- 16.09.2016, 08:00:01
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ÖGfE-Schmidt: ÖsterreicherInnen sehen sich als Freihandelsskeptiker
73 Prozent gegen CETA - 78 Prozent fühlen sich schlecht informiert - 51 Prozent sehen sich generell als Freihandelsgegner - Umfrage
Utl.: 73 Prozent gegen CETA - 78 Prozent fühlen sich schlecht
informiert - 51 Prozent sehen sich generell als
Freihandelsgegner - Umfrage =
Wien (OTS) - „Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und
Kanada – kurz CETA – schlägt hohe Wellen. Der Text ist zwar fertig
ausverhandelt, dass aber CETA in der aktuellen Form tatsächlich in
Kraft tritt, ist nicht gesichert. Unter den Österreicherinnen und
Österreichern trifft die geplante Vereinbarung jedenfalls auf wenig
Gegenliebe“, kommentiert Paul Schmidt, Generalsekretär der
Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), das Ergebnis
einer aktuellen österreichweiten ÖGfE-Umfrage.
73 Prozent der befragten ÖsterreicherInnen lehnen das
Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada ab, 11 Prozent stehen
ihm positiv gegenüber. 16 Prozent können oder wollen zu dieser Frage
nicht Stellung beziehen.
78 Prozent der Befragten fühlen sich „eher schlecht“ über die Inhalte
von CETA informiert, 17 Prozent „eher gut“ (5 Prozent „weiß
nicht/Keine Angabe).
Die aktuelle Diskussion über mögliche Vor- und Nachteile des
Freihandelsabkommens stößt bei den ÖsterreicherInnen auf geteiltes
Interesse: 51 Prozent zeigen sich daran „stark interessiert“, fast
ebenso viele (45 Prozent) sind eher „weniger interessiert“ (4 Prozent
„weiß nicht/Keine Angabe).
„TTIP und CETA geistern seit Monaten durch die öffentliche Debatte
und Österreich zählt europaweit zu einem der größten Skeptiker der
beiden Abkommen", sagt Schmidt. "Durch die stark polarisierte Debatte
und unzureichende Information über den konkreten Mehrwert von CETA
ist mittlerweile aber auch der Begriff des Freihandels an sich
negativ besetzt“.
Fragt man die ÖsterreicherInnen nach ihrer generellen Einstellung zum
Freihandel, so zeigt sich, dass auch hier die Skepsis überwiegt. 51
Prozent bezeichnen sich „eher als Gegner“, 31 Prozent „eher als
Befürworter“. Ein hoher Prozentsatz (20 Prozent) beantwortete diese
Frage mit „weiß nicht“ oder gab keine Angabe.
„Freier Handel, nach fairen und transparenten Regeln gestaltet, liegt
im ureigensten österreichischen Interesse. Wir sind als kleine,
offene Volkswirtschaft schließlich in hohem Maß vom Export abhängig.
Die Ablehnung von CETA spiegelt jedoch den derzeitigen
Vertrauensverlust in die Politik insgesamt wider. Ein - frühzeitiger
- offener Austausch von Argumenten und gesicherten Fakten sowie die
stärkere Einbeziehung der Zivilgesellschaft wäre hilfreich gewesen“,
schließt Schmidt.
Download Grafiken: http://bit.ly/2cp6dRe
Die aktuelle Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen
Studiengesellschaft vom 7. bis 13. September 2016 im Auftrag der ÖGfE
durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 508 Personen per Telefon
(repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16
Jahre/Gewichtung nach Geschlecht, Alter und Bildung). Maximale
Schwankungsbreite ca. +/- 4,5 Prozent. Differenz auf 100 Prozent
aufgrund gerundeter Werte.
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