- 16.09.2016, 11:53:11
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ÖGB-Anderl: Wirtschaft muss Frauen endlich korrekt entlohnen
1.700 Euro Mindestlohn, Ausbau von Kinderbildungseinrichtungen und mehr Vollzeitarbeitsplätze
Utl.: 1.700 Euro Mindestlohn, Ausbau von Kinderbildungseinrichtungen
und mehr Vollzeitarbeitsplätze =
Wien (OTS) - „Der diesjährige Equal Pay Day zeigt, dass wir trotz
zahlreicher, wichtiger Maßnahmen auf der Stelle treten und nicht
weiterkommen. Es ist ein Skandal, dass Frauen für die gleiche Arbeit
nach wie vor rund ein Viertel weniger als Männer bezahlt bekommen“,
ist Renate Anderl, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende, empört.
„Wir fordern die Wirtschaft auf, Frauen endlich fair und korrekt zu
entlohnen und Vollzeitarbeitsplätze zu schaffen, von denen sie auch
leben können: unabhängig und selbstbestimmt.“
Verärgert ist Anderl auch darüber, dass Frauen noch immer keine
Wahlfreiheit haben, wie der aktuelle AK Arbeitsklima Index zeigt.
„Echte Wahlfreiheit für Frauen bedeutet, dass es genügend
Betreuungsplätze sowohl für Kinder als auch für pflegende Angehörige
gibt, damit niemand aus dem Berufsleben oder in die Teilzeit gedrängt
wird“, betont sie. Aus ÖGB-Sicht braucht es vor allem
Kinderbildungseinrichtungen, mit Öffnungszeiten, die eine
Vollzeitbeschäftigung in der Stadt sowie am Land ermöglichen und
einen Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern. „Weiters brauchen
wir dringend ein Umdenken in der Gesellschaft und müssen uns von der
klischeehaften Vorstellung ‚Der Mann ist der Ernährer. Die Frau ist
für Kinder und Haushalt verantwortlich‘ verabschieden. Einerseits ist
diese traditionelle Rollenaufteilung im 21. Jahrhundert fehl am
Platz, und zweitens haben wir eine Vorbildfunktion: Wenn wir wollen,
dass Mädchen und Buben einen gleichberechtigten Start in ihr Leben
gewährleistet wird, müssen wir Mädchen bereits in jungen Jahren
vermitteln, selbstbewusst zu fordern, was ihnen zusteht“, sagt Anderl
abschließend.
Die ÖGB-Frauen fordern:
• Mindesteinkommen von 1.700 Euro brutto bei Vollzeitbeschäftigung
• Mehr Vollzeitarbeitsplätze
• Ausbau der Kinderbildungseinrichtungen, mit familienfreundlichen
Öffnungszeiten
• Verpflichtende Frauenförderung in großen Betrieben
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