Handytelefonie und Gesundheitsgefährdung jetzt auch im Kino

Österreichische Filmproduktionen greifen Themen „Mobilfunk und elektromagnetische Strahlung“ auf – „10 Medizinische Handy-Regeln“ der Ärztekammer gratis bestellen und downloaden

Wien (OTS) - Anlässlich der Premieren der Dokumentationen „Thank you for Calling“ und "Was wir nicht sehen", die die Themenbereiche Mobilfunk und elektromagnetische Hypersensitivität filmisch aufgreifen, warnt die Wiener Ärztekammer erneut über mögliche gesundheitsschädliche Auswirkungen. „Panikmache liegt uns fern, allerdings lehnen wir auch eine Verharmlosung der Mobilfunktechnologie ab“, erklärt dazu Piero Lercher, Referent für Umweltmedizin der Ärztekammer für Wien. ****

Seit Jahren finden die von der Ärztekammer veröffentlichten „10 Medizinischen Handy-Regeln“ sowohl unter Experten als auch in der breiten Bevölkerung großen Anklang. Lercher: „Wir bieten damit leicht verständliche und sofort umsetzbare Lösungen an, wie man mit dem Thema Handystrahlung richtig und ohne große Einschränkungen in der Kommunikation verantwortungsbewusst umgehen kann.“

Dass die Belastung durch Mobilfunk und elektromagnetische Strahlen und Wellen zunehmend auch außerhalb der Wissenschaft ernst genommen wird, zeigen die aktuellen künstlerischen Aktivitäten: In „Thank you for calling“, ab 19. Februar 2016 im Kino, begleitet der Journalist und Filmemacher Klaus Scheidsteger einen Schadensersatzprozess in Amerika, in dem Hirntumorpatienten die Mobilfunkindustrie verklagen, und greift die Diskussion rund um Handytelefonie und ein daraus resultierendes Krebsrisiko neu auf.

Bereits am 12. Februar 2016 hatte die Dokumentation "Was wir nicht sehen" der Wiener Filmemacherin Anna Katharina Wohlgenannt Premiere. Darin werden fünf Betroffene mit ihren teils skurrilen Lebenssituationen porträtiert, die allesamt angeben, unter elektromagnetischen Strahlen zu leiden, die unter anderem von Mikrowellen, Mobilfunk und WLAN ausgehen.

Wiener Ärztekammer empfiehlt sorgsamen Umgang

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft im aktuellen Fact Sheet 193 nach wie vor die von Mobiltelefonen erzeugten elektromagnetischen Felder als möglicherweise krebserregend für den Menschen ein. Selbst der Wissenschaftliche Beirat Funk, das offizielle Gremium des Bundesministeriums für Verkehr, Infrastruktur und Technologie, kann derzeit keine gesicherte und endgültige Aussage zur Mobilfunktechnologie im Hinblick auf das Risiko oder Nicht-Risiko für Krebserkrankungen tätigen.

Die Ärztekammer empfiehlt deshalb in der bereits sechsten Auflage ihrer Handyregeln - die auch den aktuellen Empfehlungen der WHO gerecht werden -, unter anderem zu Hause und am Arbeitsplatz über das Festnetz zu telefonieren und dort über ein LAN-Kabel ins Internet einzusteigen sowie ungenutzte Handy-Apps zu deaktivieren, um den Hintergrunddatenverkehr zu minimieren. Zudem soll beim Kauf von Mobiltelefonen auf einen möglichst geringen SAR-Wert sowie einen externen Antennenanschluss geachtet werden. Der SAR-Wert ist ein Maß für die Absorption von elektromagnetischen Feldern.

Handyregeln ohne Einschränkung der Mobilität

Hier im Überblick das, was die Wiener Ärztekammer allen Mobilfunkanwendern rät:

- Prinzipiell gilt: So wenig und so kurz wie möglich telefonieren – Festnetz verwenden oder SMS schreiben. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sollten Handys nur für den Notfall mitführen!

- „Der Abstand ist dein Freund“ – das Handy während des Gesprächsaufbaus von Kopf und Körper fernhalten beziehungsweise achten Sie auf den in der Bedienungsanleitung vom Hersteller empfohlenen Abstand. Nutzen Sie die eingebaute Freisprecheinrichtung oder ein Headset!

- Bei Verwendung von Headsets oder integrierter Freisprecheinrichtung Handys nicht unmittelbar am Körper positionieren – besondere Vorsicht gilt hier für Schwangere. Bei Männern sind Handys in der Hosentasche ein Risiko für die Fruchtbarkeit. Personen mit elektronischen Implantaten (Herzschrittmacher, Insulinpumpen et cetera) müssen auf Abstand achten. Wenn nicht anders möglich: äußere Rocktasche, Rucksack oder Handtasche verwenden!

- Nicht in Fahrzeugen (Auto, Bus, Bahn) telefonieren – ohne Außenantenne ist die Strahlung im Fahrzeug höher. Zudem wird man abgelenkt und man belästigt in öffentlichen Verkehrsmitteln die Mitreisenden!

- Während des Autolenkens herrscht absolutes SMS- und Internetworking-Verbot – die Ablenkung führt zur Selbstgefährdung und zur Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer!

- Zu Hause und am Arbeitsplatz über das Festnetz telefonieren – Internetzugang über LAN-Kabel (zum Beispiel via ADSL, VDSL, Glasfaser) strahlt nicht, ist schnell und datensicher. Dauerstrahlende DECT-Schnurlostelefone, WLAN-Access-Points, Datensticks und LTE-Homebasis-Stationen (Box, Cube et cetera) sollten vermieden werden!

- Gehen Sie öfter offline oder verwenden Sie den Flugmodus – für Funktionen wie zum Beispiel Musikhören, Kamera, Wecker, Taschenrechner oder Offlinespiele ist nicht immer eine Internetverbindung notwendig!

- Weniger Apps bedeutet weniger Strahlung – minimieren Sie die Anzahl der Apps und deaktivieren sie die meist überflüssigen Hintergrunddienste Ihres Smartphones. Das Deaktivieren von „Mobile Dienste“ / „Datennetzmodus“ macht aus dem Smartphone wieder ein Handy. Sie sind weiterhin erreichbar, vermeiden aber viel unnötige Strahlung durch Hintergrunddatenverkehr!

- Vermeiden Sie das Handytelefonieren an Orten mit schlechtem Empfang (Keller, Aufzug et cetera) – in solchen Situationen steigert das Handy die Sendeleistung. Verwenden Sie bei schlechter Empfangsqualität ein Headset oder die Freisprecheinrichtung!

- Beim Kauf von Handys auf einen möglichst geringen SAR-Wert sowie einen externen Antennenanschluss achten!

(S E R V I C E - Die Plakate sowie neuerdings auch Broschüren „Strahlende Informationen: 10 medizinische Handy-Regeln“ können in der Pressestelle der Ärztekammer für Wien kostenlos - auch für Schulen - unter Tel.: (01) 51501-1223, E-Mail:
pressestelle@aekwien.at, bestellt werden; Plakat-Download auf der Homepage der Ärztekammer für Wien:
http://www.aekwien.at/aekmedia/Medizinische-Handy-Regeln.pdf)

Rückfragen & Kontakt:

Ärztekammer Wien
Lisa Sophie Dittlbacher BA
(+43-1) 51501/1407
dittlbacher@aekwien.at
http://www.aekwien.at

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