• 29.06.2015, 13:26:00
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Frauenberger präsentiert Buch „Zu spät? Dimensionen des Gedenkens an homosexuelle und transgender Opfer des Nationalsozialismus“

Der Tagungsband dokumentiert die Wiener Fachkonferenz „Gedenken neu gedacht – Wien gedenkt vergessener Opfer“

Utl.: Der Tagungsband dokumentiert die Wiener Fachkonferenz
„Gedenken neu gedacht – Wien gedenkt vergessener Opfer“ =

Wien (OTS) - "Wien bekennt sich zur Errichtung eines permanenten
Mahnmals für LGBT-Opfer des Nationalsozialismus", betont die für
Antidiskriminierung zuständige Wiener Stadträtin Sandra Frauenberger
anlässlich der Präsentation des Buches "Zu spät? Dimensionen des
Gedenkens an homosexuelle und transgender Opfer des
Nationalsozialismus" am vergangenen Donnerstag.

Das Buch wird von QWIEN, dem Zentrum für schwul/lesbische
Geschichte und Kultur, gemeinsam mit der WASt-Wiener
Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender
Lebensweisen herausgegeben und ist im Wiener Zaglossus-Verlag
erschienen. "Die Stadt Wien nimmt ihre Verantwortung für das Gedenken
an die homosexuellen und transgender NS-Opfer aktiv wahr, indem
bisher vier spezifische temporäre Mahnmale in Wien realisiert
wurden", so Frauenberger, "aufbauend auf den Erfahrungen aus diesen
spannenden temporären Installationen möchten wir nun die Form des
Gedenkens neu denken."

Wolfgang Wilhelm, Leiter der WASt, erläutert: "Mit der
Fachkonferenz hat die Stadt Wien neue Impulse des Erinnerns an die
Verfolgung von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen in der
NS-Zeit gesetzt. Die Tagungsdokumentation "Zu spät?" soll eine
wissenschaftlich fundierte und thematisch breit gefächerte Grundlage
für einen stadtweiten Diskurs bieten, der in den kommenden Monaten
wichtige nächste Schritte auf dem Weg zur Errichtung eines
permanenten Mahnmals klären soll. Es geht unter anderem um die Frage
des Standortes, die angesprochene Opfergruppe und um eine zeitliche
Eingrenzung des Gedenkzeitraumes. Die Verfolgung von LGBT-Personen
erlebte zwar im NS-Regime einen traurigen Höhepunkt, es gab sie
jedoch auch schon vor 1938 und leider auch über 1945 hinaus."

Andreas Brunner und Hannes Sulzenbacher von QWIEN gingen in ihren
Statements auf Systematiken der NS-Verfolgung ein und erläuterten die
im Buch versammelten Aufsätze zu den vielfältigen und
unterschiedlichen Dimensionen, die den Bogen von zeithistorischen
über gesellschaftliche und queere bis hin zu künstlerischen
Betrachtungen spannen. Der Künstler Willi Landl las abschließend
Passagen aus Heinz Hegers Buch "Die Männer mit dem rosa Winkel".
(Schluss)grs

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