- 09.03.2016, 15:09:49
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LR Pernkopf zu den Jahrestagen von Tschernobyl und Fukushima
Klares Nein Niederösterreichs zu Atomkraftwerken
Utl.: Klares Nein Niederösterreichs zu Atomkraftwerken =
St. Pölten (OTS/NLK) - Die Katastrophe von Tschernobyl jährt sich im
April bereits zum 30. Mal, der Reaktorunfall von Fukushima am 11.
März zum 5. Mal. Am heutigen Mittwoch bei einer Pressekonferenz im
AKW Zwentendorf zum Thema „30 Jahre nach Tschernobyl, 5 Jahre nach
Fukushima – Risiken der Atomkraft müssen endlich erkannt werden“,
betonte Umwelt-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf das klare Nein
Niederösterreichs zu Atomkraftwerken. Neben dem Landesrat
informierten dabei auch der EVN-Vorstandssprecher Dr. Peter Layr und
die GLOBAL 2000 Atomexpertin Mag. Patricia Lorenz über aktuelle
Entwicklungen und Strategien.
„Bei der Katastrophe von Tschernobyl wurde eine Fläche elfmal so groß
wie Niederösterreich radioaktiv belastet und 600.000 Menschen einer
starken Strahlenbelastung ausgesetzt“, so Pernkopf. „Beim
Reaktorunfall von Fukushima wurde sogar noch mehr radioaktives
Material freigesetzt als in Tschernobyl, insgesamt sind 170.000
Einwohner evakuiert worden. Die Schäden belaufen sich auf über 150
Milliarden Euro“, sagte der Landesrat. Aufgrund dieser Ereignisse
müssten längst alle erkannt haben, dass „die Atomkraft eine höchst
unsichere Technologie ist“. Erst kürzlich habe es bei den
Atomkraftwerken Fessenheim, Brokdorf, Indian Point etc. kritische
Situationen gegeben, erinnerte Pernkopf.
Das der niederösterreichischen Grenze nächste AKW in Dukovany soll
weiter ausgebaut werden und die bestehenden Reaktoren länger als
ursprünglich geplant in Betrieb bleiben. Ziel müsse es sein, den
weiteren Ausbau und auch eine Laufzeitverlängerung der bestehenden
Reaktoren zu verhindern. Deshalb werde nun eine neue
Sicherheitsstudie beim Institut für Geodynamik der Universität Wien
beauftragt, kündigte der Landesrat an. Die Region Dukovany sei für
ihre seismischen Aktivitäten bekannt. Dr. Kurt Decker werde die
tektonischen Aktivitäten an dieser Störungszone und die Auswirkungen
auf die Standortsicherheit nach den aktuellsten Methoden untersuchen,
so Pernkopf. Die Studie soll Sicherheitsmängel in Dukovany aufdecken
und damit die Betreiber zu einer Erhöhung der Sicherheitsstandards
zwingen. „Zum einen erhöht dies die Sicherheit der
Niederösterreicher, zum anderen verteuert es aber auch die
Ausbaupläne ganz massiv. Der Standort wird damit immer
unwirtschaftlicher“, meinte er.
Niederösterreich habe mit dem Sonnenkraftwerk Zwentendorf das
sicherste Atomkraftwerk der Welt: Seit dem Jahr 2012 liefere das AKW
Sonnenstrom. Und im Gegensatz zur Atomkraft rechne sich das nicht nur
für die Umwelt, sondern auch wirtschaftlich, meinte Pernkopf, der
auch betonte: „100 Prozent des Stroms in Niederösterreich werden
bereits aus Wasser, Wind, Biomasse und Sonnenkraft bereitgestellt.“
Lorenz sagte: „Das Atommüllproblem ist in Wahrheit noch immer
ungelöst.“ Die Nuklearindustrie werde von EURATOM und der
Internationalen Atomenergiebehörde unterstützt, kritisierte sie.
Layr meinte: „Die EVN geht weiterhin ihren Weg in eine erneuerbare
Energiezukunft. Derzeit setzen wir ein Investitionsprogramm am
niederösterreichischen Heimmarkt um. EVN investiert zwischen 2014 und
2018 rund eine Milliarde Euro in Versorgungssicherheit, erneuerbare
Energie und sauberes Trinkwasser.“
Nähere Informationen: Büro LR Pernkopf, DI Jürgen Maier, Telefon
02742/9005-12704, e-mail [email protected].
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