• 08.07.2015, 12:26:52
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Zwei vermeidbare Hitzeopfer auf Baustellen

GBH-Muchitsch appelliert an die Vernunft der Arbeiter und Arbeitgeber

Utl.: GBH-Muchitsch appelliert an die Vernunft der Arbeiter und
Arbeitgeber =

Wien (OTS) - Montag verstarb ein 56-jähriger Zimmerer auf einer
Baustelle in Seiersberg und Dienstag ein 46-jähriger Bauarbeiter in
Gösting/Graz. Beide kollabierten aufgrund von Arbeiten unter extremer
Hitze im Freien. Josef Muchitsch, Gewerkschaft
Bau-Holz-Bundesvorsitzender: "Ich appelliere an alle Bauarbeiter, die
extreme Hitze nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Arbeiter
müssen verstärkt bei ihren Vorgesetzten darauf hinweisen, dass ein
Arbeiten bei diesen Bedingungen nicht möglich ist. Die Arbeitgeber
sind gefordert, ihre Bauarbeiter zu schützen und Maßnahmen zu setzen,
um Todesfälle zu vermeiden."

Gestern folgten bundesweit zahlreiche Firmen dem Aufruf der GBH, das
Arbeiten bei 35 Grad einzustellen. Dafür hat der Gesetzgeber die
Möglichkeit geschaffen, dass auf Anordnung des Arbeitgebers die
Arbeiten ab 35 Grad einzustellen sind. Für die Hitzestunden gebührt
eine Entschädigung in der Höhe von 60 Prozent, finanziert aus dem
Schlechtwetterfonds, für die Arbeiter. Muchitsch: "Schließlich
sprechen wir von wenigen Tagen und somit Stunden im Jahr. Diese
Bedingungen treten ausschließlich nachmittags ein. Im Hitzesommer
2013 wurden 24.307 Stunden für 8.571 Arbeiter bei 680 Firmen
Hitzefrei genutzt. 2014 gab es keinen Hitzesommer."

Verärgert ist der Baugewerkschafter über Unternehmen und deren
Baustellenverantwortliche, welche von der Regelung keinen Gebrauch
machen. Muchitsch spricht hier von grober Fahrlässigkeit gegenüber
Arbeitern: "Mir ist bewusst, dass in der Praxis Abschlussarbeiten,
wie das Betonieren und das Einbauen eines Mischgutes im Straßenbau,
fertiggestellt werden müssen und erst dann Hitzefrei gewährt wird.
Wenn aber auf Hochbaustellen Poliere im Auftrag des Arbeitgebers bei
nicht Weiterarbeiten trotz unmenschlicher Hitze mit Entlassung oder
dem Hinweis auf Ersatzarbeitskräfte drohen, hört sich die
Menschlichkeit auf. Leider wurden uns auch solche Vorfälle gemeldet!"

Die Gewerkschaft Bau-Holz wird in den nächsten Tagen die Kampagne
"Sonnenschutz am Bau" mit Empfehlungen bei Arbeiten unter extremer
Hitze intensivieren. Alle Mitglieder werden gesondert von der
Gewerkschaft Bau-Holz über Maßnahmen und Auswirkungen informiert.
Anspruch auf Hitzefrei haben nachfolgende Wirtschaftsklassen: Hoch-
und Tiefbau, Schachtbau, Eisenbieger, Straßenbau, Güterwegebau,
Brückenbau (ohne Stahlbau), Bahn- und Oberbau, Erdbau, Gewässerbau,
Wildbach- und Lawinenverbauung, Feuerungstechnische Baubetriebe,
Abbruchbetriebe, Holzbau, Gipser, Dachdecker, Pflasterer,
Gerüstaufbau und Gerüstverleih.

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