• 13.12.2016, 08:44:13
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Flussbauliches Gesamtprojekt zurückgezogen - Chance für gelungenen Donau-Neustart

"Hainburger Erklärung" regional gut auf Kurs Hainburger Aukämpfer sind erleichtert

Utl.: "Hainburger Erklärung" regional gut auf Kurs
Hainburger Aukämpfer sind erleichtert =

Wien (OTS) - "Das Flussbauliche Gesamtprojekt an der Donau östlich
von Wien ist nun endlich Geschichte, viel versprechende Entwicklungen
beim Flussmanagement bahnen sich an, einige unserer langjährigen
Forderungen wurden hier bereits erfüllt", so kommentieren Gerhard
Heilingbrunner (Ehrenpräsident Umweltdachverband) und Wolfgang Rehm
(Umweltorganisation VIRUS) den Umsetzungsstand der "Hainburger
Erklärung“ aus 2014 auf lokaler Ebene.

Mit dieser "Hainburger Erklärung" hatten 30 Jahre nach den
zeithistorischen Auseinandersetzungen die Unterzeichner Dr. Gerhard
Heilingbrunner, Doris Holler-Bruckner, Prof. Bernd Lötsch, Freda
Meissner-Blau, Wolfgang Rehm, Günter Schobesberger, allesamt
Exponenten der Hainburg-Bewegung, einen Forderungskatalog
vorgestellt, der viele Umsetzungsschritte zur Erreichung umwelt- und
demokratiepolitischer Ziele bis 2020 umfasst.
Für die heiß umstrittene frei fließende Donau zwischen Wien und
Bratislava und ihre Auen, ziehen Heilingbrunner und Rehm nun eine
erste positive Zwischenbilanz.
10 Jahre nach Einreichung des "Flussbaulichen Gesamtprojekts Donau
östlich von Wien" (FGP) zur Umweltverträglichkeitsprüfung hat die via
donau ihr Großprojekt heuer zurückgezogen. "Das fehlgeplante Projekt
war bereits seit 2011 klinisch tot und wurde künstlich am Leben
erhalten, geriet aber dadurch zum rechtlichen Hindernis für
zukunftsfähige Maßnahmen." so Jurist Heilingbrunner. "Es war höchste
Zeit, diesen Ballast abzuwerfen, nachdem die zur Granulometrischen
Sohlverbesserung hochstilisierte Grobschottermethode klar nicht das
gehalten hat, wovon die Beteiligten unbegründet aber felsenfest
überzeugt waren " ergänzt Donau-Experte Rehm.

Rehm und Heilingbrunner Fordern neuen Rahmenplan für Donau:

"Mit dem Rückzug des FGP ist eine wesentliche Hauptforderung der
Hainburg-Kämpfer erfüllt. Dieses fehlgeplante Mega-Projekt war von
Vorschusslorbeeren und großspurigen Ankündigungen begleitet. Die
Schiffe müssen an die Donau angepaßt werden und nicht umgekehrt.
Sonst kommt das dem Steuerzahler verdammt teuer, wie der Naturversuch
mit enttäuschendem Ergebnis gezeigt hat. Wir wollen den neuen
Verkehrsminister Leichtfried beim Wort nehmen, anstelle von
Stillstand müssen nun bessere Konzepte zum Einsatz kommen," so
Heilingbrunner und Rehm unisono. Planungsgrundsätze für einen neuen
Rahmenplan für die Donaustromlandschaft zwischen Wien und Bratislava,
in dessen Gesamtkontext kleinere, handhabbarere Projekte eingebunden
werden sollen haben die Umweltorganisationen schon 2011 vorgestellt.
Merkbare Fortschritte seien bereits bei der Baggerpolitik der via
donau zu verzeichnen. Dass das Baggergut nun so weit wie möglich
flussaufwärts verschifft wird, bevor es dem Fluss wieder zugegeben
wird, sei ein wichtiger Teil jener rasch wirksamen Sofortmaßnahmen,
für die sich die Kritiker der langwierigen "Granulometrie" schon seit
Jahren ausgesprochen haben. Ökologischere Vorgangsweise bei der
Wasserstraßenerhaltung ermögliche der Schifffahrt eine bessere
Ausnutzung des Wasserwegs ohne die zusätzlichen Regulierungsmaßnahmen
des gescheiterten FGP und reduziere die für den Fluss schädlichen
Baggereingriffe. Auch das Problem dass der Verbund seiner
Verpflichtung das Niveau der Stromsohle 11 km unterhalb der Staustufe
Freudenau zu erhalten unvollkommen nachkomme, sei nunmehr erkannt
worden und damit auf dem Weg zu einer Lösung.

"Trotz dieser ersten Lichtblicke bleibt aber noch viel zu tun. Dazu
zählen Rückbaumaßnahmen, weitere Geschiebezugaben als Teil
intelligenter Konzepte zur Wiederanhebung der eingetieften Stromsohle
und Lösungsansätze gegen die verstärkte Verschlammung der Au durch
Feinsedimente aus Kraftwerksstauräumen," so Heilingbrunner und Rehm
abschließend.

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