• 12.11.2015, 13:15:12
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Karmasin: „7.500 Jugendliche in Österreich leiden unter Essstörungen. Wir müssen etwas tun!“

Neue Präventionsprojekte des BMFJ starten – Projekt von „Safer Internet“ zu Glorifizierung von Essstörungen in den sozialen Medien

Utl.: Neue Präventionsprojekte des BMFJ starten – Projekt von „Safer
Internet“ zu Glorifizierung von Essstörungen in den sozialen
Medien =

Wien (OTS) - „Rund 7.500 junge Österreicherinnen und Österreicher
unter 20 Jahren leiden an einer Essstörung. 90 bis 97% der
Betroffenen sind Mädchen. Das lässt mich als Familien- und
Jugendministerin nicht kalt. Wir als BMFJ werden deswegen neue
Präventionsprojekte starten, Aufklären und Informieren“, so Sophie
Karmasin. In letzter Zeit sei noch dazu ein bedenklicher Trend zu
erkennen: Jugendliche glorifizierten ihre Essstörungen in den
sozialen Medien (Pro Ana/Pro Mia) und geraten dabei oft in eine
gefährliche Spirale.

Eine Studie zeige, dass nur 42% der unter 15jährigen
Österreicherinnen und Österreich zufrieden mit ihrem Körpergewicht
seien. Mädchen seien besonders unzufrieden mit ihrem Gewicht. „Es
gibt zahlreiche Risikofaktoren die zu Essstörungen führen. Etwa
mangelndes Selbstwertgefühl, wenig Anerkennung oder starre
Geschlechterrollen. Es ist oft also auch ein ‚Hunger nach
Anerkennung‘ der junge Menschen in eine Magersucht treibt“, so die
Familienministerin, die die aktuellen Zahlen als Grundlage für neue
Präventionsprojekte nimmt.

So startet das BMFJ im Jänner 2016 die Workshopreihe „body.talks“ bei
der die Körperwahrnehmung und Ernährung im Zusammenhang mit digitalen
Medien mit Jugendlichen thematisiert werden. Es ginge um das Erkennen
von vertrauenswürdigen Quellen und die Diskussion über Diäthilfen im
Netz und über Körperkult von Stars und in der Werbung. Zudem werde
das Familien- und Jugendministerium seine bestehenden
Beratungsangebote für Eltern und Jugendliche zum Thema Esstörungen,
auf Plattformen wie www.digi4family.at und www.eltern-bildung.at,
ausgebaut und stärker beworben werden.

„Es geht beim Thema Esstörungen vor allem um mehr Information und
Aufklärung sowie um Beratung. Wir müssen an die Jugendlichen heran
und mit ihnen über dieses schwierige Thema sprechen und wir müssen
die Eltern sensibilisieren, wie sie auf ungewöhnliches Verhalten
ihrer Kinder reagieren“, so die Jugendministerin.

Hinzu kommt ein gefährlicher neuer Trend bei Jugendlichen mit
Essstörungen, den Medienforscher Jochen Tschunko für Safer Internet
in den letzten Wochen unter die Lupe genommen hat. Es gehe um die
Glorifizierung von pathologischem Essverhalten. Unter dem Titel
„Pro-Ana/-Mia“ (als Begriffsableitungen von Anorexia Nervosa
(Magersucht) und Bulimia Nervosa (Ess-Brechsucht)) tauschen sich
Betroffene in sozialen Medien über ihre Essstörung aus und geben sich
gegenseitig Tipps wie man noch mehr Gewicht verlieren könne. Ana
werde so zu einem personifizierten Idealbild für Menschen mit
Essstörung und werde zu einer digitalen Freundin der Betroffenen, die
oft im realen Leben keine Freunde hätten.

„Ich halte diesen neuen Kult um Essstörungen für extrem gefährlich.
Ana und Mia sind keine Freundinnen, sie sind eine Krankheit. So klar
müssen wir das unseren Jugendlichen vermitteln und die Eltern
sensibilisieren, dass sie auffälliges Verhalten ihrer Kinder, in den
sozialen Medien wie im realen Leben, erkennen und richtig darauf
reagieren“, so Karmasin abschließend.

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