• 10.06.2016, 08:35:01
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Milchdialog: Greenpeace fordert grundlegenden Wandel der Milchwirtschaft

Regionale und nachhaltige Produktion als Antwort auf die Krise

Utl.: Regionale und nachhaltige Produktion als Antwort auf die Krise =

Wien (OTS) - Greenpeace begrüßt den Milchdialog, zu dem
Bundesminister Andrä Rupprechter kommenden Dienstag alle relevanten
Vertreterinnen und Vertreter der österreichischen Milchwirtschaft
lädt. Dieses Treffen muss der Auftakt für einen grundlegenden Wandel
in der Produktion von Milch sein, fordert die
Umweltschutzorganisation. Sie tritt als Teil der Plattform „Wir haben
es satt“ für eine faire und ökologische Milchwirtschaft ein. Seit dem
Auslaufen der Milchquote vor etwas mehr als einem Jahr befinden sich
die Milchpreise auf einem Niveau, das eine ökologische Produktion mit
gesunden Tieren langfristig kaum möglich macht. Greenpeace verlangt
von den Beteiligten des Milchdialoges ein klares Bekenntnis zu einer
regionalen und wirklich nachhaltigen Milchwirtschaft mit Fokus auf
Weidehaltung und ohne Kraftfutterimporte, sowie eine Abkehr von der
gescheiterten Politik der Exportorientierung. Außerdem muss
sichergestellt werden, dass insbesondere kleinere und
umweltfreundlich wirtschaftende Betriebe einen fairen Preis für ihre
Milch erhalten.

„Die niedrigen Milchpreise verschärfen das Bauernsterben, und es ist
zu befürchten, dass am Ende vor allem große, industrialisierte
Betriebe übrig bleiben“, sagt Sebastian Theissing-Matei,
Landwirtschaftssprecher bei Greenpeace in Österreich. Bei großen
Herden ist es nur schwer möglich, die Tiere auf die Weide zu bringen.
Daher werden diese Kühe oft ganzjährig im Stall gehalten und mithilfe
von großem Kraftfuttereinsatz auf Hochleistung getrimmt. Zusammen mit
der fortschreitenden Überzüchtung und dem fehlenden Bewegungsangebot
beeinträchtigt das die Gesundheit der Tiere, was auch zu einem
höheren Einsatz von Antibiotika führt.

Die Lösung sieht Greenpeace in einer Neuausrichtung der
Milchwirtschaft. „Was wir jetzt brauchen ist ein klares Konzept, um
die Produktionsmenge zu verringern, die Tiere wieder vermehrt auf die
Weide zu bringen, Tierhaltung und Tiergesundheit insgesamt zu
verbessern und den Kraftfuttereinsatz zu beschränken. Also alles das,
was man unter einer extensiven Milchwirtschaft versteht“, fordert
Theissing-Matei. „Eine intensive und industrialisierte
Milchproduktion, die auf Teufel komm raus möglichst billig möglichst
viel Milch für den Export produziert, ist nicht nur schlecht für
Umwelt und Weltklima, sondern gefährdet auch die Existenz eines
Großteiles der heimischen Milchbäuerinnen und Milchbauern.“ Auch der
Lebensmittelhandel kann hier nicht aus der Verantwortung genommen
werden. Greenpeace erwartet ein klares Bekenntnis zu lokaler Milch
und zu den in Österreich üblichen Produktionsstandards, wie zum
Beispiel zur Gentechnikfreiheit.

Als Teil der Plattform „Wir haben es satt“ fordert Greenpeace
gemeinsam mit bäuerlichen und entwicklungspolitischen Organisationen
einen faire und ökologische Milchwirtschaft. Die Plattform „Wir haben
es satt“ wird getragen von: ÖBV-Via Campesina Austria, IG-Milch, FIAN
Österreich, Südwind, Attac, Welthaus Diözese Graz-Seckau, GLOBAL
2000, Greenpeace, Grüne Bauern und Bäuerinnen.

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