• 28.04.2016, 14:10:10
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Kampagne "Bauern und Bäuerinnen gegen TTIP" zeigt: Widerstand in der Landwirtschaft gegen TTIP und CETA wächst

Bauern und Bäuerinnen sprechen sich gegen ruinösen Wettbewerb und Umweltzerstörung durch Handelsabkommen aus

Utl.: Bauern und Bäuerinnen sprechen sich gegen ruinösen Wettbewerb
und Umweltzerstörung durch Handelsabkommen aus =

Wien (OTS) - Seit Montag sind die Verhandlungen zum Transatlantischen
Handels- und Investitionsabkommen TTIP in der 13. Runde. Im Bereich
Landwirtschaft kommen die geographischen Herkunftsbezeichnungen auf
den Verhandlungstisch – und nach wie vor steht im Raum, dass die EU
zu einer weiteren Liberalisierung ihrer Agrarmärkte bereit ist, um
die USA zu Zugeständnissen beim Beschaffungswesen zu bewegen. Im
Gegensatz zu hochrangigen EntscheidungsträgerInnen rechnen Bauern und
Bäuerinnen in Österreich nicht mit positiven Effekten für die
heimische und die europäische Landwirtschaft – im Gegenteil. Laut
einer KeyQuest–Befragung vom Herbst letzten Jahres erwarten 65
Prozent der Bauern und Bäuerinnen negative Auswirkungen durch TTIP,
nur 1% glaubt an Verbesserungen.

Um der zunehmenden Ablehnung von TTIP und CETA innerhalb der
österreichischen Landwirtschaft Rechnung zu tragen, wurde die
Kampagne „Bauern und Bäuerinnen gegen TTIP“ ins Leben gerufen.
Bereits mehr als 1300 Bauern und Bäuerinnen haben die Petition
unterzeichnet, in der die österreichische Bundesregierung, der
Nationalrat und das EU-Parlament aufgefordert werden, die
Verhandlungen zu TTIP sofort zu stoppen. Zudem ermöglicht es die
Kampagne den Ortsbauernausschüssen, der untersten Ebene der
landwirtschaftlichen Interessenvertretung,, ihre Ablehnung von TTIP
sowie CETA in Form einer Resolution publik zu machen. 40
Ortsbauernausschüsse haben diese Resolution bis dato unterzeichnet.
www.bauern-und-baeuerinnen-gegen-ttip.at

Walter Etzl, Ortsbauernobmann (Bauernbund) von Raab in Oberösterreich
erklärt dazu: „Die Raaber Ortsbauernschaft spricht sich gegen TTIP
aus, weil die Landwirtschaft der größte Verlierer sein wird. Die
ohnehin angespannte Lage in der Landwirtschaft, man denke nur an die
niedrigen Produktpreise, würde sich nur verschärfen. Wir brauchen
keine amerikanischen Lebensmittel.“ Seine Bedenken werden von Karl
Brauneder, Vizeobmann (Bauernbund) des Ortsbauernausschuss von
Hennersdorf bei Wien geteilt. „Wir lehnen den sinnlosen und ruinösen
Wettbewerb ab, der mit TTIP und CETA auf die europäische und
österreichische Landwirtschaft zukommen wird. Davon profitieren weder
Bauern und Bäuerinnen noch KonsumentInnen, sondern in erster Linie
große Agrar- und Lebensmittelkonzerne. TTIP betrifft aber nicht nur
die Landwirtschaft, sondern alle Lebensbereiche.“

Die Befürchtungen der Ortsbauernausschüsse werden von dem heute in 14
Ländern veröffentlichten Friends of the Earth-Report "Schlechter Deal
für EU-Bauern und -Bäuerinnen - Gefahren für die europäische
Landwirtschaft durch TTIP" untermauert. Studien, die in dem Report in
Zusammenhang gebracht werden, zeigen, dass die durch TTIP
geschaffenen Exportmöglichkeiten nicht notwendigerweise zu besseren
Einkommen in den jeweiligen Bereichen führen. Das
US-Landwirtschaftsministerium prognostiziert für jede
Lebensmittelkategorie einen Rückgang der Preise, die an EU-Bauern und
-Bäuerinnen bezahlt werden. Heidemarie Porstner, Gentechnik- und
TTIP-Campaignerin von GLOBAL 2000 sieht den Widerstand gegen TTIP
seitens der Landwirtschaft, aber auch der NGOs durch den Report
bestätigt: „Wir haben noch viel zu tun auf dem Weg hin zu einer
wirklich nachhaltigen, ökologischen Landwirtschaft und
Lebensmittelversorgung. Durch TTIP und CETA wird auch unsere Arbeit
als Umwelt-NGO massiv erschwert werden. Standards zu halten oder zu
verbessern, wird dann sehr schwierig bis unmöglich.“

Die Verantwortung der agrarischen Interessensvertretung wird von
Pauline Obermayr, Mitglied (Grüne Bäuerinnen und Bauern) des
Ortsbauernausschuss Meggenhofen in Oberösterreich thematisiert: „Das
jetzige Bauernsterben überfällt uns nicht wie ein Blitz, es ist die
Folge fortgesetzter Fehler unseres agrarpolitischen Establishments.
TTIP würde diese Entwicklung nochmals verschärfen. Wir Bauern und
Bäuerinnen wollen ökologisch und sozial verträglich wirtschaften -
diese Grundsätze sind in Gefahr.“

Für Gerhard Zoubek vom Biohof Adamah liegt die Zukunft der
österreichischen Landwirtschaft nicht im Export sondern in regionalen
Wertschöpfungsketten: „Wir produzieren Unmengen landwirtschaftlicher
Produkte, um diese dann um die halbe Welt zu schicken, (zer)stören
dadurch regionale Systeme und beuten dafür unsere Böden aus. Anstatt
dessen müssen wir für eine regionale, biologische Landwirtschaft
arbeiten und die Wertschöpfung dort belassen, wo die Produkte erzeugt
werden - und nicht bei Spekulanten oder im grenzenlosem Welthandel.
Deshalb nein zu TTIP und CETA!“

„Einige agrarpolitische EntscheidungsträgerInnen verharmlosen die
drohenden Gefahren von TTIP und CETA nach wie vor. Dass trotz dieser
Stimmungsmache immer mehr Bauern und Bäuerinnen und auch
Ortsbauernausschüsse unsere Kampagne unterstützen, zeigt, dass der
Widerstand innerhalb der Landwirtschaft immer größer wird. Die
agrarische Interessensvertretung und Minister Rupprechter sind daher
aufgefordert, sich für einen Abbruch der Verhandlungen zu TTIP
einzusetzen und CETA nicht zu ratifizieren. Wir Bäuerinnen und Bauern
wollen TTIP und CETA nicht“, so Irmi Salzer von der ÖBV-Via Campesina
Austria.

Mehr Infos zur Kampagne:

www.bauern-und-baeuerinnen-gegen-ttip.at/
www.facebook.com/BBggTTIP/
info@bauern-und-baeuerinnen-gegen-ttip.at

Die ÖBV-Via Campesina Austria und GLOBAL 2000 sind TrägerInnen der
Plattform „TTIP stoppen“.

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