Grüne: Deserteursdenkmal muss weiterhin für alle begehbar bleiben

Zinggl: Umzäunung des Denkmals ist gegen die Absicht des Künstlers

Wien (OTS) - „Das ist völlig gegen die Absicht des Künstlers“, kritisiert Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen, die geplante Umzäunung rund um das Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz am Wiener Ballhausplatz.

„Die Arbeit des Künstlers, Olaf Nicolais, würde damit zu einem plumpen Betonkreuz mit drei Stufen verharmlost. Die Skulptur wurde von der Jury aber nicht allein ausgewählt, um PassantInnen an die Verfolgung von Menschen mit Zivilcourage durch die NS-Militärjustiz zu erinnern. Sie fordert diese Zivilcourage vielmehr auch heute laufend heraus. Olaf Nicolai zeigt, dass die Vergangenheit zur Feuerprobe für die Gegenwart werden kann. Und jetzt stellt sich die Frage, ob die Wiener Behörden mit dieser Herausforderung fertig werden“, betont Zinggl.

Bei einer Kundgebung im November war das Denkmal im Einverständnis mit der Polizei zum Rednerpult rechter Gruppen umfunktioniert worden.

Zinggl dazu: „Es gehört zu den Aufgaben der Politik und der Verwaltung, darauf zu achten, dass der öffentliche Raum benutzbar bleibt. Und zwar ohne missbräuchliche Verwendung. Und es gehört zu den Aufgaben der Behörden, im Zweifelsfall zu entscheiden, wann eine missbräuchliche Verwendung vorliegt. Das gilt für den Raum vor dem Denkmal der Republik genauso wie für alle Denkmäler an die Opfer des Faschismus.“

In einem Schreiben des Künstlers spricht sich Nicolai jedenfalls klar gegen eine Absperrung aus: „Ohne die offene Möglichkeit, dass Denkmal zu betreten, ist dieses Denkmal nicht mehr meine Arbeit, auch nicht mehr die von der Jury ausgewählte! Deshalb gibt es dann zur Beseitigung keine Alternative.“

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