• 15.03.2017, 12:37:28
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  • OTS0161

Greenpeace: Keine Entwarnung bei Glyphosat

Interessenskonflikte und Intransparenz bei Beurteilung durch Europäische Chemikalienagentur

Utl.: Interessenskonflikte und Intransparenz bei Beurteilung durch
Europäische Chemikalienagentur =

Helsinki/Wien (OTS) - Greenpeace sieht nach wie vor keine Entwarnung
bezüglich der Gefahren von Glyphosat. Die heute veröffentlichte
Einschätzung durch die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) als
unbedenklich bewertet die Umweltschutzorganisation kritisch. Im
Zusammenhang damit weist Greenpeace auf Interessenskonflikte einiger
Mitglieder des Ausschusses für Risikobeurteilung der ECHA hin. Sowohl
der Vorsitzende als auch zwei weitere Mitglieder verletzen aus Sicht
von Greenpeace die eigenen Regeln der Chemikalienagentur zur
Vermeidung von Interessenskonflikten. Darüber hinaus stützt sich die
Einschätzung der ECHA unter anderem auf von der Industrie selbst
durchgeführte Studien, die bis heute der Öffentlichkeit nicht
vollständig zugänglich gemacht wurden. Greenpeace fordert den
zuständigen Minister Andrä Rupprechter einmal mehr auf, sich im
Interesse der öffentlichen Gesundheit gegen eine Neuzulassung von
Glyphosat einzusetzen.

„Die Entscheidung um das umstrittene Totalherbizid Glyphosat betrifft
Millionen von Menschen in Europa. Es ist die gesetzliche Pflicht der
Europäischen Chemikalienagentur, im Interesse von Gesundheit und
Umwelt zu handeln. Daher ist es enorm wichtig, dass wissenschaftliche
Gremien komplett unabhängig agieren und sich nicht auf geheime
Industriestudien stützen“, sagt Sebastian Theissing-Matei,
Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace in Österreich. Diese
Bedingungen sieht Greenpeace bei dem Ausschuss für Risikobeurteilung
der ECHA nicht erfüllt. Das hat die Umweltschutzorganisation auch
bereits Anfang letzter Woche in einem offenen Brief an die Agentur
festgehalten.

Tim Bowmer, der Vorsitzende des Ausschuss für Risikobeurteilung,
erbrachte in der Vergangenheit vor allem Beratungsleistungen für die
Industrie zur Risikobewertung von Substanzen. Zwei weitere Mitglieder
des Ausschuss für Risikobeurteilung arbeiten für Forschungsinstitute,
die ihr Einkommen unter anderem durch Industrie-Aufträge lukrieren.
„Das sind klare Interessenskonflikte. Personen, die für Institute
oder Beratungsunternehmen arbeiten, die um Industrie-Aufträge
konkurrieren, sind nicht als unabhängige Expertinnen und Experten
geeignet“, so Theissing-Matei. Greenpeace kritisiert außerdem, dass
der Ausschuss für Risikobeurteilung der ECHA in seiner Bewertung
unter anderem auf unveröffentlichte Industriestudien vertraut. „Hier
braucht es Transparenz, damit die Ergebnisse von anderen
Forscherinnen und Forschern überprüft werden können“, verlangt
Theissing-Matei. „Es ist höchste Zeit, dass Bayer, Monsanto und Co.
diese Studien auch endlich vollständig öffentlich machen.“

Im Hinblick auf die politische Entscheidung um eine Neuzulassung von
Glyphosat in Europa haben innerhalb von fünf Wochen bereits fast eine
halbe Million Menschen ein europäisches Volksbegehren gegen Glyphosat
unterschrieben. Der Unkrautvernichter ist laut der Internationalen
Agentur für Krebsforschung der WHO wahrscheinlich krebserregend.
„Solange eine Gefährdung von Millionen Europäerinnen und Europäern
nicht ausgeschlossen werden kann, muss sich endlich auch Minister
Andrä Rupprechter gegen eine Neuzulassung positionieren“, fordert
Theissing-Matei.

Offener Brief von Greenpeace an die Europäische Chemikalienagentur:
http://bit.ly/2lX1Y8p

Die Europäische Bürgerinitiative gegen Glyphosat kann hier
unterzeichnet werden:
https://landwirtschaft.greenpeace.at/glyphosat-eci/

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