• 25.08.2015, 10:22:16
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Causa „Zieselbrücke“ – Wiener Tierschutzverein mahnt zur Besonnenheit

„Zieselübergang“ beschädigt – WTV Präsidentin Petrovic warnt vor falschen Verdächtigungen. Ob Ziesel „übersiedeln“, liege zudem an den Tieren selbst.

Utl.: „Zieselübergang“ beschädigt – WTV Präsidentin Petrovic warnt
vor falschen Verdächtigungen. Ob Ziesel „übersiedeln“, liege
zudem an den Tieren selbst. =

Vösendorf (OTS) - Erneuter Wirbel um die Ziesel: Wie bereits bekannt
ist, muss eines der allerletzten Vorkommen der strengstens
geschützten Ziesel in Europa entgegen den Schutzbestimmungen der
Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH), die im EU-Recht verankert ist,
einem Großbauvorhaben weichen. Im Detail geht es dabei um die
Verbauung von Grundstücken hinter dem Heeresspital im 21. Wiener
Gemeindebezirk, wo die Nagetiere ihren Lebensraum haben. Es handelt
sich um eines der größten und vitalsten Zieselvorkommen Europas.
Schätzungen zufolge soll der dortige Zieselbestand demnächst die
1000er Marke erreichen. Um die Ziesel umzusiedeln, werden im Moment
vom Bauträger ein Steg und Tunnel errichtet, die es den Tieren
ermöglichen sollen, auf die andere Seite des Marchfeldkanals zu
übersiedeln. Unbekannte demolierten, wie nun bekannt wurde, diese
Konstruktion. Unter anderem wurden dem Vernehmen nach Tore
eingedrückt, Schutzzäune niedergerissen und die Röhren mit Steinen
blockiert.

Die Verdächtigungen und Anschuldigungen, wer für die Tat
verantwortlich sein könnte, ließen nicht lange auf sich warten. Der
Wiener Tierschutzverein (WTV), der sich selbst für das Schicksal der
Ziesel einsetzt, mahnt in diesem Zusammenhang zur Besonnenheit, zur
Wahrung aller Tierschutz- und Naturschutznormen und zum Verzicht auf
Unterstellungen. "Niemand von den Zieselfreundinnen und
Zieselfreunden wird Reputation und Existenz aufs Spiel setzen, um
einen Zaun zu beschädigen. Das würde überdies doch eher der Sache
unnötigen Schaden zufügen, als nützen", sagt WTV-Präsidentin
Madeleine Petrovic. Denn die Rechtsgrundlagen sowie auch die
Abmachungen mit den Projektwerbern seien eindeutig: Keinem Ziesel
darf ein Haar gekrümmt werden - das gilt für beide Seiten des
Marchfeldkanals. "Ob oder wann die Ziesel "übersiedeln" oder sich
aber als vitale Population ausbreiten, das liegt immer noch bei den
Zieseln selbst".

Hinzu kommt, dass die Ziesel auf Platz Eins der Roten Liste der
gefährdetsten Tierarten Europas stehen. Der WTV bedauert daher einmal
mehr, dass eine rasche und einfache politische Lösung im Sinne der
sofortigen Bereitstellung einer Ausgleichsfläche für das Bauvorhaben
offenbar nicht in Frage kommt. "Die Stadt Wien verfügt über
Baulandreserven in großem Umfang. Mit Hilfe der Medien, die sich
schon bisher so tatkräftig für die Ziesel eingesetzt haben, wäre
sogar eine teilweise Abgeltung durch Spenden sicher möglich. Dann
wären die wirtschaftlichen Interessen der Bauträger jetzt gewahrt und
nicht vom Verhalten der so bedrohten und raren, putzigen Tiere
abhängig. Noch wäre Zeit, vor der kommenden Wiener Wahl, zu einer
Konsenslösung zu kommen", so Petrovic. Verhärtete Fronten,
Unsicherheiten und grundlose Verdächtigungen würden hier nur Mensch,
Tier und der Wirtschaft schaden, so die Präsidentin abschließend.

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