- 01.03.2016, 09:14:53
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IG-Milch Offener Brief zur Mengensteuerung
An die Obmänner, Vorstände und Geschäftsführer aller österr. Milchverarbeitungsbetriebe
Utl.: An die Obmänner, Vorstände und Geschäftsführer aller österr.
Milchverarbeitungsbetriebe =
Bad Leonfelden (OTS) - Die schlimmsten Befürchtungen in Bezug auf das
Ende der Milchquote sind eingetreten bzw. wurden übertroffen. Die
Milchanlieferung ist weiter steigend, was durch Aufstockung der
Kuhbestände, aber auch die Intensivierung der Milchviehhaltung
verursacht wird. Es war von vornherein klar, dass die zusätzliche
Menge nicht im Inland absetzbar ist. Die Hoffnungsmärkte im Export,
wie z.B. China, haben die Erwartungen nicht erfüllt, sodass die
zusätzliche Menge de facto deutlich unter den Produktionskosten
„entsorgt“ werden muss. Dies führt zu einem stetigen Absinken der
Milchpreise und bringt die MilcherzeugerInnen bei Fortdauer um ihre
Existenz. Da keine politischen Lösungen in Sicht sind, liegt es nun
an den Verarbeitungsbetrieben verantwortlich zu handeln. Wir fordern
daher alle Betriebe auf, klare Signale an die Milchlieferanten
auszusenden, die Produktion deutlich zu reduzieren. Die Gmundner
Molkerei ist hier einen wichtigen und mutigen Schritt in die richtige
Richtung gegangen. Um die angespannte Situation zu entspannen und den
Preis zu stabilisieren, ist es notwendig, dass alle anderen
Milchverarbeitungsbetriebe ähnliche Lösungen anstreben. So wie im
Geflügelbereich und in der Zuckerproduktion, müssen die
Verarbeitungsbetriebe im Sinne aller Beteiligten, die Verantwortung
für einen geordneten Milchmarkt übernehmen. Die Politik hat sich ja
durch das Abschaffen der Milchquote aus der Marktsteuerung
zurückgezogen und mit falschen Versprechungen und Prognosen die
derzeitige Misere herbeigeführt. Allen Forderungen zum Trotz sind
keine vernünftigen Lösungsansätze in Sicht. Die österreichischen
Milchverarbeiter können hier ein positives Beispiel für Europa sein,
da eine gemeinsame Initiative am österreichischen Markt rasch
sichtbare Erfolge hätte. Sollte dieser Schulterschluss Richtung
Mengenreduktion nicht stattfinden, droht der Zusammenbruch des
Milchmarktes. Dies wäre verantwortungslos und hätte langfristige,
negative Folgen für Österreichs Bäuerinnen und Bauern, für die
österreichischen Milchkühe, aber auch für Österreichs Konsumentinnen
und Konsumenten. Deshalb fordern wir, im Sinne der österreichischen
Milchbäuerinnen und – bauern, eine rasche Umsetzung einer
funktionierenden Mengensteuerung.
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