Fünf ORF-Radio-Produktionen mit „Radiopreis der Erwachsenenbildung 2015“ ausgezeichnet

Wien (OTS) - Die heuer zum 18. Mal vergebenen „Radiopreise der Erwachsenenbildung“ gehen an Irene Suchy, Hans-Georg Nicklaus, Ernst Weber, Ina Zwerger und Matthias Däuble von Ö1 und Natalie Brunner, Mahdi Rahimi, Ole Weinreich und Stefan Trischler von FM4. Die Preisverleihung findet heute, 20. Jänner, um 18.30 Uhr im Wiener ORF-RadioKulturhaus statt, die Preisrede hält die Schriftstellerin Teresa Präauer.

„Dass auch heuer wieder zahlreiche Radiosendungen des ORF ausgezeichnet werden, ist Beweis für die hohe journalistische Qualität und die professionelle Arbeit der ORF-Radiojournalistinnen und -journalisten. Das ausgezeichnete Abschneiden der ORF-Radios beim Radiopreis der Erwachsenenbildung zeigt, dass exzellente Radioarbeit breite öffentliche Anerkennung findet.“ gratuliert ORF-Radiodirektor Karl Amon den Preisträgern.

In der Sparte „Information“ geht die Auszeichnung an Ernst Weber für den Beitrag „Intersex: Ein Leben zwischen den Geschlechtern“, ausgestrahlt in der Ö1-Reihe „Moment – leben heute“. Bei etwa 25 von 80.000 Geburten kann den Babys kein eindeutiges Geschlecht zugeordnet werden. Die Diagnose „Intersex“ wird von Medizinern als Sexualdifferenzierungsstörung bezeichnet. Die Sendung arbeitet ein heikles, tabuisiertes Thema umfassend auf. Interviewpartner sprechen offen über intime Details ihrer Persönlichkeit und Geschlechtsproblematik – sie werden gefühlvoll porträtiert und die Anliegen intersexueller Menschen auf Unversehrtheit des Körpers und Schutz ihrer Identität und Würde so einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht.

In der Sparte „Bildung/Wissenschaft“ geht der nach dem ORF-Kurator und Erwachsenenbildner Eduard Ploier benannte Spartenpreis an Ina Zwerger für „Wenn Erwachsene lesen und schreiben lernen“, ein „Radiokolleg“ über Bildungsbenachteiligung in Österreich. In Österreich haben fast eine Million Erwachsene große Probleme mit dem Lesen und Schreiben. 17,1 Prozent der 16- bis 65-Jährigen verfügen nur über rudimentäre Lesekompetenzen und sind dadurch in Beruf und Alltag benachteiligt. Zu diesen Ergebnissen kommt die so genannten PIAAC -Erhebung, die von der OECD durchgeführt und in Österreich 2013 veröffentlicht wurde. Der „Pisa-Test für Erwachsene“ stellt auch fest, dass in Österreich vor allem die Altersgruppe der 55- bis 65-Jährigen besonders betroffen ist, beinahe jeder Vierte hat mangelhafte Lese- bzw. Schreibfähigkeiten. In einer durch Schrift und Vorschriften geprägten Welt stoßen Menschen mit geringen Schriftsprachkompetenzen schnell an ihre Grenzen, ob im Berufsleben, bei Ämtern, im Verkehr, beim Einkaufen oder im Familienleben. Ina Zwerger suchte Antworten, warum so viele Menschen neun Jahre umsonst die Pflichtschule besucht haben und warum Bildungsbenachteiligung nicht nur - aber meist schon - eine soziale Frage ist.

In der Sparte „Kultur“ geht der „Radiopreis“ an Irene Suchy und Hans-Georg Nicklaus für die monatliche Sendung „Intrada Exkurs: Musik – Markt – Medien“. Dieses Magazin mit Musik, Reportagen, Interviews, Studiogesprächen, Buchrezensionen und einem Musiklexikon widmet sich seit dem Jahr 2007 explizit dem Musikleben, der Musikszene, den Fragen nach Wertschöpfung und Musikmedien, nach Organisation, Produktion und Distribution von Musik.

In der Sparte „Sendereihen“ geht die Auszeichnung an die Ö1-Reihe „Help“. Den Preis dafür erhält Matthias Däuble stellvertretend für die Redaktion. Die Radio-Verbrauchersendung „help – das Konsumentenmagazin“ feierte 2015 ihr 40-jähriges Jubiläum. Die „help“-Redaktion war die erste Konsumentenredaktion des ORF. Die Serviceredaktion steht in direktem Kontakt mit dem Publikum, jede Woche erreichen die Redaktion dutzende Anfragen zu großen und kleinen Verbraucherproblemen. Viele Themenbereiche wie Streitigkeiten mit Banken und Versicherungen oder Probleme mit Hausverwaltungen und Vermietern sind auch nach vier Jahrzehnten ungebrochen aktuell. Dazu kamen die Nebenwirkungen der vernetzten Gesellschaft. Wie lange das neue Smartphone hält ist inzwischen genauso relevant, wie die Menge und die Art der Daten, die es über seiner Besitzerinnen und Besitzer sammelt. Software ist allgegenwärtig, und damit die Endnutzerverträge, die Verbraucherinnen und Verbraucher in neue Abhängigkeitsverhältnisse mit globalen Konzernen bringen. Der grenzenlose (Online-)Handel hat Fragen der Garantie und Gewährleistung zu einem europäischen Problem werden lassen, Klimaschutz ist längst eine Konsumentenangelegenheit.

Die Sparte „Kurzsendungen“ gewinnt der „HipHop-Lesekreis“ von FM4. Seit mehr als zwei Jahren wird im „HipHop Lesekreis“ fast wöchentlich über aktuelle HipHop-Songs gesprochen, die hierzulande kaum inhaltlich wahrgenommen werden. Das Redaktionsteam Natalie Brunner, Mahdi Rahimi, Ole Weinreich und Stefan Trischler entschlüsselt die verschiedenen US-Slangbegriffe und versucht zu ergründen, was hinter verschiedenen Metaphern steckt. Zusätzlich zum Radiobeitrag gibt es immer auch einen Online-Artikel, der noch mehr Kontext und Querverweise zu den jeweiligen Künstler/innen und ihren Songs liefert. Denn: Gute HipHop-Lyrics können tatsächlich auch als „Lyrik“ gelesen werden.

Eine aus elf Personen bestehende Jury - acht Erwachsenenbildnerinnen und Erwachsenenbildner sowie drei Journalistinnen und Journalisten - hat am 18. November 2015 zum 18. Mal den „Radiopreis der Erwachsenenbildung“ vergeben. Eingereicht wurden 85 Produktionen, 38 vom ORF und 47 von acht freien und privaten Radiosendern. Der Preis wird von vier österreichweit tätigen Verbänden der Erwachsenenbildung - der ARGE Bildungshäuser, dem Büchereiverband, dem Volkshochschulverband und dem WIFI -gestiftet.(ih)

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