- 05.09.2015, 15:47:30
- /
- OTS0054 OTW0054
SPÖ-Themenrat (7) - Schieder: SPÖ steht für sozial durchlässige und gerechte Gesellschaft
ThemenpatInnen präsentieren Leitresolution: Verstärkte Frühförderung, gemeinsame, ganztägige Schule, mehr Schulautonomie und freier Hochschulzugang
Utl.: ThemenpatInnen präsentieren Leitresolution: Verstärkte
Frühförderung, gemeinsame, ganztägige Schule, mehr
Schulautonomie und freier Hochschulzugang =
Wien (OTS/SK) - SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder hat heute, Samstag,
beim SPÖ-Themenrat unter dem Motto "Bildung. Chancen. Zukunft" die
wichtigsten Punkte der Leitresolution skizziert. In der
Leitresolution findet sich ein Bekenntnis zur flächendeckenden
Frühförderung und zur gemeinsamen, ganztägigen Schule genauso wie zum
freien Hochschulzugang. Zentrale Punkte sind, wie Schieder betonte,
u.a. auch die Stärkung der Schulautonomie und der Erwachsenenbildung.
Schieder betonte mit Verweis auf die Resolution: "Die SPÖ steht für
eine sozial durchlässige und gerechte Gesellschaft. Jeder Mensch soll
unabhängig von der Herkunft die Möglichkeit haben, bestmögliche
Bildung und Ausbildung zu absolvieren". Im Anschluss präsentierten
zwölf ThemenpatInnen in fünf Themenblöcken die Leitresolution. ****
Schieder unterstrich, dass "Bildung der Hebel ist, um die
Gesellschaft und bestehende Ungerechtigkeiten zu verändern und zum
Besseren zu entwickeln". Das gelte vom Kindergarten bis zur
Erwachsenenbildung, so Schieder, der auch die Wichtigkeit eines
gleitenden Übergangs vom Kindergarten in den Schulalltag sowie die
Bedeutung einer modernen Schulverwaltung betonte. Von zentraler
Bedeutung sei außerdem die gemeinsame, ganztägige Schule in
verschränkter Form, sagte Schieder, der auch das Grundprinzip des
freien Zugangs zur Hochschule unterstrich.
SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann - Themenpatin für
Bildungsgerechtigkeit - betonte, dass die nach wie vor bestehende
Bildungsvererbung "uns nicht kaltlässt, sondern ein Handlungsauftrag
ist. Denn es darf nicht vom Geldbörsel der Eltern abhängen, welche
Bildungschancen ein Kind vorfindet." Daher kämpfe die SPÖ - die schon
viel erreicht hat - für die gemeinsame, ganztägige Schule, für eine
Aufwertung der Elementarpädagogik und auch für ein zweites
Gratis-Kindergartenjahr. Es gelte, "konsequent weitere Meilensteine
für Bildungs- und Leistungsgerechtigkeit zu setzen", denn eine
Vergeudung von Talenten und Lebenschancen können wir uns nicht
leisten, sagte Grossmann. Sascha Ernszt, Vorsitzender der
Österreichischen Gewerkschaftsjugend, sprach sich als Themenpate im
Sinne der Stärkung von Lebenschancen für den Abbau von Hürden in der
Berufsausbildung aus. "Denn die besten Berufsschulen nutzen nichts,
wenn man sich überlegen muss, ob man sich das leisten kann", sagte
Ernszt, der sich froh über das Bekenntnis der SPÖ zu einem freien
Bildungszugang zeigte. Kurt Scholz (ehemaliger amtsführender
Stadtschulratspräsident Wien) betonte, dass "die SPÖ einen
Leistungsbegriff hat, während andere einen Vererbungsbegriff haben.
Wir glauben, dass die Begabung entscheidet, und nicht der Umstand, ob
der Storch das Kind ins richtige Nest legt". Für Scholz ist klar:
"Vererbungsbegriffe haben im Schulwesen nichts zu suchen. Die SPÖ ist
mit ihrer Resolution auf dem richtigen Weg."
SPÖ-Kinder- und Jugendsprecherin Katharina Kucharowits,
AKS-Bundesvorsitzende Christina Götschhofer und Jürgen Czernohorszky
(Bundesgeschäftsführer der Österreichischen Kinderfreunde) widmeten
sich als ThemenpatInnen den Bereichen
Elementarpädagogik, Schuleingangsphase und Grundkompetenzen.
Götschhofer verwies auf die Wichtigkeit eines sanfteren Übergangs
durch eine Schuleingangsphase und unterstrich die Bedeutung der
SchülerInnenmitbestimmung. Themenpatin Kucharowits sagte, dass es
gelte, "die Neugier und das Lernen-Wollen stärker in die Volksschule
mitzunehmen" und dafür zu sorgen, dass die Berufswünsche von Kindern
auch Realität werden. Czernohorszky plädierte in Sachen Kindergärten
für viel mehr und bessere dieser Bildungsorte, die eine ganz zentrale
Bildungsreinrichtung seien.
Rudolf Altersberger, Kärntner Landesschulratspräsident, unterstrich
als Themenpate die Bedeutung der gemeinsamen, ganztägigen Schule für
die Sechs- bis Vierzehnjährigen (= Block 3). Altersberger machte
klar, dass "endlich Schluss mit der frühen Trennung sein muss, weil
wir sonst viele Ressourcen und Begabungen verlieren, die wir brauchen
würden". Die gemeinsame, ganztägige Schule sei "ein Turbo für mehr
Chancengerechtigkeit und die Voraussetzung für individuelle Förderung
sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf".
Als ThemenpatInnen für den Block 4 fungierten
SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl und VSStÖ-Bundesvorsitzende
Katrin Walch. Walch unterstrich, dass der freie Bildungszugang ein
zentrales Anliegen der SPÖ sei. Die VSStÖ-Chefin sagte auch, dass
Zugangsbeschränkungen in Sachen soziale Durchmischung eine
"Katastrophe" seien - außerdem würden dadurch Frauen diskriminiert.
Andrea Kuntzl betonte, dass "die Bildungsgerechtigkeit ein
Schlüsselbegriff der sozialdemokratischen Hochschulpolitik ist. "Denn
der Weg kann nicht darin bestehen, immer mehr Kinder über bessere
Schulen zur Matura zu führen, und dann die Hochschule zuzumachen".
Wichtig seien für die SPÖ auch eine Verbesserung der sozialen
Situation der Studierenden und die Frauenförderung. Hier habe man
schon viel erreicht, sagte Kuntzl mit Verweis auf die 50-
Prozent-Frauenquote in den Gremien.
Schwerpunktbereiche des fünften Blocks waren multiprofessionelle
Teams an Schulen, mehr Autonomie und eine moderne Schulverwaltung.
Die Themenpatenschaft für diesen Bereich übernahmen Thomas Bulant
(Bundesvorsitzender der FSG PflichtschullehrerInnen), Alexia
Getzinger (steirische Landesschulrats-Vizepräsidentin) sowie Patrick
Wolf (Bundesvorsitzender Sozialdemokratischer LehrerInnenverein
Österreich). Getzinger sagte, dass mehr Autonomie die beste Basis für
eine moderne Schulverwaltung sei. Hier gehe es u.a. um mehr
Gestaltungsspielraum für die Schulen - und das in pädagogischer,
personeller, organisatorischer und finanzieller Hinsicht. Bulant
betonte, dass professionell ausgebildete und gut aufeinander
abgestimmte Teams "Garant dafür sind, dass auf die Interessen und
Begabungen unserer Kinder gut eingegangen werden kann". Patrick Wolf
unterstrich zum Thema Bildungsgerechtigkeit, dass es für die
Lebenschancen eines Kindes egal sein muss, welche Eltern es hat.
Außerdem stellte Wolf klar, dass ein Flüchtlingslager kein Ort für
Kinder sei und kein Ort, in dem Chancen stattfinden.
SERVICE: Die Leitresolution im Volltext findet sich auf der Webseite
der SPÖ unter http://tinyurl.com/nbe32l7 (Schluss) mb/bj/mo
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NSK