Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss: Entmündigung der Schulpartner inakzeptabel

B-SGA sieht Schulpartnerschaft auf dem Abstellgleis

Wien (OTS) - Mit Entsetzen hat der Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA) die Ankündigung der Regierungsparteien zur Kenntnis genommen, Mitbestimmungsrechte der Eltern, Schüler und Lehrer in den geplanten Gesamtschul-Modellregionen abzuschaffen.

„Jetzt wissen wir, warum die gewählten Vertreter der Schulpartner von der Bildungsreform 2015 ausgegrenzt wurden. Die Regierung möchte nach dem Motto „Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt.“ handeln“, so Theodor Saverschel, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen wörtlich. „Die Absicht, das Entscheidungsrecht der Schulpartner vor Ort bei der Umwandlung von Gymnasien zu Gesamtschulen abzuschaffen, übertrifft unsere schlimmsten Befürchtungen.“

Maximilian Gnesda, Bundesschulsprecher, sieht eine Stärkung der Schulpartnerschaft gefährdet. „Ich bin enttäuscht, dass die Versprechungen, uns Schulpartnern in der Reform mehr Mitsprache zu geben, nicht in die Tat umgesetzt wurden. Hoffnung gibt mir aber die Aussage von Sektionschef Nekula. Zumindest in der Gesetzgebungsphase wolle man uns nun einbinden. Inwiefern dies wieder ein leeres Versprechen von Seiten des SPÖ-Ministeriums ist, bleibt abzuwarten.“

Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, stößt ins gleiche Horn: „Bei der Einführung von Modellregionen für Gesamtschulen wird davon ausgegangen, dass die bisher dafür notwendige Zustimmung der betroffenen Schüler, Eltern und Lehrer nicht erreicht wird. Was man auf demokratischem Weg nicht durchsetzen kann, möchte man jetzt offensichtlich durch die Abschaffung der Mitbestimmungsrechte erzwingen.“

Jürgen Rainer, der Vorsitzende der BMHS-Gewerkschaft, weist auf ein weiteres Problem des Bildungsreformpapiers hin: „Dass sich die Schulen ihr Supportpersonal selbst finanzieren sollen, indem sie Klassen vergrößern und auf Teilungen verzichten, kann aus pädagogischer Sicht nur zurückgewiesen werden.“

Als „unerträglichen Zynismus“ bezeichnet Theodor Saverschel die Aussagen von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, dass Eltern, die ihre Kinder nicht in zwangsumgestellte Gesamtschulen schicken wollen, eben an andere Schulen außerhalb der Modellregion „ausweichen“ müssten.

„Gerade jetzt nach der Abschaffung der Kollegien brauchen wir Schulpartner. Es ist längst an der Zeit, dass wir Landes- und Bundes-Schulgemeinschaftsauschüsse gesetzlich verankern“, so Bundesschulsprecher Maximilian Gnesda

„Eine Politik, die der Schule wertschätzend begegnet und sie in eine erfolgreiche Zukunft führen möchte, darf die Schulpartner nicht entmündigen, sondern muss deren Mitbestimmungsrechte ausbauen!“ so die Mitglieder des B-SGA abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Maximilian Gnesda
Bundesschulsprecher, maximilian.gnesda@bsv.at

Ing. Theodor Saverschel, MBA
Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs, office@bundeselternverband.at

Mag. Dr. Eckehard Quin
Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der GÖD, eckehard.quin@goed.at

MMag. Jürgen Rainer
Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft in der GÖD, juergen.rainer@goed.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NOB0001