- 18.09.2015, 11:01:36
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Jüdisches Museum Wien: Neue Ausstellung „Wiesenthal in Wien“
20. September 2015 bis 8. Mai 2016, Museum Judenplatz
Utl.: 20. September 2015 bis 8. Mai 2016, Museum Judenplatz =
Wien (OTS/RK) - Das Jüdische Museum Wien, ein Unternehmen der Wien
Holding, zeigt anlässlich des 10. Todestages von Simon Wiesenthal ab
20. September 2015 die Ausstellung "Wiesenthal in Wien" im Museum
Judenplatz. Die Ausstellung zeigt zehn Aspekte, die Wiesenthals Leben
und Arbeit zwischen Wien und der Welt charakterisierten: als
weltberühmter Aufdecker von Nazi-Verbrechen und als umtriebiger
oppositioneller Politiker innerhalb der Wiener Kultusgemeinde, von
seiner unablässigen Forderung nach Aufklärung bis zu seiner gelebten
Erinnerungsarbeit.
Kämpfer für Gerechtigkeit
Simon Wiesenthal (1908-2005) hat wie kaum ein anderer die
Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und damit ein wichtiges, lange
ausgeblendetes Kapitel der österreichischen Nachkriegsgeschichte
geprägt. Wien wurde für den in Galizien geborenen
Holocaust-Überlebenden zum Mittelpunkt seines unermüdlichen Einsatzes
auf der Suche nach Gerechtigkeit. Die Ausstellung im Museum
Judenplatz zeichnet anhand von zehn Aspekten aus Wiesenthals Leben
und Arbeit ein vielschichtiges Porträt und zeigt die wesentlichen
Seiten dieser Ausnahmepersönlichkeit, vor allem Wiesenthals Wirken in
der österreichischen Gesellschaft, im Zusammenspiel mit seiner
nationalen und internationalen Rezeption. Sie thematisiert sowohl
seine Arbeitsweise in der Recherche und Dokumentation der
Nazi-Verbrechen, seine Kompromisslosigkeit im Kampf gegen das
Vergessen, wobei es ihm immer darum ging, zu einer lebendigen
Erinnerungskultur beizutragen und die Bevölkerung zu sensibilisieren,
als auch seinen Umgang mit auf ihn gerichteten antisemitischen
Attacken. Gerechtigkeit, nicht Rache war sein Motiv, womit er
international als moralische Instanz bei der Ausforschung von
Nazi-Tätern anerkannt war. Er trug zur Auffindung zahlreicher
Nazi-VerbrecherInnen bei: So spielte er etwa eine zentrale Rolle bei
der Ergreifung Adolf Eichmanns oder deckte durch akribische
Recherchen die grausamen Aktivitäten der SS-Aufseherin Hermine
Braunsteiner auf und leistete mithilfe seiner weltweiten Kontakte
einen erheblichen Beitrag zu Ihrer Auffindung.
Ausstellung in zehn Aspekten
"Wiesenthal in Wien" entstand in enger Zusammenarbeit zwischen dem
kuratorischen Team des Jüdischen Museums Wien und dem Simon
Wiesenthal Archiv Wien und zeigt zehn Aspekte, die Wiesenthals Leben
und Arbeit zwischen Wien und der Welt charakterisierten: Von seinen
globalen Aktivitäten über seine Arbeit mit Displaced Persons bis zu
seiner Arbeitsweise als Aufklärer von Nazi-Verbrechen. Die
Ausstellung zeigt Wiesenthal aus vielen verschiedenen Perspektiven.
Auch eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem
Wiesenthal-Narrativ und seine Rolle als Politiker innerhalb der
Israelitischen Kultusgemeinde werden in der Ausstellung thematisiert.
Der Ausstellungsort
Das Museum Judenplatz ist für diese Schau kein zufällig gewählter
Ort. Hier befinden sich die Erinnerungen an die erste Wiener jüdische
Gemeinde und hier steht das von Wiesenthal durchgesetzte Mahnmal für
die Holocaust-Opfer. Mit der langjährigen Forderung nach einem
Mahnmal für die in der Schoa ermordeten österreichischen Jüdinnen und
Juden auf dem Judenplatz, setzte er sich schließlich in den 1990er
Jahren durch und veränderte damit auch das Erscheinungsbild seiner
Heimatstadt. Nach heftigen, öffentlich ausgetragenen Debatten wurde
das von Rachel Whiteread gestaltete Mahnmal schließlich am 26.
Oktober 2000 auf dem Wiener Judenplatz enthüllt.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (ISBN-Nr. 978-3-901398-79-7)
zum Preis von EUR 29,90, der ab sofort im Museum erhältlich ist. Die
von Werner Hanak-Lettner und dem KuratorInnenteam des Museums
erarbeitete Ausstellung ist von 20. September 2015 bis 8. Mai 2016 im
Museum Judenplatz, einem Museum der Wien Holding, zu sehen.
Das Museum in 1010 Wien, Judenplatz 8 ist von Sonntag bis
Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, Freitag 10 bis 14 Uhr geöffnet. Am
Samstag ist das Museum geschlossen. Am zweiten Standort in der
Dorotheergasse sind die Öffnungszeiten Sonntag bis Freitag 10 bis 18
Uhr. Für beide Museen gibt es ein gemeinsames Ticket (gültig vier
Tage ab Ausstellungsdatum) zum Preis von EUR 10, ermäßigt EUR 8,
Gruppen EUR 7, Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18.
Lebensjahr frei, StudentInnen (bis 27 Jahre), Zivil- und
Präsenzdiener EUR 5, Schulklassen haben nach wie vor freien Eintritt,
für die Schülerführung ist ein Kostenbeitrag von EUR 20 zu leisten.
Weitere Informationen und Ermäßigungen unter www.jmw.at oder unter
info@jmw.at.
Foto- und Pressematerial zu den aktuellen Ausstellungen finden Sie
auf der Homepage des Medienbüros unter: www.stalzerundpartner.com
unter Service/Downloads.
Einblick in die laufenden Ausstellungen und Veranstaltungen
erhalten Sie über VIMEO unter http://vimeo.com/jewishmuseumvienna
oder auf Flickr unter
http://www.flickr.com/photos/jewish_museum_vienna.
(Schluss)
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