ORF zu neuerlichen Anwürfen des VÖP

Wien (OTS) - Es ist nicht verwunderlich, dass ein Lobbyingverband der deutschen Privatsender in Österreich – fünf von sechs VÖP-Mitgliedern im TV-Bereich gehören deutschen bzw. internationalen Medienkonzernen an, vier davon der ProSiebenSat.1-Gruppe – den ORF marginalisieren will und alles unternimmt, um die rund 570 Millionen Euro Werbeerträge, die jedes Jahr aus Österreich via Werbefenster zu den deutschen Mutterkonzernen fließen, abzusichern und auszubauen.
Rund 60 Prozent des heimischen TV-Zuseher- und -Werbemarktes werden von deutschen und internationalen Medienkonzernen dominiert, was bei österreichischen Privatsendern und der Medienpolitik gleichermaßen wie im ORF die Alarmglocken schrillen lassen sollte.

Die Zuständigkeit für die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich und seine Kontrolle liegt beim ORF-Stiftungsrat und der unabhängigen Medienbehörde KommAustria und nicht beim VÖP. Ferndiagnosen zu den ORF-Finanzen von unzuständigen und selbsternannten Experten wie dem ehemaligen Roaming-Lobbyisten Alexander Zuser auf Basis mangelhafter Unterlagen entbehren jeglicher faktischer Grundlage und sind als das zu werten, was sie sind: ein Lobbying-Papier der größten TV-Konzerne Europas, um die Kolonialisierung des österreichischen Medienmarktes weiter voranzutreiben.
Der ORF hat nie behauptet, dass es eine „Finanzierungslücke“ gebe. Was allenfalls von den zuständigen Instanzen zu prüfen ist, ist eine gesetzlich im 5-Jahres-Rhythmus vorgesehene teilweise Valorisierung, also Inflationsabgeltung, der Programmentgelte.
Der ORF setzt selbstverständlich kein Gebührengeld für den Erwerb ausländischer Produktionen – ob Fiction oder Sport – ein, sondern finanziert diese über kommerzielle Erlöse. Die Gebührenmittel verwendet der ORF ausschließlich entsprechend seines Auftrags für österreichische Information und Kultur, heimischen Sport, österreichische Unterhaltung und seine Regionalprogramme, was der VÖP ja implizit bestätigt.

Die Marktanteile und Reichweiten zeigen, dass die ORF-Angebote die beliebtesten Programme des heimischen Publikums sind. 98 Prozent des Publikums nutzen jede Woche ORF-Angebote. Im Fernsehen erreicht der ORF täglich 3,6 Millionen Österreicherinnen und Österreicher, im Radio 4,7 Millionen und eine Million nutzt den ORF täglich online.

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