- 14.04.2016, 09:15:02
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Mitterlehner: E-Learning an Österreichs Hochschulen auf dem Vormarsch
Erstmals umfassende Studie zu Einsatz von elektronischen Lernmaterialen - Gute Verbreitung an Unis und FH - Nachholbedarf bei Massive Open Online Courses
Utl.: Erstmals umfassende Studie zu Einsatz von elektronischen
Lernmaterialen - Gute Verbreitung an Unis und FH -
Nachholbedarf bei Massive Open Online Courses =
Wien (OTS/BMWFW) - Österreichs Hochschulen nutzen verstärkt
Möglichkeiten des elektronischen Lernens. Das zeigen die Ergebnisse
einer aktuellen Studie, die der Verein Forum neue Medien in der Lehre
Austria in Kooperation mit dem Bundesministerium für Wissenschaft,
Forschung und Wirtschaft erstellt hat. Demnach setzen alle tertiären
Einrichtungen bereits E-Learning ein, wiewohl die Intensität als auch
das Angebot schwanken. "Es ist positiv, dass die Hochschulen die
technischen Möglichkeiten unserer Zeit immer mehr nutzen. Durch
E-Learning und Online Vorlesungen wird der Kreis potenzieller
Studierender erweitert und vor allem Berufstätige und Personen mit
Familien entlastet", so Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner.
"Die vorliegende Studie ist einzigartig für den deutschsprachigen
Raum. Die erhobenen Daten bilden einen wichtigen Meilenstein auf dem
Weg zur digitalen Hochschule, die in Österreich jedoch nur umgesetzt
werden kann, wenn alle an einem Strang ziehen. Hochschulweite
strategische Maßnahmen, die von den Leitungsebenen initiiert werden,
sind dafür die wesentliche Basis", sagt Martin Ebner, Präsident des
Vereins Forum neue Medien in der Lehre Austria.
Die Studienergebnisse zeigen, dass die grundsätzliche Entwicklung von
E-Learning an österreichischen Hochschulen durchwegs positiv ist, was
nicht zuletzt auch auf die Anschubfinanzierungen seitens des
Wissenschaftsministeriums um die Jahrtausendwende zurückzuführen ist.
Mit der Initiative "Neue Medien in der Lehre an den Universitäten und
Fachhochschule" (NML) aus dem Jahr 2000 wurde in Österreich erstmals
die Entwicklung von e-Content für den Einsatz in der tertiären Lehre
mit einem Gesamtbudget von acht Millionen Euro gefördert. Auch in den
aktuellen Leistungsvereinbarungen mit den Universitäten sind
entsprechende Maßnahmen verankert und werden gefördert. Während das
Thema E-Learning bei den Universitäten, Privatuniversitäten und
Fachhochschulen durchaus präsent ist, gibt es bei den Pädagogischen
Hochschulen teils erheblichen Nachholbedarf. Grundsätzlich sind
kleinere Hochschulen zaghafter bei der Einführung solcher Programme,
was unter anderem an den hohen Initialkosten liegt. Auffallend ist,
dass über die Hochschulen hinweg verschiedenste Lehrmittel eingesetzt
und innovative Lehrmethoden erprobt werden, aber insbesondere an
Universitäten eine nötige strategische Ausrichtung dieses Einsatzes
bzw. dieser Erprobung kaum vorhanden ist. "Ob E-Learning-Angebote
gelingen oder scheitern, steht und fällt mit dem Engagement und
Können insbesondere des Lehrpersonals. Für eine nachhaltige
Verankerung an den Hochschulen braucht es daher eine strategische
Ausrichtung, Weiterbildungsangebote und entsprechende Anreizsysteme.
Gleichzeitig müssen wir das Bewusstsein für diese Thematik weiter
schärfen und innovative Lehrmethoden konsequent fördern", so
Mitterlehner
Die wichtigsten Studienergebnisse auf einen Blick: 36 von 49
Hochschulen, die den Online-Fragebogen ausgefüllt haben, setzen
E-Learning hochschulweit ein; keine einzige Hochschule verzichtet
vollständig auf E-Learning. Massive Open Online Courses (MOOCs)
kommen nur bei acht Hochschulen (4 Universitäten, 3 Fachhochschulen
und 1 Pädagogische Hochschule) – und hier auch nur vereinzelt – zum
Einsatz. Freie Bildungsressourcen werden von 38 Hochschulen zumindest
vereinzelt eingesetzt. 14 Hochschulen verfügen über eine dezidierte
E-Learning-Strategie, nur drei Hochschulen geben an, keine
strategischen Überlegungen zu E-Learning anzustellen. Im Durchschnitt
sind 4,9 Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter pro Institution für die
Administration von E-Learning zuständig, die Anzahl der
Vollzeitäquivalente ist allerdings deutlich geringer. 20 Hochschulen
bieten keine Anreize für den Einsatz von E-Learning, nur bei neun
Hochschulen wirkt sich der E-Learning-Einsatz karrierefördernd aus.
Die Bereicherung der didaktischen Vielfalt (20 Hochschulen) und die
Unterstützung des traditionellen Präsenzunterrichtes (15 Hochschulen)
werden als größter Mehrwert von E-Learning genannt. Als größte
Herausforderung beim Einsatz von E-Learning werden ausreichende
Personalressourcen gesehen (14 Hochschulen), die technische
Infrastruktur stellt hingegen keine Herausforderung dar.
Für die Studie "Die österreichische Hochschul-E-Learning-Landschaft"
wurden mit Hilfe von Literaturrecherchen, einem Online-Fragebogen und
qualitativen Interviews die E-Learning-Strategien, die Einsatzformen
von E-Learning, dessen Organisation und notwendigen Rahmenbedingungen
sowie die damit verbundenen Erfahrungen erhoben. Befragt wurden alle
72 Hochschulen, also öffentlich-rechtliche Universitäten,
Fachhochschulen, Pädagogische Hochschulen sowie Privatuniversitäten.
Die Rücklaufquote betrug 68 Prozent. Darüber hinaus wurden mit zwölf
Leiterinnen und Leitern von E-Learning-Abteilungen qualitative
Interviews geführt und die Entwicklungspläne, Leistungsvereinbarungen
und Wissensbilanzen der Universitäten analysiert. Die erhobenen Daten
bilden somit eine solide Basis auf der auch Handlungsempfehlungen für
Entscheidungsträger/innen formuliert wurden, deren Aufgabe es ist,
E-Learning am tertiären Bildungssektor strategisch zu verankern. Die
Studie wurde im Zeitraum von Februar 2015 bis März 2016 erstellt und
steht als PDF-Dokument kostenlos zum Download zur Verfügung: Die
gedruckte Ausgabe ist im Buchhandel zum Preis von 35 Euro erhältlich.
Die Erstellung der Studie wurde durch das Bundesministerium für
Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft sowie durch moodlerooms by
Blackboard finanziell unterstützt.
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