- 15.04.2016, 12:49:22
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Missbrauch: Bundespräsident ehrt Klasnic-Kommission
Fischer: Unabhängige Opferschutzkommission hat "Pionierarbeit" geleistet und wurde zum Vorbild für Gebietskörperschaften
Utl.: Fischer: Unabhängige Opferschutzkommission hat "Pionierarbeit"
geleistet und wurde zum Vorbild für Gebietskörperschaften =
Wien (KAP) - Bundespräsident Heinz Fischer hat die Verdienste der
Unabhängigen Opferschutzkommission in der Aufarbeitung von Missbrauch
und Gewalt im kirchlichen Bereich gewürdigt. Anlass dafür war eine
Ordensverleihung am Freitag an jene Mitglieder der
Klasnic-Kommission, die noch keine Bundesauszeichnungen hatten. Im
Beisein von Kardinal Christoph Schönborn erhielten der Publizist
Hubert Feichtlbauer und der Gerichtspsychiater Prof. Reinhard Haller
das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. Die Richterin
Caroline List wurde mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik
ausgezeichnet, ebenso die Büroleiterin der Opferschutzanwaltschaft,
Brigitte Dörr.
Bei der Feierlichkeit in der Hofburg unterstrich der Bundespräsident
das idealistische, zivilgesellschaftliche Engagement der gesamten
Kommission, die sich eines sehr wichtigen und schwierigen Themas
angenommen habe. Die Unabhängige Opferschutzkommission habe
"Pionierarbeit" für Bund und Länder geleistet, so Fischer. So hätten
in der Folge die österreichischen Gebietskörperschaften das von der
Kommission entwickelte Modell von Hilfszahlungen und Therapien
abhängig von der Schwere des Falles "übernommen".
Waltraud Klasnic führte als Vorsitzende der Kommission aus, dass in
den vergangenen sechs Jahren für über 1.600 Betroffene von Missbrauch
und Gewalt im Bereich der katholischen Kirche Österreichs
Entscheidungen getroffen und meist finanzielle und therapeutische
Hilfestellungen in der Höhe von über 22 Millionen Euro zugesprochen
werden konnten. Die Opferschutzanwältin unterstrich, dass es "keinen
Schlussstrich" geben könne, dass die Bewusstseinsbildung weitergehen
müsse und neben der Hilfe für die Betroffenen insbesondere die
Prävention im Vordergrund stehen müsse. Klasnic sprach sich in diesem
Zusammenhang wiederum für eine gemeinsame Veranstaltung von Staat und
Kirche aus, um einerseits das Leid der Betroffenen anzuerkennen und
anderseits einen Impuls für weiterführende Präventionsaktivitäten zu
setzen.
Mehr:
http://www.kathpress.at/goto/meldung/1366900/missbrauch-bundespraesid
ent-ehrt-klasnic-kommission
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