• 10.08.2016, 11:40:30
  • /
  • OTS0058 OTW0058

Ferienhalbzeit: Langsam wieder an die Schule denken, aber bitte ohne Stress.

Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit und Bundesverband Österreichische PsychologInnen (BÖP) empfehlen spielerische Integration der Lerninhalte in den Ferienalltag.

Utl.: Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit und
Bundesverband Österreichische PsychologInnen (BÖP) empfehlen
spielerische Integration der Lerninhalte in den Ferienalltag. =

Wien (OTS) - Die Halbzeit der Sommerferien ist um. Für viele Familien
Anlass, wieder an die Schule zu denken und ihre Kinder auf den
Einstieg im Herbst vorzubereiten. Das macht durchaus Sinn, wie Prof.
(FH) PD Mag. Dr.in Petra Wagner, Psychologin und Professorin an der
Fakultät Gesundheit und Soziales an der FH Linz, weiß. „Je länger
sich die Kinder mit Lerninhalten nicht befassen, desto mehr werden
die bereits erworbenen Inhalte wieder vergessen und müssen zu Beginn
des Schuljahres wieder neu erlernt werden – ich denke hier
insbesondere an den Volksschulbereich, wo es um den Erwerb der
Kulturtechniken, d.h. Lesen, Schreiben und Rechnen geht“ so Wagner.

Die Psychologin Dr.in Luise Holler vom Kompetenzzentrum Übergang
Kindergarten-Schule an der KPH Graz ergänzt:„Der Erwerb der
Kulturtechniken erfordert Wiederholung. Die Lernpsychologie gibt
Hinweis, dass sich das erworbene Wissen innerhalb von einem Monat auf
ein Viertel reduziert!“ Dieses Problem verstärkt sich natürlich bei
lernschwachen Kindern. Für die ist regelmäßiges Wiederholen ganz
besonders wichtig.

Laut ExpertInnen gilt es zwischen dem Lernen der SchulanfängerInnen
und dem Lernen auf Sekundarniveau zu unterscheiden: Je jünger
Schulkinder sind, umso wesentlicher ist es, die Kulturtechniken, die
in der Grundschule erworben werden, zu nutzen, um sie aufrecht zu
erhalten. „Das Wiederholen der Lerninhalte gelingt am besten ohne
Druck, wenn das Kind die erlernten Techniken spielerisch im Alltag
anwendet“, schließt sich Prim. Dr. Klaus Vavrik, Kinderarzt und
Kinderpsychiater und Präsident der Österreichischen Kinderliga, den
Empfehlungen des BÖP an. Die Tipps der ExpertInnen lauten: z.B.
Einkaufslisten lesen, Urlaubslisten schreiben, Umgang mit Zahlen im
Alltag nützen wie zB. das 1x1 beim Autofahren wiederholen,
ausrechnen, was der Einkauf kosten wird; schätzen, wie viele Meter
man schwimmen kann; wie viel Zeit es braucht, bis man auf der Alm
angekommen ist.

Der Alltag und vor allem die gemeinsame Urlaubszeit bieten viele
Chancen, spielerisch und freudvoll mit den Kindern zu üben und die
Lerninhalte aufzufrischen. „Neben dem spielerischen Vorbereiten auf
den Wiedereinstieg ins neue Schuljahr, sollte den Kindern jedoch auch
genügend Zeit bleiben, die Natur zu erkunden, mit Familie und
Freunden Zeit zu verbringen oder einfach nur Langeweile zu haben.
Gerade aus unorganisierter Freizeit, die nicht komplett durchgeplant
ist, und der eigenen Fantasie entstehen die kreativsten Ideen“,
empfiehlt Vavrik. Bei älteren Schülerinnen und Schülern bietet der
Urlaub Möglichkeit, an deren Interessen anzuschließen – sei es im
Familienurlaub, beim Austausch mit Freundinnen und Freunden oder in
Kursen.

Ganz generell empfehlen die Österreichische Kinderliga und der
Bundesverband Österreichische PsychologInnen aus
pädagogisch-psychologischer Sicht: Optimal ist eine Lernsituation, in
denen die Kinder und Jugendlichen über das gesamte Schuljahr hinweg
in einer stressfreien Atmosphäre sich mit ihren Lerninhalten befassen
können und dies in einem Rhythmus von gezielten Lern- und
Erholungsphasen, die bereits stärker auch innerhalb des Schuljahres
gewährleistet sind.

„Schule sollte nicht nur als reiner Ort der Wissensvermittlung,
sondern auch als Ort der sozialen Begegnung gesehen werden“, sind
sich die ExpertInnen einig.

www.kinderliga.at
www.boep.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OLK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel