- 03.09.2015, 09:16:57
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Walser: Anzeige gegen freiheitliches Schmierblatt „Aula“
Grüne: Neonazistischer Artikel muss strafrechtliche Konsequenzen haben
Utl.: Grüne: Neonazistischer Artikel muss strafrechtliche
Konsequenzen haben =
Wien (OTS) - "Ich bin nicht mehr bereit, neonazistische Artikel, wie
sie laufend im freiheitlichen Schmierblatt ‚Aula’ erscheinen,
hinzunehmen und werde nun Anzeige erstatten", kommentiert Harald
Walser, Grüner Nationalratsabgeordneter, völlig inakzeptable Inhalte
in der letzten Nummer der ‚Aula’.
Das Dokumentationsarchiv zitiert aus einem Artikel des Aula-Autors
Fred Duswald, wonach unter dem Titel "Mauthausen-Befreite als
Massenmörder" die 1945 befreiten Häftlinge des KZ Mauthausen als
"Landplage" und "Kriminelle", die "raubend und plündernd, mordend und
schändend [...] das unter der 'Befreiung' leidende Land [plagten]"
und "mit den sowjetischen 'Befreiern' in der Begehung schwerster
Verbrechen wetteiferte[n]" auf unerträgliche Weise verunglimpft
werden. Für Walser hat die aktuelle Nummer der Aula wieder einmal
einen strafrechtlich relevanten Tiefpunkt erreicht: "Mit meiner
Anzeige wird sich die Staatsanwaltschaft zu beschäftigen haben, aber
ich gehe davon aus, dass sich Duswald für diese Ungeheuerlichkeiten
wegen des Tatbestands der Wiederbetätigung zu verantworten haben
wird."
Walser erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass der
Aula-Herausgeber, der Freiheitliche Akademikerverband, bereits in den
letzten Wochen mit den indiskutablen Inhalten zu Flüchtlingen auf
seiner Website für einen Eklat gesorgt habe: "Dass in diesem Verband
zahlreiche hohe Funktionsträger der FPÖ - wie beispielsweise die
Nationalratsabgeordneten Axel Kassegger und Reinhard Bösch - in
tragender Funktion Mitglied sind und daher die neonazistischen
Inhalte der Aula mit zu verantworten haben, zeigt einmal mehr, wo die
FPÖ zu verorten ist, nämlich im rechtsextremen und wenigstens
teilweise wohl auch neonazistischem Segment." Duswald sei bereits
2011 wegen ähnlich formulierter Aussagen von der Israelitischen
Kultusgemeinde angezeigt worden und die FPÖ sei schon damals nicht
willens gewesen, sich davon zu distanzieren. "Ich bin gespannt, ob
die FPÖ diesmal Worte finden wird, wenn KZ-Häftlinge als Massenmörder
bezeichnet werden", sagt Walser.
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