- 23.04.2015, 14:40:00
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„Wir weisen die Anschuldigungen der Volksanwaltschaft entschieden zurück!“
Der Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs verwehrt sich gegen die Kritik der Volksanwaltschaft
Utl.: Der Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs
verwehrt sich gegen die Kritik der Volksanwaltschaft =
Wien (OTS) - In der ZIB vom 22. April ortete die Volksanwaltschaft
verheerende Zustände in Pflegeheimen und beschuldigte diese, sie
würden an 3/4 der Bewohner wahllos Beruhigungsmittel verabreichen.
Der Bundesverband der Alten- und Pflegeheime weist diese
Anschuldigung in aller Entschiedenheit zurück. Psychopharmaka werden
in Pflegeheimen ausschließlich nach ärztlicher Anordnung im Rahmen
der Durchführungsverantwortung des Pflegepersonals verabreicht.
In ca. 880 Heimen in Österreich sind ca. 42.000 Pflege- und
Betreuungspersonen tätig, die rund 72.000 Bewohnerinnen betreuen.
"Medikamente dürfen lediglich auf ärztliche Anordnung hin verabreicht
werden. Wenn in Österreich also zu viele Medikamente verabreicht
werden sollten, so ist dies mit den Ärzten zu diskutieren!" betont
Markus Mattersberger, Präsident des Bundesverbandes der Alten- und
Pflegeheime Österreichs. Es sei ein Faktum, dass rund 70% der
BewohnerInnen in den österreichischen Alten- und Pflegeheime unter
einer kognitiven Störung leiden. Dass diese Krankheitsbilder
entsprechend therapiert werden, sei Aufgabe der Medizin. Die
durchschnittliche Anwendung von Psychopharmaka in Pflegeheimen
unterscheide sich nur geringfügig von der Gesamtpopulation von
Menschen über 75 Jahren.
"Wir wissen, dass die BewohnerInnen auf das Verhalten von
Pflegepersonal reagieren - steht das Personal unter Zeitdruck,
reagieren BewohnerInnen bewusst oder unbewusst auf diese Situation,
was sich mitunter im Verhalten äußert. Insofern ist es
nachvollziehbar, dass mit verbesserten Personalstrukturen,
BewohnerInnen besser begleitet werden können und mehr Zeit direkt am
und mit BewohnerInnen verbracht werden kann. Dies wirkt sich positiv
auf die Psyche der Betreuten aus", so Mattersberger. Er betont, dass
eine Verbesserung der Personalstrukturen in den Heimen schon lange
Zeit ein großes Anliegen des Bundesverbandes der Alten- und
Pflegeheime Österreichs ist, dies jedoch in der Zuständigkeit der
Bundesländer liegt. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen mit
den uns vorgegebenen Rahmenbedingungen leben und arbeiten - sie für
die Ergebnisse, welche mit den Rahmenbedingungen erzielbar sind,
verantwortlich zu machen, ist nicht angebracht. Hier sind die
Gesellschaft und die Politik gefordert Ressourcen zur Verfügung zu
stellen, um diese Rahmenbedingungen den Erwartungshaltungen
anzupassen. Verbesserungen in den Personalstrukturen
(Präsenz/Qualifikation) müssen sich in den Tarifen abbilden", so
Mattersberger.
Auch fordert der Bundesverband, in den Curricula der
Ausbildungsstätten für die Pflegeberufe bereits entsprechende
Kompetenzen hinsichtlich Geriatrie/Gerontologie,
gerontopsychiatrische Krankheitsbilder,… verstärkt zu berücksichtigen
und dies auch im GuKG zu verankern. Dies wurde bisher nicht
berücksichtigt, sondern die Auszubildenden werden bestmöglich auf den
akutstationären Bereich vorbereiten um dort den medizinischen Dienst
zu entlasten.
Über Lebenswelt Heim:
Lebenswelt Heim, der Bundesverband der Alten- und Pflegeheime
Österreichs, ist ein gemeinnütziger Verein und verbindet seit 1994
unter seinem Dach ca. 700 LeiterInnen von Alten- und Pflegeheimen mit
insgesamt rund 40.000 MitarbeiterInnen. Auf europäischer Ebene ist
Lebenswelt Heim Mitglied der European Association for Directors of
Residential Care Homes for the Elderly (E.D.E.).
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