NÖ Bauernbund fordert vielbeworbenes Bekenntnis des Handels zur heimischen Bauernmilch ein

Tanner: „Kampagne ‚Da schaun wir drauf’ kann auch verschärft werden!“

St.Pölten (OTS) - Der Niederösterreichische Bauernbund geht in die Milch-Offensive. Gerade jetzt, da die Produzentenpreise für Milch und Schweinefleisch zusehends verfallen und 6000 niederösterreichische Milchbauern um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen, bietet eine große österreichische Handelskette unter ihrer S-Budget-Marke eine deutsche Butter an. Die heimischen Molkereien können zu diesen vom Handelsriesen vorgegebenen Preisen nicht liefern und produzieren.

„Qualität ist für unsere Bäuerinnen und Bauern mehr als nur ein Wort. Wenn österreichische gentechnikfrei erzeugte Milch, Butter, Käse sowie frische und regional produzierte Lebensmittel vom Markt verschwinden, haben letztendlich auch der Handel, der diese ja gerne und lautstark bewirbt, und die Konsumenten, die diese wünschen, gar nichts von solchen Austauschaktionen“, kritisiert NÖ Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner. Sie fordert bei dieser für die kleinstrukturierte österreichische Landwirtschaft schwierigen Marktlage ein klares Bekenntnis des Handels zu den heimischen bäuerlichen Produkten, zudem dieser sich gerne als verlässlicher Partner der österreichischen Landwirtschaft geriere und auf das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten in regional erzeugte Lebensmittel setze. Im Gegenzug vertrauen die Konsumenten darauf, dass auch in den Eigenmarken heimische Rohstoffe verarbeitet werden.

Die österreichischen Milchbauern stehen kompromisslos für höchste Qualität und eine flächendeckende gentechnikfreie Produktion, die den strengen Kriterien des AMA-Gütesiegels entspreche, so Tanner: „Genau diese Gewissheit schätzen die heimischen Konsumentinnen und Konsumenten und genau diese Gewissheit haben sie dann nicht mehr, wenn ausländische – nicht gentechnikfrei erzeugte – Milchprodukte unter dem Deckmäntelchen der Handelseigenmarken in den Kühlregalen aufliegen.“

Die österreichischen Konsumenten haben mit österreichischen Milchprodukten die Gewähr für höchste Qualität. „Verständlich ist daher, dass diese höchste Qualität nicht zum billigsten Preis möglich ist. Umso mehr ist es deshalb angebracht, dass diese höchste Qualität eine entsprechende Wertschätzung findet, wozu auch die Verantwortung des Lebensmittelhandels und der Konsumenten beim täglichen Einkauf gefragt ist“, ergänzt Tanner. Auch weil es immer mehr Menschen nicht egal ist, wo Produkte herkommen, startet der Niederösterreichische Bauernbund Mitte April seine landesweite Kampagne „Da schaun wir drauf“ mit einem Aktionstag am 16. April.

„Um insbesondere die Leistungen unserer Bäuerinnen und Bauern für die Regionen hervorzuheben. Weil sie auf österreichische und regionale Qualität schauen“, erklärt Tanner und appelliert an die Konsumenten beim Einkauf ebenfalls auf beste Qualität von den österreichischen Bäuerinnen und Bauenr zu achten. Geplant sind im Rahmen der Bauernbund-Kampagne „Da schaun wir drauf“ auch Info- und Sympathiekundgebungen vor Supermärkten und Bauernmärkten um mit den Konsumenten direkt in Kontakt zu treten. Sollten noch weitere Handelsketten dem Beispiel mit der deutschen S-Budget-Butter folgen, könnte dies den Ärger der niederösterreichischen Milchbauern spürbar verstärken, so Direktorin Tanner, die eine Umwandlung der Infoaktion in Protestmaßnahmen des Bauernbunds nicht ausschließt.

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