• 28.02.2017, 08:53:21
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  • OTS0015

ÖKOBÜRO und WWF: Energieverbrauch senken statt verschwenden

Senkung des Energieverbrauchs ist günstige Alternative. Österreich könnte rund die Hälfte seines Energieverbrauchs bei gleichem Komfort und gleicher Wirtschaftsleistung einsparen.

Utl.: Senkung des Energieverbrauchs ist günstige Alternative.
Österreich könnte rund die Hälfte seines Energieverbrauchs bei
gleichem Komfort und gleicher Wirtschaftsleistung einsparen. =

Wien (OTS) - Der WWF und ÖKOBÜRO luden zu der Veranstaltung
„Energieverschwendung stoppen – das 600.000 TJ-Projekt“. Zum Auftakt
analysierte Felix Matthes, Forschungskoordinator für Energie- und
Klimapolitik bei Öko-Institut e.V. in Berlin, globale Trends in der
Dekarbonisierung. Matthes erinnerte noch einmal daran, weshalb die
Bekämpfung des Klimawandels so wichtig ist: „Die Schwelle von zwei
Grad Celsius globaler Erwärmung ist jene Schwelle, bei der die Zahl
der Menschen mit Trinkwasserproblemen von etwa 500 Millionen auf 3,5
Milliarden steigt. Eine solche Veränderung wird für diese Menschen
schreckliche Folgen haben, aber auch an uns nicht vorbeigehen. Da
geht es um Umschwünge, die existentiell sind. Wenn Sie sehen, wie
sich in Afrika manches entwickelt, dann wird uns das stark
betreffen.“

Klimaneutral heizen ist teurer als thermisch sanieren

In vielen Fällen ist Energie einsparen deutlich günstiger ist als
erneuerbare Energie bereitzustellen. Setzt man etwa darauf, Wohnungen
mit aus Ökostrom erzeugtem Gas klimaneutral zu beheizen anstatt sie
thermisch zu sanieren, würde das den Großhandelspreis für Gas
verfünffachen. Die zentralen Fragen jeder Dekarbonisierungsstrategie
lauten laut Matthes daher: „Wieviel Energieeffizienz ist möglich und
wirtschaftlich sinnvoll?“ und „Welchen Emissionsminderungsbeitrag
kann und soll stattdessen der Einsatz erneuerbarer Energien zu
welchen Kosten erbringen?“

Wird Österreich 2030 die Hälfte der benötigten Energie
verschwenden?

Karl Schellmann, Klima- und Energiesprecher des WWF, und Thomas
Steffl von scenario editor, präsentierten anschließend die Studie
„smart savings“, ein Szenario für Energieeinsparungen in Österreich.
Dabei zeigte sich, dass sich bis 2030 jährlich bei gleichbleibendem
Komfort und Wirtschaftsleistung 600.000 TJ – rund die Hälfte des
Energieverbrauchs – einsparen lassen. „Da geht es um relativ wenige,
große, aber sehr wirksame Maßnahmen“, so Schellmann, „und nicht darum
im Winter einen Pullover mehr anzuziehen.“ Gleichzeitig wirke die
Beseitigung der Energieverschwendung als ein Modernisierungs- und
Konjunkturpaket mit vielen positiven Effekten auf die Wirtschaft.

Größte Einsparungspotentiale im Verkehr

Die größten Einsparungspotentiale liegen demnach im Verkehrssektor.
Vor allem der Effizienzgewinn durch die Elektromobilität, die
Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene und ein attraktiverer
Personenbahnverkehr bringen bereits mehr als ein Drittel der
errechneten Gesamteinsparungen. Weitere 100.000 TJ kann man durch die
Steigerung der thermischen Sanierungsrate von Wohn-, Büro- und
Industriegebäuden gewinnen.
Bei konsequenter Umsetzung der rasch wirksam werdenden Maßnahmen
ließe sich theoretisch bereits 2020 beinahe ein Viertel der Energie
einsparen. Dafür notwendig sind jedoch politische Lenkungsmaßnahmen
wie eine aufkommensneutrale ökosoziale Steuerreform, die den
CO2-Ausstoß belastet aber gleichzeitig das Geld wieder über andere
Mechanismen den Menschen und Unternehmen zurückführt.

Links:

Präsentation Matthes, Öko-Institut e.V.:
http://www.oekobuero.at/images/doku/Trends_Energieverbrauch_EEffizien
z_Matthes.pdf

Präsentation WWF:
http://www.oekobuero.at/images/doku/Smart_Savings_WWF.pdf
Studie smart savings:
http://www.wwf.at/weniger-energie-verbrauchen/

ÖKOBÜRO ist die Allianz der Umweltbewegung. Dazu gehören 16
österreichische Umwelt-, Natur- und Tierschutz-Organisationen wie
GLOBAL 2000, Greenpeace, Naturschutzbund, VCÖ – Mobilität mit
Zukunft, VIER PFOTEN oder der WWF. ÖKOBÜRO arbeitet auf politischer
und juristischer Ebene für die Interessen der Umweltbewegung.

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