„Kulturmontag“ am 6. Juli: Mörbisch-Premiere, musikalisches Friedensprojekt in Srebrenica, drohender Verlust der Schreibschrift

Außerdem: „les.art“ mit Bachmann-Preisträger/in

Wien (OTS) - Facettenreich sind die Themen des "Kulturmontag" am 6. Juli um 22.25 Uhr, präsentiert von Clarissa Stadler: Die Sendung blickt zunächst nach Mörbisch, wo heuer die Neuinszenierung der Strauß-Operette "Eine Nacht in Venedig" auf dem Spielplan der Seefestspiele steht. Dazu live im Studio: Tenor Heinz Zednik. Weiters besucht das Kulturmagazin eine neue Musikschule in der bosnischen Stadt Srebrenica, die 20 Jahre nach den stattgefundenen Kriegsmassakern zur kulturellen Völkerverbindung und Aussöhnung beitragen soll. Das Engagement von Schriftdesignern gegen den drohenden Verlust der Schreibschrift als eine der wichtigsten Kulturtechniken der Menschheit steht im Fokus eines anderen Beitrags. Im Anschluss an das Magazin ist um 23.25 Uhr eine neue Ausgabe des Literaturtalks "les.art" anlässlich des Bachmann-Preises zu sehen, der am Vortag vergeben wird. Der oder die Preisträger/in ist zu Gast in der Sendung.

"Eine Nacht in Venedig" bei den Seefestspielen Mörbisch - Heinz Zednik live zu Gast im Studio

Ein Schiff wird kommen: Am 9. Juli geht am Neusiedlersee ein gewaltiges Kreuzfahrtschiff vor Anker. Es hat 30 Meter Durchmesser, wiegt gut und gern eine Tonne und ist das Herzstück des Bühnenbilds für die Neuinszenierung der Johann-Strauß-Operette "Eine Nacht in Venedig" bei den Seefestspielen Mörbisch 2015. Nach einem deutlichen Rückgang der Besucherzahlen geht es bei dem Open-Air-Festival finanziell wieder bergauf. 7.000 Besucher/innen mehr als 2013 wurden vergangene Saison gezählt und die bevorstehende spektakuläre Neuproduktion der turbulenten Karnevalskomödie soll diesen Trend fortsetzen. Intendantin Dagmar Schellenberger hat Publikumslieblinge wie Joesi Prokopetz und Verena Scheitz als Hauptdarsteller engagiert, für den guten Ton sorgen die Tenöre Herbert Lippert und Heinz Zednik. Es wird geflirtet, intrigiert und herzhaft zugelangt: Heinz Zednik, der diese Saison auch sein 50-jähriges Bühnenjubiläum an der Wiener Staatsoper feiert, ist Live-Gast im "Kulturmontag".
ORF III zeigt "Eine Nacht in Venedig" am Sonntag, dem 9. August (20.15 Uhr). Bereits in der ORF-2-"matinee" am Sonntag, dem 12. Juli, stimmt die Dokumentation "Karneval am See" (9.05 Uhr) des ORF-Landesstudios Burgenland auf die Neuinszenierung ein.

20 Jahre nach dem Massenmord: Die Musikschule von Srebrenica als kulturelles Versöhnungsprojekt

Am 11. Juli jährt sich das Massaker von Srebrenica zum 20. Mal. Die Massenermordung von 8.000 bosnischen Muslimen - Männern und Jugendlichen - durch serbische Truppen während des Jugoslawienkrieges gilt als schwerstes Kriegsverbrechen in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Während dem verantwortlichen General Ratko Mladić und dem einstigen Präsident Radovan Karadžić vor dem Haager Tribunal der Prozess gemacht wird, gehen in Srebrenica die Feinde von einst aufeinander zu. Die österreichische Musikorganisation Superar unterstützt in der noch immer vom Krieg gezeichneten Stadt eine Musikschule, in der tagtäglich Kinder aller Bevölkerungsgruppen aufeinandertreffen und miteinander musizieren. Vor wenigen Wochen ist der Schülerchor vor Papst Franziskus aufgetreten. Der "Kulturmontag" hat das Hoffnung und Trost vermittelnde Projekt besucht.

Schriftdesigner gegen den Verlust des Schreibens

Seit etwa 2.000 Jahren gibt es Groß- und Kleinbuchstaben und jede Zeitenwende brachte eine neue Spielart der lateinischen Schrift mit sich. Einmal groß, einmal klein, einmal verschnörkelt, einmal streng:
Das ABC ist vielfältig und anpassungsfähig. Die technischen Möglichkeiten und ästhetischen Vorlieben einzelner Epochen und Weltgegenden haben sich ständig gewandelt. Trotz Smartphones, Tablets und Co. boomt in unserer heutigen retro-verliebten Gesellschaft die Handschrift wieder, doch ausgerechnet jetzt wird die Schreibschrift aus den Lehrplänen mancher Länder verbannt. PISA-Musterland Finnland macht es vor: Ab Herbst 2016 wird die gebundene Schreibschrift in finnischen Schulen nicht mehr unterrichtet. Steht eine der wichtigsten Kulturtechniken der Menschheit vor dem Aus? Der "Kulturmontag" hat mit Schriftdesignern und Grafologen über das Schreiben gesprochen.

"les.art" zum Bachmann-Preis 2015 - mit Julya Rabinowich und Preisträger/in (23.15 Uhr)

Ganz im Zeichen der "39. Tage der deutschsprachigen Literatur" und des Ingeborg-Bachmann-Preises steht eine neue Ausgabe des ORF-Literaturmagazins "les.art". Darin begrüßt Christian Ankowitsch schon traditionell die Gewinnerin oder den Gewinner des am Vorabend zu Ende gehenden Bewerbs. Weiters in der Sendung: Autorin Julya Rabinowich, die es 2011 auf die Shortlist zum Ingeborg-Bachmann-Preis schaffte und sich seither das Wettlesen am Wörthersee nicht entgehen lässt. Die Sendung kommt diesmal aus dem Renaissanceschloss Ebenau bei Klagenfurt.

Der "Kulturmontag" wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

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