- 11.12.2015, 09:43:04
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Schultes: Kantinen können und dürfen nun beste statt billigste Lebensmittel einkaufen
Bund und Bundesländer aufgerufen, Beschaffungspläne rasch anzupassen
Utl.: Bund und Bundesländer aufgerufen, Beschaffungspläne rasch
anzupassen =
Wien (OTS) - "Täglich werden mehr als 2 Millionen Mahlzeiten in
Verwaltungsgebäuden, Schulen, Internaten, Kasernen, Krankenhäusern,
Pflege- oder Altersheimen verzehrt. Ab jetzt können dafür regionale
Lebensmittel eingekauft werden, da das Parlament mit der Novelle zum
Bundesbeschaffungsgesetz das Prinzip Best- statt Billigstbieter
beschlossen hat. Betroffen von dieser Neuregelung sind Eier, Milch,
Butter, Fleisch, Obst und Gemüse. Nun gilt es, rasch alle
Beschaffungspläne des Bundes und der Bundesländer dieser neuen
Situation anzupassen. Auf diese Weise können Regionalität, Frische
und Nachhaltigkeit beim Lebensmitteleinkauf aktiv gelebt werden",
erklärte gestern Hermann Schultes, Präsident der
Landwirtschaftskammer Österreich.
Erster Schritt - Liste erweitern
"Der Bundesgesetzgeber hat mit dieser Novelle klargestellt, dass
die hohen heimischen Standards, wie Gentechnikfreiheit oder bessere
Tierwohl-Regeln, die von ihm selbst für alle bäuerlichen Produzenten
beschlossen worden sind, auch für die Einkäufe der öffentlichen Hand
gelten sollen. In weiterer Folge ist das Bestbieterprinzip für
Lebensmittel zu erweitern, beispielsweise um Getreideprodukte oder
Käse. Die Novelle ist ein erster Schritt zu mehr Klarheit, denn
Herkunft muss erkennbar sein", stellte Schultes weiter fest.
Der Auslöser für die Änderungen im Bundesbeschaffungsgesetz war
ursprünglich die Bauwirtschaft, die das Bestbieter- anstatt des
Billigbieterprinzips für die Baubranche verankert wissen wollte.
Daher urgierten auch die Vertreter der Landwirtschaft eine
entsprechende Berücksichtigung der Lebensmittel im Gesetz, denn wenn
öffentliche Einrichtungen Lebensmittel in großem Umfang einkaufen,
ist eine Ausschreibung notwendig.
"Nun kann es bei der Ausschreibung um das beste und nicht
ausschließlich um das billigste Angebot gehen. Regionalität,
nachvollziehbare Herkunft, breite Vielfalt und höchste Qualität sind
die Markenzeichen unserer Lebensmittel. Mit den neuen
Beschaffungsregeln verhindern wir eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bei
den Konsumenten, weil qualitativ hochwertigen Lebensmitteln der
Vorrang vor Billigimporten gegeben werden kann. Österreichische
Vielfalt und Qualität sind für alle da", betonte Schultes.
(Schluss)
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