- 17.01.2017, 09:39:09
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Treibhausgas-Bilanz 2015: Leichter Anstieg der Emissionen in Österreich
Wien (OTS) - Die Treibhausgas-Emissionen in Österreich sind von 2014
auf 2015 um 3,2 % gestiegen und liegen bei 78,9 Mio. Tonnen
CO2-Äquivalent, so die Treibhausgas-Bilanz des Umweltbundesamtes für
das Jahr 2015. Zurückzuführen ist der Anstieg von rd. 2,5 Mio. Tonnen
im Vergleich zu 2014 vor allem auf folgende Faktoren: Im Sektor
Energieaufbringung erfolgte witterungsbedingt eine Verschiebung der
inländischen Stromproduktion von Wasserkraft zu kalorischen
Kraftwerken. Im Verkehrssektor stieg der Absatz von fossilen
Treibstoffen (v. a. Diesel). Im Gebäudebereich sowie im Sektor
Industrie und Energie (außerhalb des Emissionshandels) kam es im
Vergleich zur sehr warmen Wintersaison 2014 witterungsbedingt zu
einem höheren Heizbedarf und dadurch zu einem Mehrverbrauch v.a. von
Erdgas und Heizöl.
„Positiv ist, dass die Emissionen seit 2013 unter den nationalen und
EU-rechtlich festgelegten Obergrenzen liegen, dennoch bereitet mir
der Anstieg der Emissionen Sorgen. Um die Klimaziele von Paris bis
2030 und einen langfristigen Ausstieg aus fossilen Energien zu
erreichen, brauchen wir zusätzliche Anstrengungen. Österreich wird
seinen Beitrag leisten und erarbeitet daher gerade eine integrierte
Energie- und Klimastrategie um die nötigen Weichen zu stellen“,
erklärt Bundesminister Andrä Rupprechter.
Für die Jahre 2013 bis 2020 gelten in Österreich Höchstmengen für die
Freisetzung von Treibhausgasen aus Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft,
Abfallwirtschaft und allen weiteren Quellen, die nicht im
Emissionshandel geregelt sind. Wie schon 2013 und 2014 wurde das
jeweilige nationale Ziel auch 2015 unterschritten: Der Zielwert liegt
bei 51,5 Mio. Tonnen, die tatsächlichen Emissionen dieser Sektoren
bei rd. 49,3 Mio. Tonnen und damit um rund 2,2 Mio. Tonnen unter dem
Ziel. Auch die für die einzelnen Sektoren für 2015 festgelegten Ziele
werden eingehalten oder unterschritten.
„Die aktuellen Zahlen des Umweltbundesamtes sind ein deutliches
Signal dafür, die Energiewende konsequent voranzutreiben. Erneuerbare
Energien, Energieeffizienz und neue Technologien sind dabei die
Erfolgsfaktoren. Die Zahlen zeigen auch, dass Wirtschaftswachstum und
Treibhausgas-Emissionen entkoppelt werden können. Wir müssen den Weg
der Dekarbonisierung fortsetzen. Um die mittel- und langfristigen,
verbindlichen Ziele zu erreichen, bedarf es weiterer, struktureller
Maßnahmen, vor allem in den Bereichen Mobilität und Gebäude“, betont
Jürgen Schneider, Klima-Experte im Umweltbundesamt.
Fluorierte Gase
Auch auf internationaler Ebene gibt es mit dem unter dem
Montreal-Protokoll beschlossenen Abkommen von Kigali (Oktober 2016)
ein weltweites Abkommen zur schrittweisen Verringerung der Emissionen
der klimawirksamen F-Gase, die als Ersatz für ozonschädigende
chlorierte Fluorcholenwasserstoffe eingesetzt werden. „Nach dem
Weltklimagipfel von Paris ist das Abkommen von Kigali ein weiterer
Meilenstein der internationalen Umweltpolitik, zu dessen
Zustandekommen Österreich und die EU wesentlich beigetragen haben“,
erklärt Jürgen Schneider.
Treibhausgas-Inventur 2015
Das Umweltbundesamt erstellt jährlich die nationale THG-Inventur und
liefert damit die offiziellen Zahlen für das Berichtswesen
Österreichs im Rahmen der Klimarahmenkonvention und an die
Europäische Union. Seit 2006 ist Österreichs führende
ExpertInnenorganisation für Umwelt als weltweit einzige Stelle für
die Erstellung der nationalen Emissionsinventur akkreditiert
(Qualitätsmanagement nach ÖVE/ÖNORM EN ISO/IEC 17020).
Weitere Informationen: www.umweltbundesamt.at/news_170117
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