• 25.01.2017, 12:22:08
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Die „Schasaugerten“ auf Facebook

Die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs zeigt sich über herabwürdigende Darstellung eines Audiokommentators bestürzt

Utl.: Die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs
zeigt sich über herabwürdigende Darstellung eines
Audiokommentators bestürzt =

Wien (OTS) - Dienstagabend wurden in „Willkommen Österreich“, der
beliebten Late -Night -Show des ORF, blinde und sehbehinderte
Menschen auf besonders üble Weise aufs Korn genommen. Die
Ankündigung, dass Facebook in Zukunft für Menschen mit Sehbehinderung
besser nutzbar sein soll, wurde durch die übertrieben grobe
Darstellung eines Audiokommentators verspottet.

Mag. Klaus Höckner, Vorstand der Hilfsgemeinschaft der Blinden und
Sehschwachen Österreichs, meint dazu: „Satire darf ja bekanntlich
alles, aber hier hat die für ihren Brachialhumor und die oft
grenzüberschreitende Satire bekannte und beliebte Sendung die Grenzen
überschritten. Ich möchte mich vor allem gegen diese besonders
unappetitliche und herabwürdigende Darstellung eines
Audiokommentators wenden. Blinde und sehbehinderte Menschen sind sehr
dankbar für dieses Angebot, dass der ORF als Vorreiter im
deutschsprachigen Fernsehen von Jahr zu Jahr erweitert, um blinden
und sehbehinderten Menschen barrierefreies Fernsehen zu ermöglichen.
Ob Sportereignisse wie gerade erst gestern der Nachtslalom in
Schladming oder die kommende Angelobung des Bundespräsidenten – erst
die fundierte und sachkundige Beschreibung der Bilder ermöglicht
blinden und sehbehinderten Menschen, diese Ereignisse uneingeschränkt
mit verfolgen zu können und ermöglichen somit die selbstbestimmte
Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Zudem wurden Audiokommentar
und alternative Beschreibungen miteinander verwechselt, somit fehlt
auch die fachliche Grundlage. Warum sehbeeinträchtigte Menschen in
den sozialen Medien nicht die volle Teilhabe erfahren sollten, wie
die Sendung impliziert, ist mir nicht einsichtig. Blinde und
sehbehinderte Menschen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen als
„schasaugert“ zu bezeichnen und „Loser“ statt „User“ sowie den
Audiokommentator als versoffenen, unappetitlichen Nerd darzustellen,
ist weder witzig noch in irgendeiner Weise hilfreich!“

Prof. Dr. Elmar Fürst, Vorstandsvorsitzender und selbst Betroffener
äußert sich ebenfalls kritisch:“ In Zeiten, wo sich alle um Inklusion
bemühen, ist so eine Geschmacklosigkeit bei allem Verständnis für
Satire und Humor abzulehnen. Audiokommentare sind ein sinnvolles
Angebot durch das blinden und sehbehinderten Menschen „Fernsehen“
überhaupt erst möglich gemacht wird. Gerade die Hilfsgemeinschaft der
Blinden und Sehschwachen Österreichs ist mit Projekten wie
football4all, theater4all und den vielfältigen Beratungsangeboten zur
Barrierefreiheit ständig darum bemüht, das Leben für blinde und
sehbehinderte Menschen zu erleichtern und auch entsprechendes
Bewusstsein zu schaffen. Als selbst Betroffener beleidigt mich eine
solche Niveaulosigkeit. Wir laden die Herren Satiriker gerne einmal
zu uns in die Hilfsgemeinschaft ein, damit sie sich selbst ein Bild
von der realen Lebenssituation blinder und sehbehinderter Menschen
machen können.“

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | HBS

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