- 18.05.2016, 14:45:09
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IG-Milch – Untätigkeit verschärft Milchkrise
Wien (OTS) - Katastrophale Auswirkungen hat die steigende
Überproduktion im Milchbereich auf Europas Milcherzeuger. „Durch
falsche Beratung und falsche Weichenstellungen – wie Staffelpreise in
den Molkereien und Investitionen für neue Kapazitäten, reagieren die
Milcherzeuger auf sinkende Preise mit Mehrproduktion. Trotz aller
Aufrufe von uns an die Verantwortlichen in Politik und
Molkereiwirtschaft gibt es keine Initiative diesen Teufelskreis zu
durchbrechen.“, so Ewald Grünzweil, Obmann der IG-Milch.
Die Unfähigkeit falsche Entscheidungen, wie das Abschaffen der
Milchquote zu korrigieren und die Uneinigkeit bei Bauern und
Molkereiverantwortlichen, führten zur schwersten Krise des
Milchsektors. Das deprimierende wirtschaftliche Umfeld führt zu
tausenden Betriebsaufgaben und zur Vernichtung von unzähligen
Arbeitsplätzen. Der finanzielle Schaden für viele Betriebe ist nicht
mehr gutzumachen und unter diesen Rahmenbedingungen gibt es auch
keine Zukunftsperspektiven. Alle vorgeschlagenen Maßnahmen wie
Ausdehnung der Lagerhaltung, Liquiditätsbeihilfen und Notkredite sind
nicht geeignet den Irrsinn zu beenden und ist eine sinnlose
Vernichtung von Steuergeld. Anfang April diesen Jahres hat die
IG-Milch am ersten Jahrestag des Auslaufens der Milchquote ein
Milch-Manifest präsentiert, dass von immer mehr gesellschaftlichen
Gruppierungen unterstützt wird.
„Wir fordern daher die sofortige Umsetzung der wichtigsten Punkte des
Milch-Manifestes, wie Einführung einer Marktbeobachtungsstelle mit
Durchgriffsrecht, sowie eine Ökologisierung der Milchproduktion in
Österreich. Der jetzige Weg der Intensivierung macht die Preise
kaputt, die Kühe krank und verschlechtert die Qualität der Milch. Wir
drohen damit das größte Kapital zu verspielen, das die
österreichischen KonsumentInnen noch einen hohen Preis zahlen für
österreichische Milchprodukte. Dieses Geld kommt jedoch nicht bei den
Bäuerinnen und Bauern an, sondern ein großer Teil der Wertschöpfung
wird verwendet, um die zu viel produzierte Milch im Ausland de facto
zu verschenken. Dabei werden auch die Märkte in diesen Regionen
zerstört. Die Argumente, dass Österreich allein nichts machen kann,
sind falsch und spielen den Krisengewinnern im Verarbeitungsbereich,
im Exportwesen und im Lebensmittelhandel in die Hände. Wir als
IG-Milch haben auch den Glauben verloren, dass die derzeit
Verantwortlichen die uns in diese Krise geführt haben,
Lösungskompetenz besitzen. Daher fordern wir einen Neubeginn in Form
eines Milchdialoges oder runden Tisches, wo ohne ideologische Enge
ein zukunftsträchtiges Modell der Partnerschaft zwischen nachhaltiger
Landwirtschaft und KonsumentInnen begründet wird“, so der dramatische
Appell von Ewald Grünzweil, Obmann der IG-Milch.
Falls keine geeigneten Maßnahmen ergriffen werden, ist es nur eine
Frage der Zeit, dass auch in Österreich der Milchpreis unter 20 Cent
fällt. Die daraus entstehenden Folgen sind in ihrer Dramatik nicht
vorstellbar und eine Bankrotterklärung der zivilisierten
Gesellschaft.
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