- 29.04.2016, 11:28:54
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Ökostrom-Förderungen werden ein Millionengrab
Falsche Förderpolitik bewirkt: Betreiber kassiert, Verbraucher verliert
Utl.: Falsche Förderpolitik bewirkt: Betreiber kassiert, Verbraucher
verliert =
Wien (OTS) - Eine Milliarde Euro fließt per Ökostromgesetz in
teilweise marode Stromanlagen. Doch diese erzeugen Energie von nur
300 Millionen Marktwert. Die Betreiber haben kein Interesse an einer
Änderung. Denn je mehr sie produzieren, desto mehr lässt sich
kassieren. Dabei könnte man diese Geldvernichtung, wie das neue
Energieeffizienzgesetz zeigt, ganz leicht verhindern.
17 Cent pro Kilowattstunde: Soviel kostet laut E-Control derzeit die
Biogasförderung pro Jahr. Allein heuer pumpt das Ökostromgesetz so
eine Milliarde Euro in teilweise schon marode Stromanlagen. Aber das
werden sie auch bleiben. Denn die Betreiber haben kein Interesse an
mehr Effizienz, so lange sie allein durch mehr Produktion mehr
verdienen können. Zurzeit sind das über 14 Cent pro Kilowattstunde.
Denn der Marktpreis für 1 kWh liegt aktuell bei nur 2,3 Cent. Der
Rest der Ökostromförderung verpufft und geht in die Geldtaschen der
Betreiber. „Sogar Geldverbrennung wäre eine effizientere Art der
Energiegewinnung“, flüchtet sich Gabriele Herzog, die
Geschäftsführerin der Austropapier in Sarkasmus. Ihre Branche, die
Papierindustrie leidet enorm unter der Verzerrung des gesamten
Holzmarktes infolge einer ökonomisch wie ökologisch widersinnigen
Förderpolitik.
Dabei wäre Abhilfe relativ einfach: „Wenn die Ziele der Subvention
einerseits die Entlastung der Umwelt und andererseits eine Erhöhung
des Anteils erneuerbarer Energien am Gesamtmix sind, dann wären die
verplemperten Milliarden doch sinnvoller für Effizienzsteigerungen
eingesetzt. Es würde auch die österreichischen Klein- und
Mittelbetriebe sowie die Industrie stärken, wenn man ihnen
Erneuerungsinvestitionen ermöglicht“, verweist Herzog auf einen
konstruktiven Notausgang aus der Misere: „Natürlich vertreten wir die
Interessen der Papierindustrie. Aber dabei geht es uns immer auch um
das große Ganze. Denn nur gute Rahmenbedingungen sichern uns ein
gutes Fortkommen.“
Zu diesen Rahmenbedingungen gehört das neue Energieeffizienzgesetz.
„Offenbar ein Volltreffer. Denn es zeigt sich, es gibt viel mehr gute
Maßnahmen zur Senkung des Verbrauchs, als angenommen. Und das zu
besonders günstigen Konditionen. Denn mit dem von der Regierung neu
geschaffenen Energieeffizienzgesetz ist es möglich, 1 kWh um 3 bis 4
Cent zu vermeiden. So wird Österreichs Energieverbrauch rasch kleiner
und der Anteil an Ökostrom steigt prozentuell zu eindeutig
günstigeren Konditionen für den österreichischen Steuerzahler.
Was für die Ökostromförderung zu viel und ohne Ziel ausgegeben wird,
wird hier sehr sinnvoll eingesetzt“, sagt Herzog. „3 bis 4 Cent pro
Kilowattstunde über viele Jahre für nachhaltig eingesparte Energie
statt 17 Cent pro Kilowattstunde heuer! Was würden Sie tun?“ Sie
plädiert für mehr Anreize zur Wirtschaftlichkeit anstatt – siehe
Biogas – jene am meisten zu subventionieren, die am meisten
produzieren.
Die Geschäftsführerin der Austropapier erklärt: „Weniger ist mehr.
Wenn die Regierung schon einen Neustart verspricht, dann wäre das
nicht nur ein gutes Motto dafür, sondern ein konkretes Projekt.“
(PWK323/us)
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