- 19.06.2020, 11:08:58
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„kulturMontag“ am 22. Juni: #dubistkunst-Gewinner, Mythos Münchhausen und Fake Facts von heute
Außerdem: Robert Schabus’ Dokumentation „AB:STAND“ über den Corona-Lockdown in Klagenfurt
Utl.: Außerdem: Robert Schabus’ Dokumentation „AB:STAND“ über den
Corona-Lockdown in Klagenfurt =
Wien (OTS) - Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am
22. Juni 2020 um 22.30 Uhr in ORF 2 prämiert die Siegerprojekte der
gerade erfolgreich abgeschlossenen #dubistkunst-Challenge, widmet
sich zum 300. Geburtstag von Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von
Münchhausen dem Mythos des „Lügenbarons“ und beleuchtet die Fake
Facts und Verschwörungsmythen von heute. Anschließend an das Magazin
steht die Premiere der Dokumentation „AB:STAND“ (23.25 Uhr) von
Robert Schabus auf dem Programm – ein einfühlsames Zeitdokument des
Corona-Lockdowns in Klagenfurt.
Erfolgreiche #dubistkunst-Challenge – Präsentation der besten
Reenactments
Unter dem Titel „#dubistkunst“ hatte der „kulturMontag“ im Mai
gemeinsam mit führenden Museen des Landes ganz Österreich zum
schöpferischen Mitmachen aufgerufen. Die Challenge bestand darin,
sich selbst in Kunstwerke zu verwandeln, um Klassiker der
Kunstgeschichte nachzustellen und auf dem gleichnamigen
Instagram-Account hochzuladen. Die Lust an der Verwandlung war groß,
insgesamt 357 kreative Reenactments von 320 Kunstbegeisterten wurden
eingereicht. Zu den am meisten nachgestellten Werken zählt „Der Kuss“
von Gustav Klimt. Die fantasievollen Kunst-Zitate wurden nun von
einer hochkarätigen Jury aus Direktorinnen und Direktoren
österreichischer Museen bewertet, darunter Sabine Haag (KHM), Stella
Rollig (Belvedere), Klaus Albrecht Schröder (Albertina), Hemma
Schmutz (Museen der Stadt Linz) und Karola Kraus (MUMOK). Der
„kulturmontag“ stellt die Projekte vor und prämiert die fünf besten
Arbeiten mit Jahreskarten der fünf Ausstellungshäuser und
ORF-Kulturpackages.
Der Erfinder von Fake News – 300 Jahre Baron von Münchhausen
Die fantastischen Geschichten des Barons von Münchhausen sind
weltbekannt. Doch ihren Helden gab es nicht nur in Büchern und
Filmen: Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen stammte
aus dem Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg. Anlässlich seines 300.
Geburtstags hat seine Nachfahrin Anna von Münchhausen das Buch „Der
Lügenbaron – Mein fantastischer Vorfahr und ich“ veröffentlicht.
Darin erzählt sie vom echten Leben des Freiherrn und „begabten
Fabulierers“. Dass er als Lügenbaron in die Geschichte einging, hat
er allerdings seiner zweiten Ehefrau zu verdanken, die ihn im
Scheidungskrieg als solchen verunglimpfte. Dennoch steht sein Name
symbolhaft für die Unwahrheit, wie auch eine psychische Störung, das
Münchhausen-Syndrom, nach ihm benannt ist. Der „kulturMontag“ auf
Spurensuche nach dem Erfinder der Fake News.
Fake Facts – Verschwörungsmythen auf dem Prüfstand
Aus der Forschung ist bekannt, dass Menschen – unterschiedlichster
Weltanschauungen und aller Bildungsniveaus – in Krisenzeiten
verstärkt an Verschwörungen glauben, so auch aktuell. Aber warum
entstehen Verschwörungstheorien? Wer glaubt sie und was macht sie so
beliebt? Viele Menschen erleben eine Unsicherheit und einen
Kontrollverlust, der sie anfällig für einfache Erklärungen macht. Wie
Verschwörungsmythen unser Denken bestimmen, das haben die Autorinnen
Katharina Nocun und Pia Lamberty in ihrem Buch „Fake Facts“
untersucht. Dabei kommen sie zum Schluss, dass Geschichten von
Echsenmenschen oder Chemtrails weit mehr sind als ein Spaßfaktor, sie
können Radikalisierungsbeschleuniger sein. Sie fordern mehr
Medienkompetenz, vor allem für junge Menschen, und liefern Strategien
im Umgang mit sogenannten Verschwörungsgläubigen.
Dokumentation „AB:STAND“ (23.25 Uhr)
Mit dem Film „AB:STAND“ hat der Kärntner Filmemacher Robert Schabus
ein einfühlsames Zeitdokument der vierten Woche der coronabedingten
Ausgangsbeschränkungen in Klagenfurt geschaffen. Leere Parkbänke in
der Frühlingssonne sind ein wiederkehrendes, scheinbar beschauliches
Motiv des Films. Als erste nimmt die Künstlerin Inge Vavra darauf
Platz. Sie ist eine von neun Vertreterinnen und Vertretern der
sogenannten „Risikogruppe“, die im Film zu Wort kommen: Großteils
ältere Menschen, zum Teil mit Vorerkrankungen – allesamt der Kunst-
und Kulturszene angehörend.
Von privaten Befindlichkeiten in Zeiten des Lockdowns bis hin zu
hochpolitischen Themen und Fragestellungen reicht der thematische
Bogen der Interviews. Reflexionen über Stigmatisierung und
Ausgrenzung, über die eigene Sterblichkeit, die Einschränkung von
Freiheiten – ganz organisch und unmittelbar kommen alle großen Themen
dieser Krisenzeit an die Oberfläche.
Es gibt Grund zur Angst, wird da von Helga Mračnikar konstatiert, die
Nähe zu und zwischen den Menschen fehlt. Die Luft zum Leben, zum
Hoffen, zum Lieben wird knapp, so Dietmar Pickl, Cicero zitierend,
nicht nur bei einer Covid-19-Erkrankung, sondern auch im sozialen
Gefüge. Corona ist ein Brennglas, das schwelende Konflikte entzündet,
und gleichzeitig den Blick von allen anderen Themen wie etwa der
Flüchtlings- und Klimakrise weglenkt.
Impressionen der Stadt Klagenfurt während des völligen Stillstands
geben ein starkes Sinnbild des Lebensgefühls in dieser Zeit. Die
Verlangsamung des Alltags, die Verschnaufpause, die uns Corona
verschafft hat – das sind die positiven Seiten der Krise, die von den
Interviewten bemerkt werden.
Rückfragehinweis:
ORF-Pressestelle
Ruza Holzhacker
(01) 87878 – DW 14703
presse.ORF.at
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