ÖGB-Achitz: Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt, aber an Trendwende muss weiter gearbeitet werden

Ab 2017 endlich mehr AMS-Personal, Wiederbelebung der Fachkräftestipendien. Was fehlt: Arbeitszeitverkürzung

Wien (OTS/ÖGB) - „968 Menschen weniger auf Jobsuche als noch vor einem Jahr – das ist eine gute Nachricht, aber bei weitem noch keine Trendumkehr“, sagt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB:
„Kurzfristig können wir nun hoffen, dass das Arbeitsmarktpaket der Bundesregierung mit der personellen AMS-Aufstockung wirkt. Langfristig werden wir aber über verstärkte öffentliche Investitionen und eine Arbeitszeitverkürzung nicht herumkommen, wenn wir Österreich wieder in Richtung Vollbeschäftigung bewegen wollen.“++++

Ganz wichtig ist, dass die Bundesregierung auf anhaltenden Druck von ÖGB und AK die Mittel für zusätzliche 400 Beschäftigte beim Arbeitsmarktservice (AMS) freigegeben hat. „Auch die zusätzlichen Qualifizierungsmaßnahmen sind wichtig, vor allem die Wiederbelebung der Fachkräftestipendien. Menschen, die in ihrem Beruf keine Zukunft mehr sehen und eine Ausbildung in einem auf dem Arbeitsmarkt sehr nachgefragten Beruf machen, können mit rund 800 Euro monatlicher Förderung rechnen.“

Wochenarbeitszeit nur in Großbritannien noch länger als in Österreich

„Wenn wir Österreich wieder auf den Weg in Richtung Vollbeschäftigung bringen wollen, müssen wir uns endlich Gedanken über eine Arbeitszeitverkürzung machen. Die vorhandene Arbeit muss gerechter verteilt werden“, fordert Achitz. Während einerseits die Arbeitslosigkeit Rekordausmaße erreicht, müssen sich andererseits Menschen mit überlangen Arbeitszeiten krankarbeiten. Laut der aktuellen Ausgabe des FORBA-Trendreport liegt die durchschnittlich geleistete Wochenarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten in Österreich mit 41,5 Stunden an der Spitze, nur noch übertroffen von Großbritannien. Achitz: „Die Arbeitszeit lässt sich auf viele Arten verkürzen: weniger Überstunden, niedrigere Wochenarbeitszeit oder längere Freizeitblöcke. Bei letzteren ist die Politik leider säumig, die im Regierungsprogramm vorgesehene leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche ist noch immer nicht umgesetzt.“

SERVICE: Trendreport Arbeitszeit online lesen

Wie lässt sich Arbeitszeit am besten verkürzen, wie kann man Überstunden beschränken? Der „Trendreport Arbeit, Bildung, Soziales“ hat sich in seiner aktuellen Ausgabe beispielhafte Möglichkeiten aus verschiedenen Ländern angeschaut:
http://forba.at/de/publications/trendreport

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