- 28.09.2015, 14:09:40
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ÖH: Schwangerschaftsabbruch raus dem Strafgesetz!
Förderung von Selbstbestimmung von Frauen muss das zentrale Anliegen sein
Utl.: Förderung von Selbstbestimmung von Frauen muss das zentrale
Anliegen sein =
Wien (OTS) - Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) nimmt
den heutigen Internationalen Aktionstag für den freien Zugang zu
sicheren und legalen Schwangerschaftsabbrüchen zum Anlass erneut
Rechte von Frauen einzufordern. Nach aktueller Gesetzeslage ist es
schwangeren Frauen innerhalb einer 12-wöchigen Frist zwar möglich
einen legalen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen, bis heute
handelt es sich allerdings um einen Akt der durch das Strafgesetz
geregelt ist. "Schwangerschaftsabbruch über das Strafgesetz zu
bestimmen, lässt Abtreibung wie einen kriminellen Akt wirken und
verstärkt das Gefühl ein Tabu zu begehen. Das ist der vollkommen
falsche Weg und beschränkt Frauen in ihrer Entscheidungsfreiheit", so
Magdalena Goldinger vom Vorsitzteam der ÖH: "Der Fokus muss
eigentlich auf der Stärkung der Selbstbestimmung von Frauen liegen.
Am wichtigsten wäre es in diesem Zusammenhang endlich Möglichkeiten
zur Kostenübernahme zu schaffen und Behandlungsstellen bundesweit
auszubauen."
"Regelungen für die Kostenübernahme sind einfach nicht vorhanden.
Preise für Abbrüche belaufen sich zwischen 350 und 800 Euro. Das ist
pure Willkür auf Kosten von Frauen", sagt Goldinger: "Das eigentlich
Problem ist aber, dass es keine einzige Möglichkeit einer
Kostenübernahme gibt. Frauen, die sich keine Abtreibung leisten
können, werden damit zur Schwangerschaft gezwungen. Student_innen
sind von diesem Problem noch einmal besonders betroffen. Abseits
davon, dass sich viele eine Abtreibung einfach nicht leisten können,
führt eine Karenzierung zum Verlust der Beihilfen. Studierende Frauen
befinden sich damit in einer Pattsituation, die mindestens das
Studium gefährdet oder im schlimmsten existenzbedrohend ist. Dass so
etwas in Österreich möglich ist, ist ein Skandal." Wie sich in den
letzten Jahren ebenso gezeigt hat, muss aber auch an der
Sicherstellung der medizinischen Versorgung vor Ort gearbeitet
werden. "Es gibt ein eindeutiges Stadt-Land-Gefälle. Während es in
der Stadt durchaus ein weites Angebot an medizinische Versorgung
gibt, müssen Frauen am Land oft weite Strecken zurücklegen, um eine
Abtreibung durchzuführen. Ein Ausbau der medizinischen Betreuung wäre
damit ein erster wichtiger Schritt und würde Frauen zumindest eine
von zahlreichen Hürden nehmen."
Für die ÖH ist dieser Zustand untragbar und sie fordert daher die
Neu-Bestimmung des Gesetzes. "Wir müssen heute eineindeutiges Zeichen
setzen, dass wir diese Benachteiligung nicht mehr dulden. Wir rufen
daher alle dazu auf sich an den Protesten auf der Straße zu
beteiligen und unmissverständlich die Selbstbestimmung und
Gleichberechtigung von Frauen zu verlangen", so Goldinger.
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