• 05.05.2015, 10:05:01
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ÖGfE-Schmidt: Jugendliche fühlen sich als EUropäerInnen, ihr Interesse am EU-Geschehen ist aber begrenzt

55 Prozent sagen: Entscheidungen, die für mich persönlich wichtig sind, fallen auf der nationalen Ebene – Umfrage

Utl.: 55 Prozent sagen: Entscheidungen, die für mich persönlich
wichtig sind, fallen auf der nationalen Ebene – Umfrage =

Wien (OTS) - "Österreichs Jugend steht der EU-Mitgliedschaft klar
positiv gegenüber. Drei von vier Jugendlichen fühlen sich als
EUropäerInnen. Ihr Interesse an europapolitischen Entwicklungen hält
sich jedoch in Grenzen. Genau das sollte sich ändern", sagt
ÖGfE-Generalsekretär Paul Schmidt im Hinblick auf eine aktuelle
Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE)
unter 2267 Jugendlichen, die im Zeitraum September 2014 bis April
2015 bundesweit durchgeführt wurde.

Die EU-Mitgliedschaft Österreichs wird von einer Mehrheit der
befragten Jugendlichen (61 Prozent) als "gute Sache" empfunden, nur
10 Prozent sehen sie explizit als "schlechte Sache". Etwa ein Viertel
nimmt eine neutrale Position ein ("weder gut noch schlecht": 28
Prozent).
Je jünger die Jugendlichen, desto EU-freundlicher ihre Einstellung:
71 Prozent der Befragten bis 15 Jahre äußern sich positiv zur
EU-Mitgliedschaft (6 Prozent "schlechte Sache"). Bei den 16 bis
18-Jährigen sind es 61 Prozent (10 Prozent "schlechte Sache"), bei
jenen über 19 Jahre 52 Prozent (13 Prozent "schlechte Sache"). Die
restlichen Befragten äußern sich jeweils neutral.

Als EU-BürgerIn fühlen sich insgesamt 77 Prozent der Jugendlichen
("auf jeden Fall": 28 Prozent | "eher schon": 49 Prozent). Insgesamt
21 Prozent empfinden dies "eher nicht" (15 Prozent) bzw. "überhaupt
nicht" (6 Prozent) so. Männliche, ältere sowie Befragte aus
Berufs-/Fachschule sehen sich etwas häufiger nicht als EU-Bürger.

Jugendliche sind jedoch deutlich stärker am heimischen politischen
Geschehen interessiert, als an jenem auf EU-Ebene. Insgesamt 71
Prozent gaben an, Interesse am Politikgeschehen in Österreich zu
haben (26 Prozent "sehr" | 45 Prozent "eher schon"), 29 Prozent
verneinten dies (21 Prozent "eher kein" | 8 Prozent "gar kein
Interesse"). "Europapolitische Entwicklungen werden mit weitaus
weniger Aufmerksamkeit verfolgt", meint Schmidt. "Lediglich jede/r
Zweite interessiert sich dafür. Weniger Interesse zeigen etwa
Jugendliche aus Berufs- oder Fachschulen". Insgesamt haben 47 Prozent
Interesse am Politikgeschehen in der EU (10 Prozent: "sehr" | 37
Prozent: "eher schon"). 37 Prozent haben "eher kein", 13 Prozent "gar
kein Interesse" daran.

Jede/r zweite befragte Jugendliche gibt an, dass jene Entscheidungen,
die für ihr/sein persönliches Leben relevant sind, auf nationaler
Ebene getroffen werden (55 Prozent). Für nur 19 Prozent fallen diese
Entscheidungen hauptsächlich auf EU-Ebene, für 17 Prozent ist die
regionale Ebene in dieser Hinsicht maßgebend.

"Wichtig ist es daher, über den Europatag am 9. Mai hinaus, die von
vielen Jugendlichen als abstrakt wahrgenommene EU kontinuierlich
sichtbar zu machen", sagt Schmidt. "Die gegenwärtigen
Herausforderungen bieten genügend Inhalt für kontroverse Debatten.
Gerade junge Menschen sollten europäische Entwicklungen kritisch
hinterfragen und über ihre Rechte und Chancen Bescheid wissen. In
besonderem Maße gilt das für Österreich, das EU-weit nach wie vor das
einzige Land ist, in dem ab 16 gewählt werden kann".

Hintergrund:

Die Umfrage wurde im Rahmen des Projekts "EUROPA#wasistjetzt"
(Wanderausstellung bzw. Berufsschul-Tour) österreichweit im Zeitraum
September 2014 bis Mitte April 2015 durchgeführt. 2267 Jugendliche an
50 Schulen wurden schriftlich befragt. Die Wanderausstellung
"EUROPA#wasistjetzt" ist ein gemeinsames Projekt der Österreichischen
Gesellschaft für Europapolitik, des Bundesministeriums für Europa,
Integration und Äußeres und der Vertretung der Europäischen
Kommission in Österreich.
20 Prozent der Befragten waren 15 Jahre oder jünger, 61 Prozent 16
bis 18 Jahre und 19 Prozent 19 Jahre und älter; Überhang an
Teilnehmerinnen (52 Prozent); Einbezogene Schultypen (26 Prozent AHS,
33 Prozent BHS und 41 Prozent Berufs-, Fachschule).
Bundesländerverteilung in Prozent: BGLD: 2, KTN: 6, NÖ: 46, OÖ: 12,
SBG: 3, STMK: 15, TIR: 3, VBG: 5, WIEN: 7 (Differenz auf 100 Prozent
aufgrund gerundeter Werte). Auswertung der Umfrage:
Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft. Fehlende Werte auf 100
Prozent = "Keine Angabe".

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