- 08.01.2017, 10:00:16
- /
- OTS0006
Während der Grippewelle krank zur Arbeit: AK-Präsident Kalliauer fordert Kündigungsschutz im Krankenstand
Linz (OTS) - Husten, Schnupfen, Fieber: Tausende Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer hat in den letzten Tage die aktuelle Grippewelle
erfasst. „Leider gehen viele von ihnen aus Verantwortungsbewusstsein
oder Angst vor dem Jobverlust zur Arbeit, obwohl sie sich besser
auskurieren sollten“, erklärt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Die
Arbeiterkammer Oberösterreich fordert daher unter anderem einen
Kündigungsschutz im Krankenstand und eine Personalplanung, die die
Beschäftigten entlastet.
Jede/-r dritte Beschäftigte geht krank zur Arbeit. Das zeigt der
Arbeitsgesundheitsmonitor der AK Oberösterreich. Und das oft mit
schwerwiegenden Folgen: Neben der drohenden Verschlimmerung einer
Krankheit, weil man auf die Erholung und Genesung verzichtet, und der
Ansteckungsgefahr für die Kollegen/-innen, steigt das Unfall- und
Fehlerrisiko und sinkt die Produktivität.
Aus den Daten des Arbeitsgesundheitsmonitors gehen die Gründe hervor,
krank zur Arbeit zu gehen, diese sind aber je nach Branche sehr
unterschiedlich: Im Gesundheits- und Sozialbereich und im
Unterrichtswesen sagen über 70 Prozent, sie wollen die
Kollegen/-innen nicht im Stich lassen. Am Bau, im Fremdenverkehr
sowie im Nahrungs- und Genussmittelbereich gehen Kranke zur Arbeit,
weil es keine Vertretung gibt und niemand sonst die Arbeit erledigen
kann. Bei den Beschäftigten von Banken und Versicherungen gaben fast
60 Prozent an, dass die Arbeit liegen bleibt, wenn sie krank zuhause
bleiben, und damit der Stress nach dem Krankenstand nur umso höher
sein würde. In der Leasing- und Nahrungs- und Genussmittelbranche
haben mehr als 20 Prozent Angst vor Konsequenzen, wie etwa Jobverlust
und gehen deswegen auch krank zur Arbeit.
Über alle Branchen hinweg ist hoher Zeitdruck eine der Hauptursachen,
dass Beschäftigte krank in die Arbeit gehen. Etwa die Hälfte jener,
die durch Zeitdruck oder seelisch aufreibende Arbeit belastet sind,
geht krank zur Arbeit. Bei jenen, die sich nicht durch Zeitdruck oder
seelisch aufreibende Arbeit belastet fühlen, sind es „nur“ rund 30
Prozent.
In vielen Fällen hat das schlimme Folgen: 47 Prozent derer, die nicht
das Bett gehütet haben, klagen darüber, dass sie sich müde und
abgeschlagen fühlen. Fast ebenso viele glauben, dass sie deswegen
länger krank waren. Mehr als ein Drittel meint, bei der Arbeit
unkonzentriert zu sein. „Es wäre also der falsche Weg der Unternehmen
und ihrer Interessenvertretungen, Druck auf kranke Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter auszuüben. Vielmehr ist es notwendig, dass die
Arbeitgeber ihre Fürsorgepflicht wahrnehmen und ernst nehmen. Das
fördert die Gesundheit der Beschäftigten und nutzt auch dem Betrieb
selbst, weil er auf gesunde, aufmerksame und konzentrierte
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählen kann“, sagt Kalliauer.
Der AK-Präsident fordert einen Kündigungsschutz im Krankenstand. „Die
Beschäftigten hätten dann weniger Angst, wegen Krankheit den Job zu
verlieren. Betriebe wiederum wären gezwungen, krankmachende
Arbeitsbedingungen abzustellen und etwa mehr Zeitpuffer bei Aufträgen
oder Personalressourcen für Urlaubs- und Krankenstandsvertretungen
einzuplanen“, erklärt Kalliauer.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKO






