• 04.07.2015, 08:00:16
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ÖGfE-Schmidt: Geteiltes Meinungsbild zu Tsipras-Vorgehen und Euro-Zukunft Athens

46 Prozent wollen Griechenland nicht im Euro halten, 41 schon - 56 Prozent gegen Entgegenkommen in Schuldenfrage, 38 dafür – große Unterschiede nach Ausbildungshintergrund – Umfrage

Utl.: 46 Prozent wollen Griechenland nicht im Euro halten, 41 schon
- 56 Prozent gegen Entgegenkommen in Schuldenfrage, 38 dafür –
große Unterschiede nach Ausbildungshintergrund – Umfrage =

Wien (OTS) - "Die Entscheidung der griechischen Regierung, die
Gespräche mit den Kreditgebern vorläufig zu beenden und ein
Referendum anzusetzen, wird in Österreich durchaus skeptisch
gesehen", kommentiert ÖGfE-Generalsekretär Paul Schmidt das Ergebnis
einer aktuellen Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für
Europapolitik (ÖGfE), die vom 30. Juni bis 1. Juli durchgeführt
wurde. "Eine Mehrheit möchte derzeit Griechenland im Schuldenstreit
nicht weiter entgegenkommen. Weniger deutlich ist das Meinungsbild,
wenn es um die generelle Zukunft Athens in der Euro-Zone selbst
geht."

Auf die Frage, ob Griechenland in der Euro-Zone gehalten werden soll,
antworten 41 Prozent der befragten ÖsterreicherInnen mit "Ja", 46
Prozent äußern sich ablehnend.* Seit Februar hat sich das
diesbezügliche Meinungsbild kaum verändert. Damals sprachen sich -
bei ähnlicher Fragestellung - 40 Prozent dafür aus, dass Athen
"weiter am Euro beteiligt bleibt", 42 Prozent waren dagegen.

Dass Hellas im Euro gehalten werden soll, befürworten 61 Prozent der
Befragten mit Hochschulabschluss (dagegen: 29 Prozent), versus 33
Prozent der Befragten mit Berufs-, Handels- oder Fachschulhintergrund
(dagegen: 54 Prozent).

Wie schon im Februar möchte eine Mehrheit Griechenland beim Umgang
mit seinen Staatsschulden nicht entgegenkommen. Heute äußern sich 56
Prozent in diesem Sinn, bei der letzten Befragung waren es 58
Prozent.

"Die Lage hat sich zugespitzt. Daher ist auch die Zahl jener, die
Athen verstärkt helfen wollen, in den letzten Monaten von 28 auf 38
Prozent angestiegen", so Schmidt. "Die aktuelle Situation hat
jedenfalls zu einer Schärfung des Meinungsbildes beigetragen. Die
Zahl der "weiß nicht"-Nennungen ist von 15 auf 6 Prozent
zurückgegangen."

Befragte mit Hochschulabschluss sind zu 64 Prozent für ein Zugehen
auf Griechenland (dagegen: 32 Prozent). Bei Befragten mit Berufs-,
Handels- und Fachschulabschluss ist ein konträres Meinungsbild zu
sehen (dafür: 29 Prozent / dagegen: 64 Prozent).

46 Prozent der Befragten beurteilen die Beendigung der Gespräche mit
gleichzeitiger Ankündigung eines Referendums von Seiten Griechenlands
"eher negativ", 39 Prozent sehen diese Strategie "eher positiv".

"Angesichts der Komplexität der Thematik und der Emotionen rund um
das geplante Referendum sind die Entwicklungen nach der Abstimmung
schwer abzusehen. Es besteht aber zumindest die Chance, dass ab
Montag der für alle unbefriedigende Schwebezustand beendet wird.
Letztlich muss alles getan werden, um eine weitere Spaltung der
griechischen Gesellschaft, aber auch Europas zu verhindern. Dafür ist
Kompromiss- und Dialogfähigkeit auf beiden Seiten die wichtigste
Voraussetzung."

Download Grafiken:
http://www.oegfe.at/cms/uploads/media/Grafiken_GR.pdf

Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen
Studiengesellschaft vom 30. Juni bis 1. Juli 2015 im Auftrag der ÖGfE
durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 523 Personen per Telefon
(repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16
Jahre/Gewichtung nach Geschlecht, Alter und Bildung). Maximale
Schwankungsbreite ca. +/- 4,5 Prozent. *Fehlende Werte auf 100
Prozent = "weiß nicht/Keine Angabe". Vergleichsumfrage 16. bis 25.
Februar 2015, N=535 Befragte.

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