OG, 1090 Wien Tel.: 01/402 13 41-40 bzw. 12 | e-Mail: [email protected] Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/2061/aom *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** OTS0209 2010-10-28/13:41 281341 Okt 10

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