Gewerkschaft vida: Gehört die Welt den Reichen?

Winkler: „Ungerechte Vermögensverteilung gefährdet soziales Gleichgewicht!“

Wien (OTS) - Die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert sich dramatisch weiter, und die soziale Ungleichheit erreicht einen neuen Spitzenwert. Laut einer neuen Studie der internationalen Hilfsorganisation Oxfam aus Großbritannien besitzen die 62(!) reichsten Menschen der Erde 1,8 Billionen Dollar. Das ist genauso viel wie die gesamte arme Hälfte der Weltbevölkerung besitzt – 3,6 Milliarden Menschen. Auch in Österreich ist Vermögen immer ungleicher verteilt. Die Gewerkschaft vida erneuert daher ihre Forderung nach Vermögenssteuern und dem Schließen von Steuerschlupflöchern.

Steuerschlupflöcher schließen

Die Studie zeigt, wie dringend der Handlungsbedarf ist. Demnach besitzen rund 70 Millionen Superreiche zusammen mehr als die übrigen rund sieben Milliarden Menschen auf der Erde. „Diese ungleiche Vermögensverteilung ist nicht nur ungerecht, sondern sie behindert auch alle Anstrengungen zur Armutsbekämpfung und gefährdet das soziale Gleichgewicht. Es scheint, als lebten wir in einer Welt, in der die Regeln für die Superreichen gemacht sind", so Gottfried Winkler, Vorsitzender der Gewerkschaft vida. „Dagegen kann man aber etwas tun: Wir müssen Steuerschlupflöcher schließen und ein Wirtschafts-und Finanzsystem installieren, vom dem alle profitieren. Ein gerechtes Steuersystem muss her, nicht nur in Österreich sondern weltweit.“

Vermögenssteuern auch in Österreich

Neun von zehn Großkonzernen haben laut der Studie Niederlassungen in mindestens einer Steueroase. Dort können sie ihre Gewinne verstecken bzw. steuerschonend anlegen. „Die Regierungen sind gefordert, diese Steueroasen endlich trockenzulegen. Staaten müssen verpflichtet werden, ihre Steueranreize öffentlich zu machen“, fordert Winkler. „Gewinne sollen dort versteuert werden, wo sie erwirtschaftet werden. Es geht aber auch darum, die rund 83.000 einheimischen Millionäre zur Kassa zu bitten. Etwa mit der Einführung von Vermögenssteuern. Das Geld wird dringend für Bildungs- und Gesundheitsprojekte benötigt!“

Gerechtigkeit oberstes Ziel

„Es geht um Gerechtigkeit. Wenn die Reichen in unserer Gesellschaft einen Teil zum Gemeinwohl beitragen, ist allen geholfen. Vermögensbezogene Steuern sind nicht nur fair, sondern auch notwendig zur nachhaltigen und ausreichenden Finanzierung des Sozialstaats", so Winkler abschließend.

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