- 20.09.2016, 10:04:26
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ÖGB-Achitz: Armutsbekämpfung ist die beste Krankheitsprävention
Der richtige Platz für Gesundheitsvorsorge: Kindergarten, Schule und Betrieb
Utl.: Der richtige Platz für Gesundheitsvorsorge: Kindergarten,
Schule und Betrieb =
Wien (OTS) - „Der Zusammenhang zwischen geringer Bildung und
Arbeitslosigkeit mit schlechterem Gesundheitszustand kommt alles
andere als überraschend“, sagt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär
des ÖGB, zu den heute präsentierten Ergebnissen der Statistik
Austria. Demnach stehen ein geringer Bildungsstand und
Arbeitslosigkeit häufig mit gesundheitlichen Risikofaktoren wie
Rauchen und starkes Übergewicht oder einer schlechteren Einschätzung
der eigenen Gesundheit in Zusammenhang. „Prävention und Aufklärung
muss dort ansetzen, wo man die Menschen erwischt: In den
Kindergärten, Schulen und in den Betrieben“, fordert Achitz.++++
Schon in den Kindergärten und Schulen muss man Bewusstsein für ein
gesünderes Leben schaffen – und später am Arbeitsplatz. Achitz: "Dort
kommt man an sehr viele Menschen heran, besonders auch an diejenigen,
an denen sonstige Informations- und Aufklärungsarbeit vorbeigeht.
Hier muss investiert werden, nicht in Kampagnen, die vor allem
diejenigen erreichen, die sich ohnehin für eine gesunde Lebensführung
interessieren, meist die höher Gebildeten."
Auch Unternehmen haben Verantwortung
"Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers muss viel weiter gehen als
bisher. Nur so können teure chronische Krankheiten verhindert werden.
Betriebliche Gesundheitsförderung muss zur Pflicht werden, statt wie
derzeit nur freiwillige Leistung“, fordert Achitz. Zusätzlich zu
einem umfassenden Präventions- und Gesundheitsförderungsgesetz sollen
Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung auch über Betriebs-
bzw. Dienstvereinbarung erzwingbar durchgesetzt werden können.
Armutsbekämpfung ist die beste Krankheitsprävention
Gefragt ist aber nicht nur die Gesundheitspolitik. Die gesamte
Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Sozial- und Bildungspolitik hat
entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit: Arme haben schlechtere
Jobs, die gesundheitlich belastender sind. Sie müssen größere Angst
haben, ihre Arbeitsplätze zu verlieren – eine psychische Belastung,
die krank macht. Sie müssen in schlechteren Wohnungen leben. Sie
können sich nicht gesund ernähren, weil sie sich das ganz einfach
nicht leisten können. Achitz: "Daher besteht Gesundheitspolitik nicht
nur aus Spitäler bauen. Sozialpolitik ist immer auch
Gesundheitspolitik, denn Armutsbekämpfung ist die beste
Krankheitsprävention."
Turnstunden für die Berufsschulen
Lehrlingen wird viel zu wenig die Möglichkeit geboten, Sport zu
betreiben und damit ein gesünderes Leben zu führen. "Es ist nicht
einzusehen, dass es ausgerechnet an den Berufsschulen keine
'Turnstunden' gibt. Sportunterricht muss in den Fächerkanon an
Berufsschulen integriert werden", fordert Achitz.
Bildungspolitik ist die beste Gesundheitsvorsorge
Bildung ist neben anderen sozialen Selektionskriterien der
wesentliche Faktor für künftige Berufs- und Einkommenschancen. Je
schlechter die Bildung, desto höher ist das Risiko, später einmal
arbeitslos zu werden, und auch länger arbeitslos zu bleiben. Deshalb
ist Bildung die beste Arbeitsmarktpolitik, und richtige
Arbeitsmarktpolitik ist die beste Armutsvermeidungspolitik. "Wir
müssen daher die Bildungschancen aller Kinder und Jugendlichen
verbessern – bei der Grundbildung, aber auch bei der Berufsbildung
und bei der Höherbildung. Hier ist die Politik gefordert", sagt
Achitz.
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