• 08.07.2015, 11:29:47
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Fachverband der Buch- und Medienwirtschaft übt scharfe Kritik an Novelle zum Urheberrecht

Verleger fühlen sich durch Neuregelung enteignet

Utl.: Verleger fühlen sich durch Neuregelung enteignet =

Wien (OTS) - Der Fachverband der Buch- und Medienwirtschaft in der
WKÖ übt scharfe Kritik an der Novelle zum Urheberrecht. Die
Neuregelung gibt den Bibliotheken im Rahmen einer Fernleihe
Möglichkeiten, die vor allem für wissenschaftliche Verlage einer
Enteignung gleichkommen. So dürfen laut gestriger Beschlüsse Kopien
von Werkstücken hergestellt werden, um im Rahmen einer Fernleihe zum
Gebrauch versendet zu werden.

Diese Regelung ist ein Riesenschlag gegen die Verlagsbranche.
Insbesondere wissenschaftliche Publikationen können dadurch künftig
in Österreich nicht mehr kommerziell erscheinen.

Nachdem bisher Verlage gemeinsam mit ihren Autoren beträchtliche
Investitionen getätigt haben, um der Öffentlichkeit ihre Werke
anzubieten und sich im Rahmen der Digitalisierung mit dem Aufbau von
Geschäftsmodellen befasst haben, wird dieser Wirtschaftssektor
gänzlich verschwinden.

Letztlich ist das ein Pyrrhussieg für die Wissenschaft, denn es wird
in Österreich niemand mehr in solche Publikationen investieren. Junge
aufstrebende Nachwuchskräfte im wissenschaftlichen Bereich werden
keine Verlage finden, die bereit sind, Geld für deren Publikationen
in die Hand zu nehmen.

"Dass diese neue Regelung sowohl aus der Sicht des Verfassungsrechts
und des Europarechts kaum halten wird, liegt für uns auf der Hand.
Wir werden als Fachverband alle erdenklichen Rechtsmittel dagegen
ergreifen", so der Verlegervertreter des Fachverbandes der Buch- und
Medienwirtschaft in der WKÖ, Georg Glöckler. (PWK545/PM)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWK

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