• 17.07.2015, 08:30:01
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ÖGfE-Schmidt: Österreicher gegen britischen EU-Austritt, aber keine Sonderbehandlung

48 Prozent für britische EU-Mitgliedschaft - 63 Prozent haben kein Verständnis für Neuverhandlungen - EU-Austritt mit negativen Folgen für Großbritannien und EU - Umfrage

Utl.: Utl.: 48 Prozent für britische EU-Mitgliedschaft - 63 Prozent
haben kein Verständnis für Neuverhandlungen - EU-Austritt mit
negativen Folgen für Großbritannien und EU - Umfrage =

Wien (OTS) - Die Bemühungen des britischen Premiers David Cameron,
die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens neu zu definieren, reißen nicht
ab. "Der britische Wunsch nach Neuverhandlungen über die Bedingungen
der EU-Mitgliedschaft stößt in Österreich allerdings auf wenig
Gegenliebe. Aber auch ein etwaiger EU-Austritt Großbritanniens findet
keine Mehrheit. Ein Brexit würde beiden Seiten schaden", fasst
ÖGfE-Generalsekretär Paul Schmidt die Ergebnisse einer
österreichweiten Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für
Europapolitik (ÖGfE) zusammen.

Großbritannien soll weiterhin Teil der EU bleiben, meinen 48 Prozent
der Befragten. Im Februar/März 2013 waren es noch 65 Prozent. Kaum
verändert hat sich - mit 27 Prozent - die Zahl jener, die für einen
EU-Austritt des Vereinigten Königreichs plädieren (Februar/März 2013:
23 Prozent). Verdoppelt hat sich hingegen der Anteil jener, die sich
zu dieser Frage keine Meinung bilden können - von 12 auf 25 Prozent.

Eine Mehrheit der ÖsterreicherInnen steht Verhandlungen über die
Bedingungen der britischen EU-Mitgliedschaft skeptisch gegenüber. Nur
ein Viertel (25 Prozent) plädiert dafür, dass die EU Großbritannien
entgegenkommt, zwei Drittel (63 Prozent) zeigen dafür kein
Verständnis (12 Prozent "weiß nicht/Keine Angabe). Auch dezidierte
BefürworterInnen der britischen EU-Mitgliedschaft sind mehrheitlich
(59 Prozent) gegen eine Sonderbehandlung Londons (32 Prozent für ein
Entgegenkommen).

"Weder für die EU - und noch viel weniger für Großbritannien selbst
- wäre jedoch ein britischer EU-Austritt eine wünschenswerte Option",
so Schmidt.

Im Falle eines "Brexit" befürchten 44 Prozent negative Folgen für die
EU und 52 Prozent für Großbritannien. Positiv wird eine solche
Entwicklung nur von 11 Prozent ("für die EU") bzw. 14 Prozent ("für
Großbritannien") eingeschätzt. Ein knappes Drittel (31 Prozent) ist
der Ansicht, dass ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU "keine
wesentlichen Auswirkungen" auf die Union mit sich bringen würde. 12
Prozent nehmen an, dass ein EU-Austritt "keine wesentlichen
Auswirkungen" auf Großbritannien hätte.

"Angesichts der Vielzahl an aktuellen Herausforderungen gibt es
hierzulande wenig Verständnis für britische Sonderwünsche. Eine
effizientere EU, die Zukunftsfragen beantworten kann, wird aber sehr
wohl begrüßt", meint Schmidt abschließend. " Grenzüberschreitende
Probleme können letztlich nur gemeinsam gelöst werden - nationale
Alleingänge sind kontraproduktiv".

Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen
Studiengesellschaft vom 9. bis 17. Juni 2015 im Auftrag der ÖGfE
durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 528 Personen per Telefon
(repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16
Jahre/Gewichtung nach Geschlecht, Alter und Bildung). Maximale
Schwankungsbreite ca. +/- 4,5 Prozent. Fehlende Werte auf 100
Prozent: "weiß nicht/Keine Angabe".

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