- 11.07.2016, 11:37:29
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ANSCHOBER: Britisches Atomprojekt Hinkley Point C wird zum Milliardendesaster
Gesamtkosten von 43 Milliarden Euro für die gesamte Betriebszeit
Utl.: Gesamtkosten von 43 Milliarden Euro für die gesamte
Betriebszeit =
Linz (OTS) - Noch vor dem Brexit entwickelten sich die Gesamtkosten
des britischen AKW-Projektes Hinkley Point dramatisch: Laut aktueller
Schätzung der britischen Regierung belaufen sich die gesamten
Laufzeitkosten auf mittlerweile 43 Milliarden Euro, das wären mehr
als doppelt so hohe Kosten wie aus einer Hochrechnung noch vor einem
Jahr hervorging. Diese Laufzeitkosten beinhalten noch nicht die
Baukosten, sondern stellen die Gesamtausgaben für den Betrieb von
Hinkley Point C in der gesamten Laufzeit dar. Diese ergeben sich aus
der Differenz des mit dem Betreiber EdF vereinbarten Abnahmepreises
für den Strom und dem prognostizierten Strommarktpreis. Mit dem
Absinken des Pfund in den vergangenen beiden Wochen und der
wachsenden wirtschaftlichen Instabilität in Großbritannien durch die
verheerenden Folgen des Brexit steigt die Verunsicherung auch bei den
potentiellen Investoren weiter an.
Durch das weitere Absinken des Strom-Großhandelspreises steigen die
Gesamtkosten des Atomprojekts. Je geringer die Erträge am Markt für
die in Hinkley Point C produzierte Energie, desto größer ist die
Differenz zum garantierten Abnahmepreis von 92,50 Pfund plus
Inflationsausgleich pro Megawattstunde und desto höher sind die
Gesamtkosten für die öffentliche Hand, die diese Differenz durch den
„contract for difference“ übernehmen will. Zwar beteuern die
Betreiber des Projektes, dass diese Kosten nicht zu Lasten der
Stromkund/innen erfolgen, aber wer sonst wird die gigantischen Kosten
wohl bezahlen müssen, wenn nicht Stromkund/in oder Steuerzahler/in?
Bis heute sind die Investitionsverträge nicht unterzeichnet, die
Investoren werden immer nervöser, auch bei EdF zweifeln immer mehr
Entscheidungsträger angesichts der Erfahrungen mit enormen
Bauverzögerungen und Kostenerhöhungen beim französischen AKW-Projekt
Flamanville sowie wegen der unsicheren Lage in Großbritannien nach
dem Brexit an dem Projekt und treten für einen Abbruch ein. Zudem
entscheidet der EuGH in den nächsten Monaten über die
Nichtigkeitsklage Österreichs, die die Zulässigkeit hoher
Subventionen für Atomstrom als Widerspruch zum Wettbewerbsrecht
anficht.
Anschober: „Die neuen Schätzungen der Gesamtkosten zeigen neuerlich
und besonders dramatisch auf, dass die Stromerzeugung durch
Erneuerbare Energieträger mehrfach preisgünstiger wäre und dass
Hinkley Point C ohne enorme Milliarden-Subventionen nicht umsetzbar
ist. Die Entscheidung über die Zulässigkeit der
Milliardensubventionen ist ein Präjudiz für alle derzeit in Planung
befindlichen Atomprojekte, auch jene direkt an der österreichischen
Grenze in Dukovany und Temelin. Gelingt uns das Stoppen von Hinkley
Point, dann haben wir gleichzeitig auch den Ausbau von Dukovany und
Temelin gestoppt."
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