- 20.03.2017, 15:44:35
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Katholischer Familienverband fordert zum Welt-Down-Syndrom Tag: Betroffene Familien von Anfang an stärker unterstützen
Familienverbandspräsident Alfred Trendl ortet eine Ideologisierung der Debatte und fordert mehr Unterstützung für betroffene Familien.
Utl.: Familienverbandspräsident Alfred Trendl ortet eine
Ideologisierung der Debatte und fordert mehr Unterstützung für
betroffene Familien. =
Wien (OTS) - Bei Menschen mit Down-Syndrom ist das 21. Chromosom
3-fach vorhanden – darum ist der 21.3 seit 2006 der internationale
Down-Syndrom Tag und soll auf dieses Thema aufmerksam machen. Der
Katholische Familienverband fordert anlässlich des Welt-Down-Syndrom
Tages die Politik auf, Kinder mit Down Syndrom umfassender zu
unterstützen und werdenden Eltern Mut zu machen, dass Kinder mit Down
Syndrom das Licht der Welt überhaupt erblicken dürfen: „International
entscheiden sich 90 Prozent der Eltern, bei deren Kind Down-Syndrom
festgestellt wird, für eine Abtreibung. Wie viele es in Österreich
sind, wissen wir leider nicht – es gibt keine Statistik über
Schwangerschaftsabbrüche“, so Alfred Trendl, Präsident des
Katholischen Familienverbandes.
Für den Präsidenten der größten überparteilichen Familienorganisation
ein Armutszeugnis: „Aktuell beobachten wir, dass es Bestrebungen
gibt, ein Bestärken der werdenden Eltern in ihrem Ja zum Kind zu
verhindern“, so Trendl und führt ein Beispiel aus Frankreich an: Dort
wurde die Ausstrahlung des TV-Spots „Dear Future Mom“ untersagt. Der
in Cannes ausgezeichnete TV-Spot soll betroffenen Schwangeren Mut
machen, ihr Kind mit Trisomie 21 zu bekommen. Nun wurde der Spot für
die Werbeblöcke der TV-Sender mit der Begründung untersagt, er
verfolge kein allgemeines Interesse und mache Frauen, die einen
Abbruch hinter sich haben, Schuldgefühle. „Es ist unseriös diese
beiden Themen gegeneinander auszuspielen“, so Trendl. Er ortet auch
in Österreich Tendenzen in diese Richtung: Im Wiener Gemeinderat
wurde kürzlich ein Antrag zur besseren materiellen und immateriellen
Unterstützung von Eltern mit Down-Syndrom-Kindern sowie eine
Öffentlichkeitskampagne, die auf die Lebensqualität von Menschen mit
Down-Syndrom bzw. auch mit anderen Behinderungen hinweisen sollte, um
Eltern Mut zu machen, die betroffenen Kinder zur Welt zu bringen,
abgelehnt. „Eine Ideologisierung dieser Debatte ist kontraproduktiv
und nutzt weder den Frauen noch den Kindern.“
Trendl wünscht sich geeignete Rahmenbedingungen für betroffene
Familien und fordert mehr Flexibilität bei der Einschulung von
Kindern mit Down-Syndrom, deutlich höhere Mittel für
Inklusionsklassen, geeignete Ferien- und
Nachmittagsbetreuungsangebote und ein gesellschaftliches Klima, in
dem auch die Stimmen der Betroffenen gehört werden. „Menschen mit
Down-Syndrom sind eine große Bereicherung für die ganze
Gesellschaft“, ist er überzeugt.
Das Jahresthema des Katholischen Familienverbandes ist „Kindern eine
Stimme geben“ um die Anliegen der Kinder in den verschiedensten
gesellschaftlichen Bereichen zu thematisieren: „Kindern eine Stimme
geben umfasst für mich eindeutig auch ungeborenen Kindern eine Stimme
zu geben – eine Stimme, die vielleicht nicht überall gerne gehört
wird, die sich aber dennoch immer wieder zu Wort melden wird“, so der
Familienverbandspräsident. Er fordert Politik und Gesellschaft
unmissverständlich auf: „Lassen Sie es nicht zu, dass eine
Unterstützung von Eltern, die ein Kind mit Behinderung erwarten,
gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frau ausgespielt wird. Helfen
wir alle mit, Eltern Mut zu machen diese besonderen Kinder zu
bekommen und ein Klima zu schaffen, das es Kindern mit Down-Syndrom
möglich macht, sich frei und glücklich zu entfalten!“
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