- 27.01.2017, 10:20:44
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Kalliauer: „Bekämpfung der Arbeitslosigkeit muss oberstes Ziel der Regierung werden!“
Linz (OTS) - Allein in Oberösterreich waren zum Jahreswechsel mehr
als 60.000 Menschen arbeitslos. „Jeder Betroffene ist einer zu
viel!“, stellt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fest. Bei der
AK-Tagung „Arbeitslosigkeit statt Arbeitslose bekämpfen“ forderte er
eine Arbeitsmarktoffensive, die durch mehr öffentliche Investitionen,
eine gerechtere Verteilung der Arbeit und eine Bildungsoffensive für
mehr Beschäftigung sorgt.
Am Donnerstag diskutierten bei der AK-Tagung „Arbeitslosigkeit statt
Arbeitslose bekämpfen“ in Linz namhafte Expertinnen und Experten von
WIFO, AMS, ÖGB und AK, wie sich die Arbeitslosigkeit am besten senken
lässt und welche AMS-Maßnahmen den betroffenen Menschen tatsächlich
helfen, einen Job zu finden.
„Hohe Arbeitslosenzahlen begleiten uns schon seit Jahren. Die
Bundesregierung muss die Bekämpfung dieses Problems jetzt zu ihrem
obersten Ziel machen!“, betont AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Er
fordert eine rasche Arbeitsmarktoffensive mit folgenden Maßnahmen:
mehr öffentliche Investitionen in den Bereichen Verkehr, Wohnbau,
Kinderbetreuung und Pflege, eine gerechtere Verteilung der Arbeit
durch den Abbau von Überstunden sowie eine Bildungsoffensive, die
Arbeitslose höher qualifiziert und ihnen mehr Chancen gibt. Diese
Maßnahmen können bis 2020 bundesweit rund 100.000 Jobs schaffen. „Für
Oberösterreich sind bis 2020 rund 10.000 neue Arbeitsplätze
realistisch“, sagt Kalliauer.
Beim AMS geht es um den wirksamsten Einsatz der knappen Mittel. „Die
Gruppe der arbeitslosen Menschen ist eine sehr heterogene. Man muss
daher genau prüfen, wer welche Unterstützung braucht“, so der
AK-Präsident. Eingliederungsbeihilfen, Kombilohn oder
Arbeitstraining und Arbeitserprobung sind in bestimmten Fällen
passende Instrumente, um arbeitslose Menschen wieder nachhaltig in
Beschäftigung zu bringen. Für einen flächendeckenden Einsatz nach dem
Gießkannenprinzip eignen sie sich jedoch nicht. In vielen Fällen
müssen zuerst individuelle Vermittlungshemmnisse bearbeitet werden
(etwa durch Qualifizierung oder Stabilisierung im Rahmen geförderter
Beschäftigung auf dem 2. Arbeitsmarkt).
Welche Erfolge das AMS erzielt, hängt nicht nur von den Instrumenten,
sondern auch vom „Arbeitsstil“, also vom Umgang mit den Kundinnen und
Kunden ab. Durch eine Studie des WIFO wurde deutlich, dass Druck und
Sanktionen nicht zu einem Mehr an Beschäftigung führen, sondern
vielmehr zu einem Rückzug aus dem Arbeitsmarkt. Besser fördern
AMS-Kurse, Beratung und Vermittlungsvorschläge die
Beschäftigungsaufnahme.
Deutlich wurde auch, dass es Ältere sowie gesundheitlich
beeinträchtigte und gering qualifizierte Menschen auf dem
Arbeitsmarkt besonders schwer haben. Hier muss durch ein effizientes
„Bonus-Malus-System“ und durch eine Beschäftigungsgarantie für Ältere
geholfen werden. Es gilt aber auch mehr in die Prävention und den
Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit zu investieren. Denn ist der
Arbeitsplatz erst einmal verloren, fällt eine Wiedereingliederung in
den Arbeitsmarkt umso schwerer.
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