• 07.11.2016, 11:47:48
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  • OTS0102

Walser zum FPÖ-Antisemitismus: „Hofer hat Erklärungsbedarf“

FPÖ-Symposium ist unglaubwürdige Alibi-Aktion

Utl.: FPÖ-Symposium ist unglaubwürdige Alibi-Aktion =

Wien (OTS) - „Die plötzlichen Reinwaschungsversuche der tief
antisemitisch geprägten FPÖ sind peinlich und unglaubwürdig“, stellt
der Grüne Nationalratsabgeordnete Harald Walser in Reaktion auf das
heute, Montagabend, stattfindende FPÖ-Symposium zum Antisemitismus
fest: „Der Titel der FPÖ-Veranstaltung ‚Haben wir aus der Geschichte
gelernt?‘ kann eindeutig mit ‚Nein‘ beantwortet werden. Denn wieder
werden auf der Facebook-Seite von Norbert Hofer in eindeutiger
Absicht und mit Duldung des Präsidentschaftskandidaten antisemitische
Inhalte gepostet, indem etwa mit Hinweis auf Heinz Fischers Teilnahme
an Bilderberger-Treffen Fischers Frau als ‚Jewisch’ bezeichnet wird
und zudem auf eine klar antisemitische Website verlinkt wird.“

Walser bezieht sich damit auf einen Link auf das „National Journal“,
das etwa vom Deutschen Verfassungsschutz nicht nur als rechtsextrem,
sondern auch eindeutig als „neonazistisch“ klassifiziert wird. So
wird dort etwa „vor dem globalistischen Sendungsbewußtsein jüdischer
Machtzentren“ gewarnt, „Dr. Goebbels“ gelobt und Putins angeblicher
Kampf gegen das „Weltführungs-Judentum“ beschworen. Das sei
gefährlich, steht dort geschrieben und folgendermaßen begründet:
„Welches Risiko Putin mit dieser kühnen Widerstandspolitik eingeht,
läßt sich erahnen, wenn man sich das Schicksal der
Nationalsozialisten vor Augen führt.“

All das stört Norbert Hofer offenbar nicht, konstatiert Walser - im
Gegenteil: Er lässt die antisemitische Hasstirade stehen und betont
nur wenig später in einem Kommentar im selben Thread, er selbst werde
nicht am „Bilderberger-Treffen“ teilnehmen. Walser: „Wie gehen
Strache, Hofer & Kameraden mit den vielen antisemitisch durchsetzten
Burschenschaften um, in denen FPÖ-Nationalratsabgeordnete und weitere
freiheitliche Politiker zuhauf Mitglieder sind?“ Zudem fragt sich
Walser: „Wird auf das Wirken des antisemitischen FPÖ-Parteiobmanns
Anton Reinthaller und anderer Parteigründer eingegangen? Werden die
aktuellen antisemitischen Aktivitäten thematisiert? Wenn nein, ist
dieses ‚Symposium’ eine unglaubwürdige Alibi-Aktion.“

Abschließend mahnt der Grüne Abgeordnete: „Wenn sich die FPÖ
ernsthaft mit dem Antisemitismus in den eigenen Reihen
auseinandersetzen möchte, wird eine Abendveranstaltung nicht
ausreichen. Da braucht es eine Kommission anerkannter unabhängiger
Historikerinnen und Historiker zur Aufarbeitung der eigenen
Vergangenheit und vor allem Schulungseinheiten für alle Mitglieder
von Strache und Hofer abwärts, damit Postings wie das oben zitierte
nicht mehr vorkommen.“

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