• 03.07.2015, 13:06:37
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Studie: Geld für Pflegeheime kommt dreifach zurück

Wien (OTS) - Die hohen Kosten der Alten- und Pflegeheime stehen immer
wieder im Kreuzfeuer öffentlicher Kritik. Jedoch: jeder in die
Pflegeheime investierte Euro kommt dreifach zurück. Dies belegt nun
erstmals eine Studie, die die gesellschaftlichen und ökonomischen
Wirkungen der Heime in Niederösterreich und der Steiermark untersucht
hat.

In Wien und Graz wurden dieser Tage die Ergebnisse einer umfassenden
Social-Return-on-Investment-Studie (SROI) des NPO&SE
Kompetenzzentrums der WU Wien zu den gesellschaftlichen und
ökonomischen Wirkungen der stationären Pflege- und
Betreuungseinrichtungen in Niederösterreich und der Steiermark
präsentiert. Auftraggeber waren Lebenswelt Heim, der Bundesverband
der Alten- und Pflegeheime Österreichs in Kooperation mit dem
Landesverband Altenpflege Steiermark und der ARGE NÖ-Heime. "Alten-
und Pflegeheime werden in der öffentlichen Diskussion oft nur als
reiner Kostenfaktor betrachtet. Sie rentieren sich aber für die
Gesellschaft. In der Steiermark und in Niederösterreich kommt jeder
in die Heime investierte Euro fast dreifach zurück", so Markus
Mattersberger, Präsident von Lebenswelt Heim, des Bundesverbandes der
Alten- und Pflegeheime Österreichs.

Großer gesellschaftlicher Mehrwert der Alten- und Pflegeheime
Studienautor Christian Schober, wissenschaftlicher Leiter des NPO&SE
Kompetenzzentrums der WU Wien betont: "Die Studie zeigt den großen
gesellschaftlichen Mehrwert der für Alten- und Pflegeheime
aufgewendeten Gelder auf. Es ist wichtig nicht bloß über Kosten im
Sozial- und Gesundheitsbereich nachzudenken, sondern über die
gesellschaftlichen Wirkungen".

Der gesellschaftliche Mehrwert ist mehr als ein finanzieller Gewinn
oder ökonomischer Effekt. Er beinhaltet soziale, physiologische und
psychische Wirkungen bei Bewohner/innen und deren Angehörigen, ein
Sicherheitsgefühl bei der Bevölkerung oder das positive Gefühl der
Wertschätzung bei den Ehrenamtlichen. Die bedeutendsten positiven
Wirkungen entstehen für die BewohnerInnen, gefolgt von den
Krankenhäusern. Beide Stakeholder vereinen gemeinsam um die 50% der
Gesamtwirkungen auf sich. Auch Aspekte wie die Schaffung von
Arbeitsplätzen, geringere psychische Belastung der Angehörigen,
weniger erforderliche Hausbesuche durch Ärzte etc. wurden in der
Studie berücksichtigt.

Bei der SROI Studie werden alle Gelder, die für die Pflegeheime
aufgewendet werden, deren vielfältigen positiven und negativen
Wirkungen gegenübergestellt. Die Wirkungen werden mit Euro bewertet
und mit den investierten Euro verglichen.

Die monetarisierten Wirkungen der Heime, bezogen auf das Jahr 2013,
waren für Niederösterreich und für die Steiermark rund 2,9 Mal so
hoch wie die getätigten finanziellen Investitionen. Ein investierter
Euro bringt also rund 3 Euro an gesellschaftlichem Mehrwert.

Die Studie macht die vielfältigen Aufgaben und Tätigkeiten sichtbar,
die die stationären Pflege- und Betreuungseinrichtungen in
Niederösterreich und der Steiermark erfüllen.

Ein gesellschaftlicher Gewinn: Mehr Geld für die Pflegeheime

Die Umwegrentabilität der finanziellen Mittel für die stationäre
Langzeitpflege wirft neben der steigenden Zahl an hochbetagten
Menschen, die künftig Betreuung brauchen werden, auch ein neues Bild
auf die Verhandlungen über den Finanzausgleich, die 2016
abgeschlossen werden sollen. Denn Österreich liegt bei der Zahl der
Langzeit-Pflegebetten laut der OECD-Studie "Gesundheit auf einen
Blick" im letzten Drittel. Demnach kommen auf 1.000 Personen über 65
Jahre in Österreich 44,1 Betten. Der OECD-Schnitt liegt bei 49,1
Betten. Von den 28 ausgewiesenen Staaten sind in nur sechs weniger
Pflegebetten als in Österreicher verfügbar.

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