- 30.01.2016, 09:00:01
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ÖGfE-Schmidt: ÖsterreicherInnen sehen Zukunft der EU mit Sorge und erwarten europäische Lösungen
78 Prozent: Flüchtlingsfrage kann EU-Zukunft gefährden - 49 Prozent: Europäische Lösungen als Antwort - 61 Prozent pro EU-Mitgliedschaft - Umfrage (#FragedesMonats)
Utl.: 78 Prozent: Flüchtlingsfrage kann EU-Zukunft gefährden - 49
Prozent: Europäische Lösungen als Antwort - 61 Prozent pro
EU-Mitgliedschaft - Umfrage (#FragedesMonats) =
Wien (OTS) - „Drei von vier ÖsterreicherInnen betrachten den Umgang
mit der Flüchtlingsfrage als entscheidend für die Zukunft der EU. Um
die aktuelle Lage zu bewältigen, bevorzugen sie - bei allem
derzeitigen Mangel an EU-weiter Solidarität - dennoch eine
europäische Vorgehensweise. Den ÖsterreicherInnen ist bewusst, dass
nationale Alleingänge in Notsituationen zwar kurzfristig helfen
können, Flüchtlingsströme sich jedoch nachhaltig dadurch nicht
beeinflussen lassen“, analysiert ÖGfE-Generalsekretär Paul Schmidt
das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Österreichischen
Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE). „Trotz Krise tritt eine klare
Mehrheit auch gegenwärtig für den Verbleib unseres Landes in der EU
ein. Der Wunsch nach einem EU-Austritt ist im letzten halben Jahr
zurückgegangen.“
Insgesamt 78 Prozent der befragten ÖsterreicherInnen befürchten, dass
die Zukunft der EU durch die Flüchtlingsfrage gefährdet sein könnte
(38 Prozent: „sehr“ | 40 Prozent „eher“). Ein Fünftel der Befragten
teilt diese Sorge nicht (16 Prozent: „eher nicht“ | 4 Prozent: „gar
nicht“).
„Die Schwierigkeiten der Politik, tragfähige Lösungen zu entwickeln
und Beschlüsse rasch umzusetzen, führen zu massiver Verunsicherung“,
sagt Schmidt. „Weder die österreichische noch die europäische Politik
vermittelt derzeit in dieser Frage ein geschlossenes Bild.
Divergierende Lösungsansätze blockieren einander. Eine glaubwürdige
und konsequente Gesamtstrategie wäre daher dringend notwendig -
Scheinlösungen helfen niemandem.“
Knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) vertritt die Ansicht,
dass eine Lösung der Flüchtlingsfrage eher mit Maßnahmen auf Ebene
der Europäischen Union gelingen kann. 36 Prozent sehen dies nicht so
und halten nationalstaatliche Maßnahmen für den
erfolgversprechenderen Ansatz (14 Prozent: „weiß nicht/Keine Angabe).
„Das europäische Krisenmanagement stockt, daher sind nationale
Zwischenschritte notwendig. Jedoch keinesfalls auf Kosten ehrlicher
politischer Anstrengungen für europäische Lösungsansätze.“
61 Prozent der ÖsterreicherInnen treten derzeit dafür ein, dass unser
Land Mitglied der Europäischen Union bleibt, 21 Prozent plädieren für
einen EU-Austritt. Gegenüber der letzten Erhebung vom Juni 2015 ist
die Zahl der BeitrittsbefürworterInnen konstant geblieben, jene der
Austrittswilligen jedoch um 11 Prozentpunkte gesunken. Im gleichen
Maß gestiegen ist die Anzahl jener, die sich hinsichtlich der Frage
„Mitgliedschaft ja oder nein“ unsicher sind (von 6 auf 19 Prozent).
In 47 Befragungen seit dem Jahr 1995 betrug der Durchschnittswert der
Zustimmung zur österreichischen EU-Mitgliedschaft 70 Prozent, jener
der Ablehnung 23 Prozent.
„Trotz unzureichenden und komplexen Managements der
Flüchtlingsbewegung nach Europa ist der Zuspruch zur österreichischen
EU-Mitgliedschaft weiterhin gegeben. Die EU und ihre Mitgliedstaaten
sind aber dringend beraten, jetzt Nägel mit Köpfen zu machen“,
schließt Schmidt.
Download Grafiken:
http://links.oegfe.at/JAN_16
Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen
Studiengesellschaft vom 21. bis 27. Jänner 2016 im Auftrag der ÖGfE
durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 509 Personen per Telefon
(repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16
Jahre/Gewichtung nach Geschlecht, Alter und Bildung). Maximale
Schwankungsbreite ca. +/- 4,5 Prozent. Differenz auf 100 Prozent
aufgrund gerundeter Werte.
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