• 18.08.2015, 14:31:14
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Samariterbund: Einkaufen im Sozialmarkt ist kein Luxus

Der Samariterbund bedauert, dass eine Einkaufs-berechtigte Kundin des Sozialmarktes ohne jede Grundlage medial an den Pranger gestellt wurde.

Utl.: Der Samariterbund bedauert, dass eine Einkaufs-berechtigte
Kundin des Sozialmarktes ohne jede Grundlage medial an den
Pranger gestellt wurde. =

Wien (OTS) - "Wir bedauern zutiefst, dass eine Einkaufs-berechtigte
Kundin unseres Sozialmarktes medial verunglimpft und als
Sozialschmarotzerin dargestellt wurde", so Bernhard Lehner,
Geschäftsführer des Samariterbund Floridsdorf-Donaustadt: "Es ist
bedenklich, wie despotisch und unmenschlich unsere Gesellschaft mit
sozial bedürftigen Menschen umgeht."

Das Foto des Anstoßes, das auch Medien zugespielt wurde, zeigt eine
Frau, die den Einkauf aus dem Sozialmarkt in Floridsdorf gemeinsam
mit ihrer Tochter in ein qualitatives Auto mit tschechischem
Kennzeichen lädt. Bernhard Lehner: "Wir haben inzwischen mit der Frau
gesprochen. Sie ist alleinerziehende Mutter und hat den Einkaufspass
für den Sozialmarkt rechtens bekommen. Das Auto hat sie sich von
einem Bekannten für den Einkauf geliehen, da sie nach einer Operation
nicht schwer heben darf. Aufgrund des medialen Aufruhrs wollte die
Frau die Einkaufskarte zurücklegen. Wir laden sie herzlich ein,
weiterhin Kundin bei uns zu bleiben."

In den drei Samariterbund-Sozialmärkten können Menschen mit niedrigem
Einkommen Dinge des täglichen Bedarfs kostengünstig kaufen. Bei
Einzelpersonen liegt die Höchstgrenze bei Euro 900, pro Kind um Euro
270 höher. Paare dürfen über ein Höchsteinkommen von Euro 1.370
beziehen. "Der Samariterbund überprüft Einkaufsberechtigungen
regelmäßig und wird das in Zukunft noch engmaschiger tun", so
Bernhard Lehner. Das laufende Warenangebot der Sozialmärkte reicht
von Brot, Milchprodukten, Teigwaren, Obst und Gemüse bis hin zu
Hygieneartikeln. Die Preise liegen deutlich unter jenen des
Diskonthandels, so wird das Haushaltsbudget etwas entlastet.

"Leider gehört es auch in Österreich zum Alltag, dass Menschen von
Armut betroffen sind. Wir stellen in unseren Sozialmärkten einen
stetig wachsenden Bedarf fest. Derzeit haben wir etwa 10.000
BezieherInnen, besonders hart trifft es Familien mit Kindern", so
Bernhard Lehner abschließend: "Warenspenden, etwa aus Überproduktion
direkt vom Erzeuger, sind in den Sozialmärkten übrigens herzlich
willkommen."

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ARB

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